115

kommen der Sammlung und über weitere Einzelheiten keine Auskunft.

Geschichtlich bekannt war, daß beim Tode Senckenbergs außer den vorhandenen Familienporträts 25 Porträts hiesiger Ärzte die Wände des Versammlungssaales schmückten; wen die­selben aber darstellen, wird nicht gesagt und auch die zunächst augestellten Untersuchungen in der Nachlaßaufnahme Sencken­bergs führten zu keinem Ziele.

Dagegen brachten die Durchsicht der Jahres berichte de r Senckenbergischen Stiftung und der Sitzungsprotokolle wenigstens einige Ergebnisse über die spätere Zeit. Nach dem Tode Sencken­bergs waren durch Schenkung und Ankauf 18 Porträts in den Besitz der Stiftung gelangt, ferner aus der Klotzschen Erb­schaft im Jahre 1795: vier. Somit lagen Nachrichten über 46 Bilder vor, wenn wir von den uns bekannten Senckenbergischen Familienbildern absehen.

Eine genaue Durchsicht des Archivs der Stiftung brachte uns dem Kernpunkt der Frage über die Entstehung der Samm­lung etwas näher. Es fand sich eine handschriftliche Aufzeich­nung von der Hand Senckenbergs, in welcher er im Jahre 1745 beginnend den Bestand seiner Ölgemälde und Kupferstiche in diesem Jahre und weiterhin chronologisch den Zuwachs bis zum Jahre 1765 aufgezeichnet hatte. Wir bekommen in dieser Auf­zeichnung Nachrichten über 17 Porträts, von welchen wir aber leider 7 nicht mehr besitzen.

Es sind dies: das Bild seines SöhnchensGerhard, welches Bild im Jahre 1799 gestohlen wurde, ein Miniaturbild seines Bruders Reichshofrat v. Senckenberg, ferner ein Bild, dar­stellend die Herren Johann v. Melem und Hermann Reck­mann, älteren und jüngeren Bürgermeister von Frankfurt im Jahre 1605, welches jetzt im Besitze des historischen Museums ist, das Porträt einer Frau Reckmann, zwei Bilder von Lucas Cr an ach, darstellend Martin Luther und den Theologen Justus Ioan, und das Porträt des Kardinals Anastasius, ein Originalbild Alb recht Dürers. Letztere drei besonders wurden von den zahlreichen Besuchern der Stiftung bei Leb­zeiten Senckenbergs als hervorragend schöne Werke bewundert. Vielleicht haben sie mit anderen Schätzen unserer Stadt um die Wende des Jahrhunderts ihren Weg nach Frankreich gefunden.

8 *