frankfurter Wochenschau

Heft 46

flerztebilder aus vier "faffrtsunderten im Städel'fchen Kunftinftitut.

Anfang nächsten Jahreö erscheint voraussichtlich im Umfange von etwa 600 Seiten eineGeschichte der Heilkunde und der verwandten Wissenschaften in Frankfurt am Main" aus der Feder von Sanitätsrat Dr. Kallmorgcn, der in jahrelanger Forscherarbeit alle damit zusammenhängenden Fragen für rund 700 Jahre aufgeklärt hat. Wir werden auf diese bedeutsame Bereicherung der Frankfurter Geschichtsschreibung zu gegebener Zeit eingehend zurückkommcn. Umsomehr aber freuen wir uns, daß der verehrte Verfasser uns für dieses Heft seine Mitarbeit trotz der Kürze derZeit zur Verfügung gestellt hat. Der Dank aller Leser, die damit auf eine ganz ungewöhnliche Ausstellung

D. Sehr.

bingewicsen werden, ist ihm gewiß.

flm Samstag, den 2. November wurde durch Herrn Dr. ftugust de Sarg, den Vorsitzenden der Dr. Senckenbergifchen Stiftung, im Städelfchen Xunstinstitut eine Ausstellung von Gemälden und Stichen eröffnet, die das Interesse weitesier Greife beanspruchen kann. Vach einleitenden Worten der Begrüßung und des Dankes an die Stellen und Persönlichkeiten, die sich um das Lustandekommen der Ausstellung verdient gemacht gaben, zeichnete der Vortragende Lweck und Ziel der flussiellung, wie folgt:Es erscheint uns falsch, Kunft- werke von kulturgeschichtlichem werte dauernd in verschlossenen Näumen und Schränken den Sticken unserer Volksgenossen vorzuenttzalten. vestzald isi es uns eine freude, jetzt eine Neitze von Bildwerken unseren Mitbürgern zu zeigen, die das Interesse aller derer finden werden, die für dos künstlerische und kulturelle Geschetzen und für die Entwicklung der Wissenschaft und der Heilkunst im alten frankfurt Teilnatzme bekunden. So ist es auch unser Wunsch, das flndenken an unsern Stifter ^otzann Etzristian Senckenberg bei den frankfurtern lebendig zu ertzalten oder neu zu erwecken, als dasjenige eines Mannes, der aus Liede zur Heimat und deren Menschen seiner Vaterstadt ein Vermächtnis tzinterlassen tzat, das noch tzeute reiche früchte bringt". Der Vortragende betonte, daß Senckenberg schon als Student in seinem Tagebuche seinen Ledensgrundsah in die Worte zusammenfaßte:Ich ordne meinen Nutzen dem Gemeinwotzle unter." Getreu diesem Grundsatz tzat Senckenberg dann sein Lebenswerk geschaffen, das sowotzl den armen Rranken die ärztliche Hilfe im Hospital verschaffen, als auch durch wissenschaftliche Institute den frankfurter flerzten Ge­legentzeit geben sollte, itzr wissen zu erneuern und zu erweitern.

Senckenberg selbst ist es dann gewesen, der als erster das Haus seiner Stiftung mit Sildern tzervorragenüer flerzte und Naturforscher geschmückt tzat, die der lebenden Generation als Vorbilder dienen sollten. Er tzat den Wunsch daran geknüpft, daß diese Sammlung in wür­diger weise vergrößert werden möchte. Vieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Die Stiftung verfügt jetzt über metzr als fSO Porträts in Del und Pastell, in wachs und auf Elfenbein, über Süsten, Plaketten, Stiche und Ptzotograptzien von frankfurter flerzten. Daneben tzinter- ließ Senckenberg IS portraits von seiner eigenen familie, metzrere von berützmten Männern der Wissenschaft, die itzm zum Teil von freunden veretzrt wurden. Die Sammlung reichte ursprünglich bis ins ^fatzr T63? zurück, ist aber durch die anerkennenswerten Semützungen des um die Senckendergifche Stiftung tzochverdienten Ernst Noediger bei der feier des 200. Geburtstags des Stifters im sichre f?0/ um viele, z. T. noch ältere Gemälde bereichert worden.