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frankfurter Nachrichten» Sonntag den 23. Matt
LViffcnschaMche Sitznng der Sencken- Vergischerr NatrrrforschendeR Gesellschaft.
Samstag, dm 22. März 1902.
Vorsitzender: Oberlehrer I. Blum.
Der Vorsitzmde legt zwei soeben zur Ausgabe gelangte Hefte der Abhandlungen vor und bespricht kurz deren Inhalt. Alsdann macht er darauf aufmerksam, daß die Gesellschaft für das Sommersemester 1902 neben den Vorlesungen über Vergleichende Anatomie des Menschen und der Wirbelst hier e, sowie über Mineralogie zwei prak- chische Kurse eingerichtet hat, einen botanischmikroskopischen und einen zoologischen jlkebungskursus. Der erstere steht unter der Leit- ung von Professor M. Möbius, findet Mittwochs von 3—6 Uhr statt und ist für die Mtglieder und deren Angehörige, sowie für die hiesigen Lehrer frei. Für das zoologische Praktikuni, unter der Leitung von Dr. F. Römer, ist die Zeit von 4—6 Uhr am Montag und Donnerstag vorgesehen. Für diesen Kursus hat jeder Theilnehmer 10 Mark zu entrichten. Den Theil- tzMmern an den Kursen werden die Instrumente, ein
schließlich Mikroskop, und die Materialien unentgeltlich geliefert.
Der Vorsitzende begrüßt nunmehr das arbeitende Mitglied der Gesellschaft, Herrn Professor Dr. E. A s k e n a s y aus Heidelberg und ertheilt ihm das Wort zu seinem Vortrage
Aröer Huellung im Wffanzenrciche.
Unter diesem Ausdrucke wird -die begrenzte Aufnahme von Flüssigkeit, insbesondere Wasser, in feste, Körper verstanden, wenn diese keine sichtbaren Poren besitzen und dabei ihr Volumen vermehren. Die Quellung von Leim oder Holz, die in Wasser - liegen, ist x Jedermann bekannt, sie ist eine allgemeine Eigenschaft' der meisten festen Stoffe, die den Pflanzen- und Thier- körper zusammensetzen. Die verschiedenen Erscheinungen, die -man bei der Ouellung beobachtet, wurden näher beschrieben und die Erklärungsversuche für den Vorgang auseinandergesetzt. Zum Schluß wies der Redner auf die große Bedeutung hin. welche die Qnel- lung für das gefammte Lebm der Pflanzen hat, wobei insbesondere auch die Art, wie das Aufspringen der trockenen Früchte und in Folge dessen die Verbreitung der Samen der Pflanzen durch die. ungleiche Quellungsgröße verschiedener Schichten der Fruchtwand er. folgt, ausführlicher dargelegt wurde.
Der Vorsitzende dankt dem Redner für den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag und indem er mit der heutigen Sitzung das Wintersemester schließt drückt er auch den Zuhörern für ihre stets rege Theil- nähme seinen Dank aus.
fr.
1902
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