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noch- seinem Rücktritt von dieser Stellung als freier Künstler lange Zeit mit höchstem Erfolge gewirkt hat. Won seinen Werken sind einige ein bleibender Schmink Frankfurts geworden, wie „die Herrschaft der Grazien über die Werke der ernsten und der heiteren Dramatik" in deni oberen Vordergiebel des Opernhauses, wie die Statue Kaiser Wilhelms I. im Kaisersaal. Eine größere Zahl ist nach auswärts gegangen, wie der Christus mit den vier Evangelisten in der Basilika zu Trier, während Gypsabgüsse dieser letzteren hier in der Panlskirche ausgestellt sind. Besonders zahlreich sind Kaupert's hier und auswärts ausgekührte Fricdhofdenkmäler. Noch weit größer aber ist die Zahl seiner unausgeführt gebliebenen Werke, die, einstweilen in Gyps vorhanden, ihrer Auferstehung in edlem Metalle harren. Es war die Gefahr vorhanden, daß dies Ergebniß eines reichen künstlerischen Schaffens jetzt der Zerstreuung anheim fallen würde; glücklicherweise ist das verniieden worden. Durch Herrn Bildhauer Susenbeth aufmerksam geniacht, hat Herr Hartmann-Carstol dahier die Gesammtwerke des Künstlers erworben. So bleiben dieselben für Frankfurt erhalten und sollen zu einem Kaupertmnseum vereinigt werden, das zunächst in dem bisherigen Atelier des Meisters seine Aufstellung finden wird.
— In vorvergangcner Nacht wurde in eine Mansarde in der Bethmannstraßc ein gebrochen und daraus Kleidungsstücke und etwas Geld gestohlen; ebenso wurde ein Einbruchsdiebstahl in einem Hanse der Kaiserstraße verübt. — In einer Wirthschaft in der Brückhofstraße wurde am vergangenen Freitag ein junger Mensch verhaftet, welcher versucht hatte, einem neben ihm sitzenden Gaste das Portemonnaie aus der Tasche zu stehlen.
— Einen schönen Verlauf nahm das am Osterniontag im Vereinshaus „Nord-Ost" (Wingertstraße) abgehaltene „I. Iah res fest des Frankfurter Kreises der Westdeutschen Vereinigung des christlichen Sängerbundes deutscher Zunge." An demselben betheiligten sich außer den beiden hiesigen Vereinen (Chor der Vaptistengemeinde Frankfurt und Chor der bischöflichen Methodisten - Kirche Frankfurt) Vereine aus Mainz, Wiesbaden, Groß-Rechtenbach, Lützellinden und Treisberg- Brombach mit etwa einer Gesammtstärke von 250 Sängern. Die Feier begann Nachmittags um 3*/2 Uhr in dem geräumigen Saale des Vcreinshanses, welcher kaum im Stande war, das überaus zahlreich erschienene Publikum aufzunehmen und wurde eingcleitet niit dem gemeinschaftlichen Gesang der Versammlung „Lobe den Herrn, den Mächtigen König der Ehren" von Joachim Neander, worauf Herr Prediger Theiß die Anwesenden begrüßte und in beredten Worten die Macht des Gesanges und die Bedeutung des Liedes in religiösem Sinne pries. Hierauf intonirten die Vereinigten Chöre das „Osterlied" von Fr. Abt. Es folgte sodann der Chor der Baptiften- Gemeinde Frankfurt a. M. niit dem I. Wesley-Martin- schen „Lobsinget Jehovah" und der Chor der bischöflichen Methodisten-Kirche Frankfurt a. M. mit dem Liede „O großer Gott" von Clara H. Scott. Alsdann brachten die Vereinigten Männerstimmen das Grumholzer'sche „Mach' dich auf" zu Gehör. Mit dem nun folgenden Sopran-Solo „O kehr zurück", Text von Martha Müller, Tonsatz von A. Fesca, führte sich Fräulein Minni Schnabel von hier als eine durchaus geschulte Sängerin mit
