Keimes durch die Kontinuität der Gewebe steht im Gegen­satz zu der bisherigen Anschauung der passiven Ausbrei­tung, die den mechanischen Gesetzen des Kreislaufes ge­horcht. Sie wird in jüngster Zeit durch R.Locano vertreten, der das gehäufte Auftreten von Lungen- und Leber-Echino­kokken auf eine Affinität des Keims für Leber und Lunge (Organdisposition) zurückführt, wobei die Ortsveränderung durch aktive Bewegungen erreicht werden soll. Er weist auf die auffällige Tatsache hin, daß rechter Leber- und rech­ter Lungenlappen bei doppeltem Vorkommen gewöhnlich befallen sind. Diese bemerkenswerte Nachbarschaft läßt sieh seiner Ansicht nach am einfachsten durch aktive Wan­derung am Orte erklären.

llosemann, Lehmann rechnen die Echinokokken- Cyste des Pankreas zur Aussaat in den großen Kreislauf, die auf arteriellem Wege nach Passage des Leber- und Lungenfilters sich vollzieht. Immerhin leigt die seltene Lokalisation im Pankreas den Gedanken aktiver Einwande­rung des Keimes, sei es unmittelbar durch die Darmwand in das Organ hinein oder vom Darm her in den 'Ductus pancreaticus nahe. Er muß dann gegen den Saftstrom des Bauchispeicheldrüsensekretis Vordringen. Schon R. Hauser zieht in seiner Arbeit über den Pankreas-Echinokokkus diese Möglichkeit in Erwägung. .,Ist bei evtl, aktiver Mitwirkung des Embryos eine Wanderung gegen den Saftstrom ein Ding der Unmöglichkeit? Ebenso steht es mit einer weiteren Möglichkeit, die ich in einem evtl, retrograden Transport von der Pfortader aus erblicke, die ja selbst dem Embryo ohne weiteres zugängig ist.

Die retrograde Verschleppung corpuskulaerer Elemente ist im Tierexperiment sicher beobachtet worden.

Payr führte den Nachweis sicher beobachteter retro­grader Embolien nach Loslösung künstlich erzeugter Throm­ben der Netzvenen in die Magenvenen. Die Umkehr des venösen Blutstromes läßt sich bei Einschaltung eines Abfluß­hindernisses in einer pfortaderwärts führenden Bahn i m Tierexperiment demonstrieren. K 1 i n i s ch e Beobach­tungen bei postoperativen Magenblutungen ließen den wei­teren Schluß ziehen, daß das Zustandekommen einer retro-

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