Abdruck aus:
Zoologisches Centralblatt
unter Mitwirkung von
Professor Dr. O. Bütschli und Professor Dr. B. Hatschek in Heidelberg in Wien
herausgegeben von ' Dr. A. Schuberg
—y JUL-'' a. o. Professor in Heidelbe
/ / V\^Jahrgang', voi
(Xe-rfag von Wi 1 he 1 m /Engelmann in Leipzig.)
Um dem Zwecke des „Zoolog■ Centralblattes“-, rasch über die neu erscheinende Litteratur zu berichten, in möglichst vollkommener Weise dienen zu können, bitten wir die Herren Herausgeber und Verleger von Zeitschriften, s owie die Herren Verfasser von einzeln oder in Zeitschriften
erscheinenden einschlägigen Schriften, uns Exemplare ihrer Publikationen
zusenden zu wollen.
Besonders wertvolle Publikationen oder nicht zum Referate gelangende Schriften werden auf Wunsch gerne zurückgesandt.
Alle Sendungen für das „Zoolog. Centralblatt “ sind, als solche be- zeichnet, an die Redaktion, Prof. Dr. A. Schuberg, Heidelberg. Zoologisches Institut, zu adressieren. Druckschriften können auch auf dem Buchhändlerwäge durch die Verlagsbuchhandlung Wilhelm Engelmann in Leipzig übermittelt werden.
Reichenbach, N., Bilder aus dem Leben der Ameisen. Nach eigenen Beobachtungen. In: Ber. Senkenb. naturf. Gesellschaft. Frankfurt a. M., 1896, p. XCII—XC\.
Die Beobachtungen beziehen sich auf die Nester von Ccmiponotus (Species nicht genannt), dann die „Pygmäenameise“ bei Bozen (Stallfütterung); „wichtig ist, dass die Formen der Weibchen und Arbeiter ineinander übergehen“. Am Grafenbruch (bei Frankfurt a. M.) beobachtete Verl, um 4 Uhr 20 Min. eine Expedition der Amazonenameise nach dem Nest der grauschwarzen Ameise (F. fusca)\ diese wiederholten den Raubzug; als sie aber die Nester halbleer fanden, hielten sie vor ihrem Nest eine Versammlung, liefen in dichten Haufen um einander herum, berührten sich mit den Fühlern und wie auf ein Kommando schlugen sie plötzlich eine der vorigen ungefähr entgegengesetzte Richtung ein und kamen bald an einem zweiten Nest der grauschwarzen Ameise an, das sie dann nach allen Regeln ihrer Kunst ausplünderten. Schliesslich wird noch des Formicoxemis niti- dnhts aus Tirol und des Slrongylognaßms testaceus aus dem Grafenbruch gedacht. Von letzterer trieben sich ca. 60 Arbeiter mit 800—1000 Arbeitern der Rasenameise in einem Wagengeleise herum, wobei viele der ersteren von letzteren getragen wurden. Endlich wird noch die Phaedole spec. aus dem Palmengarten und die „Diebsameise“ erwähnt. — Wenn doch nur stets der wissenschaftliche Name beigefügt wäre! K. W. v. Dalla Torre (Innsbruck).