ZUR EINFÜHRUNG
Die Sammlung von Gemälden und Stichen, aus der eine Auswahl zur Schau gestellt wird, ist von dem Gründer der Stiftung, Johann Christian Senckenberg selbst begonnen worden.
Dr. J. C. Senckenberg, geboren 1707, gestorben 1772, war Sohn eines Frankfurter Arztes. Er hat selbst von 1732 bis zu seinem Tode in Frankfurt ärztliche Tätigkeit ausgeübt. Durch eigenen Fleiß und persönliche Anspruchslosigkeit, sowie durch Fleirat ist er zu Wohlstand gelangt. Innere Frömmigkeit bestimmte ihn frühzeitig, Hilfsbedürftige an seinen irdischen Gütern teilnehmen zu lassen. Nachdem er durch den frühen Tod seiner drei Gattinnen und seiner beiden Kinder einsam und der Sorge für Angehörige ledig geworden war, verdichteten sich seine Absichten der Nächstenhilfe zu dem großzügigen Plane, mit seinem ganzen Vermögen eine Stiftung zu errichten, die zugleich bedürftigen Kranken und der Wissenschaft dienen sollte. In dem 1763 bekanntgegebenen Stiftungsbriefe wurde als Zweck der Stiftung niedergelegt, daß sie „zum Besten des Vaterlandes in Verbesserung des Medizinalwesens und Versorgung armer Kranker“ bestimmt sei. Dementsprechend sollten, neben der Versorgung der Kranken im Hospitale, in den wissenschaftlichen Instituten für Anatomie, Botanik und Chemie die Forschung gepflegt und ihre Ergebnisse den Ärzten der Stadt zur Weiterbildung ihres Wissens zugänglich gemacht werden. Den Ärzten Frankfurts, an erster Stelle dem Collegium medicum bei der Stiftung, das aus höchstens zwölf evangelischen Ärzten bestehen sollte, richtete der Stifter in seinem Hause eine Bibliothek und einen Versammlungsraum ein, in dem das Collegium „alle Monate wenigstens einmahl ordentlich Zusammenkommen und gemeinschaftlich überlegen sollte, was zu besserer Ausübung der hiesigen Gesundheitspflege und Versorgung armer Kranken erforderlich seyn mögte.“
Jenen Versammlungsraum hat Senckenberg selbst schon mit Familienbildern und den Gemälden hiesiger Ärzte ausgeschmückt. Wir wissen aus seinen Aufzeichnungen, daß ihn hierbei der Gedanke leitete, in dem einzelnen verdienten Arzte die Heilkunst und die Vaterstadt gleichzeitig zu ehren. Von dieser Absicht geführt, hat Senckenberg die Bilder Frankfurter Ärzte und Gelehrten aus seiner und aus früherer Zeit selbst gesammelt; auch wurden ihm für seine Zwecke Gemälde von Freunden geschenkt, so daß bei seinem Tode außer den Familienbildern bereits 25 Ärztebilder den Sitzungssaal zierten.
Nach dem Tode des Stifters blieb der Gedanke lebendig, einem verdienten Arzte durch Einreihung seines Bildes in die Sammlung der Stiftung ein ehrendes Denkmal zu setzen. Nachdem sich dann aus dem Collegium medicum der Ärztliche Verein zu Frankfurt a. M. entwickelt hatte, und nachdem mit dem Anwachsen des letzteren die Versammlungen in dem 1867 entstan-
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