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mannes hier geboren. Er studierte in Leyden und Amsterdam, promovierte in Leyden 1671. In demselben Jahre wurde er hier als Arzt rezipiert. Er scheint jedoch nicht lange hier thätig gewesen zu sein, denn in demselben Jahre wird er zu Amsterdam unter die Zahl der Ärzte aufgenommen, und heiratet 1675 in Amsterdam als dortiger Arzt. Er starb daselbst 1691.
Das vortreöliche Porträt, welches schon von Hüsgen als eine Perle der Gemäldesammlung der Senckenbergischen Stiftung beschrieben wurde, ist 1671 von David van der Pia es in Amsterdam gemalt, mit vollem Namen links unten signiert. Es wurde von dem Großneffen des Arztes, Herrn Carl Jordis, 1767 an Senckenberg geschenkt.
inv.-No.25. Conrad Hieronymus Eberhard genannt Schwind, Sohn eines Kaufmannes, hier geboren 1653, studierte drei Jahre in Jena, ward dann durch den Tod seines Vaters gezwungen das Studium aufzugebeu und sich dem Handelsgeschäfte zu widmen. Erst 1680 konnte er zu Leyden und Utrecht seine Studien fortsetzen. Nach Beendigung derselben ließ er sich 1683 hier als Arzt nieder, ward 1688 Physikus, kam 1698 in den Rat, wurde 1706 jüngerer und 1719 älterer Bürgermeister. Er bekleidete das Amt eines Bürgermeisters späterhin noch dreimal. Außer ihm wurden nur noch drei Frankfurter Ärzten, nämlich Joh. Hartmann Beyer, Seiffart von Klettenberg, dem Vater von Goethes schöner Seele und Schwiegersohn des Dr. Jordis, und Johann Jacob Grambs diese Auszeichnung zuteil. Eberhard starb in dem hohen Alter von nahezu 89 Jahren.
Das Bild kam aus Familienbesitz durch Herrn Dr. Johann Christian Kissner 1767 als Schenkung an Senckenberg.
Über die Lebensschicksale der auf den beiden nächsten Bildern dargestellten Ärzten, Le Cerf, sind wir etwas besser unterrichtet. Ein in dem Archiv der Stiftung befindlicher, von Senckenberg geschriebener Auszug aus Familienpapieren, schildert in lebhaften Farben die Schwierigkeiten, mit welchen der Vater inv.-No.2o. Peter Le Cerf zu kämpfen hatte, der 1655 zu Caen in der ^/'Normandie geboren, späterhin wegen der Religionswirren als Lutheraner sein Vaterland verlassen mußte, und nach längeren Irrfahrten endlich hier festen Fuß faßte. 1686 wurde er als Arzt hier aufgenommen. Im Jahre 1700 reiste er, nachdem
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