ouSbe'Qut. Der Wildreichthum dieser Gegend ist em enormer, insbesondere ist das Nashorn eine Landplage, stellenweise trifft man es so häufig wie hier zu Lande den Hasen, und Verwundungen durch dies wilde und boshafte Thier sind an der Tagesordnung. Wir zogen inii von Ort zu Ort. allenthalben Freundschaft schließend, nd erreichten schließlich das Dorf Kaveri. in 8000 Fuß .öhe am Kenia gelegen. Dort lebt ein kleiner Stamm :v Ntorobv, ein nilotischcö Jügervotk, welches nur Non lephantcn- und Naöhvrnjagd lebt. Aber alle Völker mren in Folge der Anfangs erwähnten Feindseligkeiten , mißtrauisch, zudem ginge» unsere Patronen auf die ieige, daß ich mich kurz entschloß und zur Küste zurück- ■ftite, wohin Nenmann bereits 2 Dlonate früher voraus- ecilt'war. -An der Küste fand ich ans Europa uacy- eschickte Waffen und Jnstrnnientc vor. die Liebenswürdigkeit 'r englischen Behörden thae das klebrige und fo war h 3 Wochen nach meiner Ankunft au der Küste bereits icder aus dem Zug ins Innere. — Große Bei ciedignng -währte es mir, daß meine Leute fast sämmtlich sich jeder hatten anwerben, lassen. Diesmal ivählte ich ,n der' Mission Jknlta ans einen Weg durch die. )ns!e zwischen dem lltainba- und dem Gallalande,
wobei mich Herr Missionar Säuberlich bis zum Tana" begleitete. Wir entdeckten dabei eine große, dicht be- wohnie Gebirgskette, welcher wir den Nanren Prinz' Luitpoldketie gaben. Am Tana, als Freund Säuberlich inich verlassen hatte, hoben ivir Nachts eine Sklaveu- karawnne auf und befreiten unter Anderen auch ei» Ntorobomädchen ans Marsabit, also vom Lstrande des Rndotfices. Ties sollte uns später von unschützbarem Bortheil fein. Wir zogen diesmal ans die Südostfeite des Kenia, wo ein unbekanntes Volk, die Mnimbi., wohnen sollte und es glückte mir, Biutsbrüderfchaft mit. diesen liebenstvürdigcn Leutchen zu schließen. Eiu weiteres unseren Tagen des welteroberuden Velozipeds ist Gummi ein werthvoller Artikel. Sobald die künstliche Bewässerung durchgeführt ist, soll auch Reis angebaut werden. Im Jahre 189l zählte die Bevölkerung der Schuhstaaten 424,218 Seelen, im letzten Jahre betrug sie 610,093. Der Handel belief ftcö _ 1896 dem Werthr nach auf 50,000,000Tollar. Für öffentliche Arbeiten wurde dieSummr von 4.025.567 Dollar verausgabt. Der Residenl. Sir Frau» Swettcnhom, macht darauf aufmerksam, daß sich auf der malayischen Hatbiusel für Ansiedler und Kapitalisten ein Feld findet, wie es nicht besser anderswo anzutrcsfen ist.
Wissenschaftliche Sitzung der SenSeubergischen natnrforscheudeu Gesellschaft.
Frankfurt a.
Der Vorsitzende, Herr Oberlehrer Blum, macht nf die ausgestellten Land- und Süßwassercon- tylien aufmerksam, die einen Thei'l der Molluskenusbeute Kükenthal's bilden und von Dr. Kobelt earbeitet worden sind. Die Arbeit befindet sich im . Hefte des 24. Bd. der Abhandlungen und ist mit acht honen Tafeln illustrirt, die ebenfalls vorliegen. Von en beschriebenen Arten sind etwa 20 neu und eine, y hania lampas Müller, nach langen Jahren zum rflen Male wieder aufgefunden. Außerdem weist er Vorsitzende auf den vorliegenden Bd. XXIII der »bhandlungen, den 1. Band der wissenschaftlichen Ergebnisse Akenthal's, hin. Er enthält 14 Arbeiten mit 629 Seiten und 26 Tafeln Abbildungen. Voraussichtlich werden ie noch zu publizirenden Reiseergebnisse zwei weitere !ände erfordern. Das sind Erfolge, bemerkt der Vor- tzende, die von dem Reisenden nur bei gediegener Sach- nntniß, großer Gewandtheit und unverdrossener Arbeit, ach in den ungünstigsten Verhältnissen, erzielt werden lnnten.