prächtigen Stimmmitteln ein, worauf Herr Pfarrer Paschen anknnpsend an die Worte dieses Liedes eine Ansprache an die Versanimlnug richtete, der er das Kapitel vom „Verlorenen Sohn" zu Grunde legte. Als Einlage zu den hierauf folgenden Chören sangen Fräulein Minni Schnabel und Herr A. Bornefeld von hier das herrliche Duett für Sopran und Baß „Heilands Treue" von F. Mendelssohn in tadelloser Ausführung. Die gesanglichen Leistungen sowohl der einzelnen Chöre unter Leitung ihrer jeweiligen Dirigenten, wie der Vereinigten Chöre unter Leitung des Herrn Musikdirigenten Pague-Wiesbaden müssen durchweg als besonders gute und lobenswerthe bezeichnet werden. Besonderes Aufsehen erregten die Damen der christlichen Gemeinschaft Lützellinden, welche, zirka 40 an der Zahl, in ihrer heimathlicheu, kleidsamen Tracht, theilweise in kostbarer Ausstattung, erschienen waren. Die Feier fand mit einem Schlußgebet und einem gemeinschaftlichen Gesang ihren Abschluß.
— Das Standbild Kaiser Karls des Großen auf der alten Mainbrücke ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag stark beschädigt worden. Das etwa 20 Pfund schwere Schwert wurde mit der Hälfte der steinernen Hand, in welche es mit Blei eingegosfen war, abgeschlagen; es wurde in frühester Morgenstunde von Passanten der Brücke vor dem Standbild auf dem Fußsteige liegend aufgefunden und die Polizeibehörde davon benachrichtigt. — In vorvergangener Nacht wurden am Deutfchherriikai drei eiserne, in einen Thorpfeiler eingelassene Briefkasten erbrochen und deren Inhalt, sowie die Thüren der Kasten gestohlen.
— Der Diphtheritis fielen in der abgelaufenen Woche (11. bis 17. April) 2 Kinder (gegen keines in der Vorwoche) zum Opfer; es starben ein Knabe im Alter von 2 Jahren und ein Mädchen im gleichen Alter im Dr. Christ'schen Kinderhospitale. Außerdem erlagen eine Frau im Alter von 43 Jahren in der Luisenstraße dem D^plrus abdominalis und ein Mann von 60 Jahren in der Bockenheimer Landstraße der Influenza.
— Die zweite Meßwoche ist vorüber; die Hoffnung, welche man auf sie setzte, ist nicht zu Schanden geworden. Die Feiertage, verbunden mit den in steter Reihenfolge stattfindenden Konfirmationen, hatten viele Bedürfnisse, namentlich in Luxus-Artikeln, gezeitigt und treten diese besonders in den Vordergrund. Das Geschäft darin ging sehr lebhaft, nicht minder nahm daran die Weißwaaren- Branche, sowie Blumen und Bänder theil. Feine Schuh- waaren waren gesucht, was jedoch auch von kräftiger Fußbekleidung gilt. Emaillirte Eisenwaaren, Porzellan, Glas, ebenso irdenes Geschirr fanden reichlich Abnahme bei nicht hohen Preisen. — Gestern nahm die Detail-Ledermesse ihren Anfang. Der Zufluß von auswärtigen Produzenten und größeren Konsumenten ist ein ganz erheblicher. Der Trierische Platz war gedrängt voll Lederindustrieller, die thcils Aufträge empfingen, theils nach der Stimmung in den einzelnen Lederbranchen forschten. Das Geschäft war lebhaft, doch kam eine namhafte Preissteigung in den einzelnen Gattungen nicht zum rechten Durchbruch. Die Einlegung in der Halle ist nicht sonderlich groß und ist viel irreguläre Waare da. Sohlleder ist gering gelagert, dagegen Oberleder in reicher Fülle bei seitherigem Preise. Das Geschäft in Vache- und Riemlcder ist erst in der Entwicklung und ist in letzterem wenig am Platz.