Die Ausschmückung der Hörsäle der Senckenbergischen Stiftung durch Porträts hiesiger Ärzte im vergangenen Herbste hat in weiten Kreisen lebhaftes Interesse erregt und von vielen Seiten den Wunsch wachgerufen, Nachrichten über die Entstehung dieser sowohl für die Kunstgeschichte wie für die der ärztlichen Geschichte unserer Stadt so wertvollen und bedeutsamen Sammlung zu erhalten. Daß die Erfüllung dieses Wunsches erst jetzt möglich geworden ist, lag in den Schwierigkeiten die erforderlichen genauen biographischen Nachrichten zu erhalten und in historischer Beziehung in dem Fehlen jeglicher Angaben über die Entstehung des größten Teils dieser Sammlung.
Als im vergangenen Jahre dieses Gebäude einem Umbaue und einer umfassenderen inneren Reparatur unterworfen wurde, mußten die Bilder, welche seit der Erbauung des Hauses im Jahre 1867 die Räume der Bibliothek schmückten, von den AVänden abgenommen werden. Manche von ihnen zeigten stärkere Beschädigungen, fast alle waren reparaturbedürftig.
Die Administration der Senckenbergischen Stiftung beschloß bei dieser Gelegenheit, wohlbewußt des historischen und zum Teil auch hohen künstlerischen Wertes der Bildersammlung, nicht nur die in der Bibliothek befindlichen, sondern die sämtlichen vorhandenen Bilder einer genauen Prüfung zu unterziehen.
’) Vortrag, gehalten den 23. April 1898, zu welchem von seiten der Dr. Senckenbergischen Stiftungsadministration die Porträtsammlung im großen Hörsaale des Bibliotheksgebäudes aufgestellt war.
8