Hierauf ergriff Herr Hofrath Dr. B. Hagen das fort zu seinem Vortrage über
Aie ßingeöorenen von Aeutsch-Weu-Guinea.
Er sagte: Dieses Thema dürfte gerade jetzt ein be- nderes Interesse beanspruchen, da vor Kurzem die achricht von der Ermordung des stellvertretenden Landes- iuptmaniis C. v. Hagen durch die entsprungenen törder der Ehlers'schen Expedition durch die Blätter ging.
Was die Abstammung der Papuas betrifft, so finden ir sowohl bei der vergleichenden Sprachforschung als der nthropologie nur wenig Aufschluß. Wir sehen die Papuas, e Melanesier, wie eine Völkerrasfe mitten in der malayisch- llynesischen Rasse sitzen, gegen die sie sich durch einen eiten Gürtel von Mischvölkern abgeschlossen haben, senso wie Neu-Guinea in zoologischer Hinsicht eine Sonder- :llung auf unserem Erdball einnimmt, indem es heute >ch eine uralte Fauna lebendig besitzt, welche in andern .dtheilen längst untergegangen und abgestorben ist, ebenso igt es in seiner menschlichen Bevölkerung Zustände, elche an die frühesten Epochen des Menschengeschlechts inner». Der Papua lebt noch mitten in der Steinzeit;
Metall kennt er nicht, oder hat es wenigstens bis vor Kurzem i ch nicht gekannt; wir bringen ihm jetzt eiserne Messer,
«exte und Hobeleisen, er legt das altehrwürdige Steinbeil
M., den 6. November 1897..
zur Seite, das der jüngeren Generation langsam in Vergessenheit geräth, und schickt sich an, direkt aus der Steinzeit heraus in eine neue Epoche seines Daseins, in das Zeitalter des Eisens, einzutreten. 1
Bezüglich der körperlichen Beschaffenheit der Papuas ■ bebt Redner hervor, daß dieselben schlanke, sehnige Ge- ! j stallen von mittlerer Größe (im Durchschnitt etwa 162 Zentimeter) sind mit ziemlich schmalen und langen Schädeln \ und Gesichtern, an denen oft eine kühn gebogene Nase vorspringt. welche dann dem Antlitz im Verein mit den charakteristischen Ziegenbärten ein frappant semitisches Gepräge verleiht. Das Weib hat sich, wie bei den Naturvölkern fast durchgehends, anatomisch noch nicht so weit vom Manne differenzirt, wie bei den Kulturrassen.
Nachdem Redner sodann noch auf die Sprachverhältnissr bei den Eingeborenen eingegangen und einige ergötzliche Sprachproben aus der zwischen diesen und den Europäern gebräuchlichen lingua franca, einem schauerlichen, als Pitjen-Englisch bezeichneten Ilniversal-Jargon, gegeben hat, bespricht er kurz den Handelsverkehr, meistens Tauschhandel, und geht dann über aus Kleidung, Waffen und Schmuck.
Des weiteren werden die geistigen und Charaktereigenschaften einer Betrachtung unterzogen und als besonders charakteristisch hervorgehoben die große Eitelkeit, aber auch die Gutmüthigkeit der Papuas, namentlich an der Astrolabe-Bai, wobei die Ueberzeugung des Vortragenden, auf langjährige persönliche Erfahrung begründet, zum Ausdruck kommt, daß der sogenannte Wilde von Haus aus ein harmloses, gutmüthiges, den Europäer wie ein höheres Wesen verehrendes Geschöpf sei, eine Illusion, die der Europäer gewöhnlich selbst zu seinem eigenen Schaden nur zu bald zu zerstören pflege.
Zum Schluffe gibt Vortragender noch ein anschauliches Bild der Sitten und Gebräuche unserer braunen Brüder in der Südsee, indem er den Lebenslauf eines Papua von der Astrolabe-Bai von der Geburt bis zum Grabe schildert. Einige mitgetheilte Liedchen zeugen von der Phantasie und poetischen Begabung dieses Völkchens.
Zahlreiche Bilder und Photogramme, meistens Originalaufnahmen des Vortragenden, erläuterten und illustrirten den Vortrag.
Der Vorsitzende dankt dem Redner für die interessanten Mittheilungen aus seinen anthropologischen Studien, die demnächst in einem umfangreichen Werke erscheinen werden.