Wer hört Rundfunk in Deutschland?
Die berufliche und soziale Gliederung der Rundfunkteilnehmer
Aus den Stammkarten der Rundfunkteilnehmer ist durch die Deutsche Reichspost am 1. Oktober 1934 die berufliche und soziale Schichtung der deutschen Hörer festgestellt worden, die nachstehend einer eingehenden statistischen Auswertung unterzogen werden soll. Hiermit wird für den Rundfunk eine genaue Untersuchung der sozial-wirtschaftlichen Struktur seiner Hörerschaft vorgenommen. Funkindustrie und Funkbandel erhalten wertvolle Hinweise für den Rundfunk- geräte-Absatzmarkt. Es werden diejenigen Berufsgruppen aufgezeigt, die bei sachgemäßer Werbung vornehmlich als Abnehmer in Frage kommen.
Gliederung der Rundfunkteilnehmer nach Wirtschaftszweigen.
Wirtschaftszweig oder
Zahl de> RF-Teil-
vH der Gesamtzahl
Beruf
nehmer
1934
1934
1930“
1927*
Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht, Forstwirtschaft und Fischerei.
455 493
8.17
6.0
4.2
Industrie und Handwerk . .
2 107 585
37.81
37.8
33.7
Handel und Verkehr . . .
I 484 291
26.63
28.9
30.8
Verwaltung, Heerwesen, Kirche, freie Berufe . . .
651 667
11.69
12.0
14.4
Gesundheitswesen u. hygienische Gewerbe, Wohlfahrtspflege .
175 325
3.15
3.3
3.9
Häusliche Dienste und Erwerbstätigkeit ohne feste Stellung oder ohne Angabe der Betriebszugehörigkeit .
193 444
3.47
3.1
4.0
Ohne Beruf und Berufsangabe .
506 196
9.08
8.9
9.0
Deutsches Reich.
5 574 001
100.0
foo.o
100.0
*) ohne Bayern.
Gegenüber den Verteilungsverhältnissen bei früheren Erhebungen ist festzustellen, daß seit 1927 der Anteil der Hörer aus „Land- und Forstwirtschaft“ von 4,2 v. H. auf 8,2 v. H. angewachsen ist. Im übrigen ist die Rangordnung der Wirtschaftszweige — wenn man von den kleinen Schwankungen zwischen den Gruppen „Häusliche Dienste“ und „Gesundheitswesen“ absieht — die gleiche geblieben. Ein Vergleich mit der Gliederung der Reichsbevölkerung zeigt wesentliche Abweichungen.
Den größten Unterschied im relativen Gewicht weist die Landwirtschaft auf. Der Anteil der landwirtschaftlichen Bevölkerung im Rahmen der Gesamtbevölkerung beträgt 21 v. H.; er ist demnach bedeutend höher als der Anteil der landwirtschaftlichen Hörer an der Gesamtteilnehmerzahl (8,17 v. H ). Allerdings ist hier zu berücksichtigen, daß die Familien auf dem Lande weit stärker sind als bei der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung.
Mit fast gleich großen Anteilen erscheint bei beiden Gruppierungen die Berufsgruppe „Industrie und Handwerk“; mit anderen Worten die Rundfunkbeteiligung entspricht hier ungefähr dem allgemeinen Sättigungsgrad.
Wenn das Gewicht der „berufslosen Hörer“ schwächer ausfällt als das der „berufslosen Bevölkerung“, so liegt dies wohl in wirtschaftlichen Ursachen begründet. Diese Schicht setzt sich hauptsächlich aus Rentenempfängern, Pensionären, Witwen, Alleinstehenden, vom eigenen Vermögen oder von Unterstützung lebenden alten Personen
zusammen. Zu einem gewissen Teil dürfte sich dieses Uebergewicht auch auf die Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung zurückführen lassen, z. B. auf die starke Bevölkerungszunahme in den älteren Jahrgängen.
Bei der Gruppe „Oeffentliche Dienste“ ist der v.-H.-Satz der Hörer doppelt so groß als der v.-H - Satz der Gesamtbevölkerung. Auch die Gruppe „Handel und Verkehr“ schneidet bei den Hörern weit besser ab als bei der Gliederung der Bevölkerung. Das gleiche gilt für die in häuslichen Diensten stehenden Hörer, vor allem infolge der geringen absoluten Zahl ihrer Angehörigen.
Neben diesem Vergleich der Verteilungsverhältnisse von Hörern und Bevölkerung ist noch die Rundfunkdichte in den einzelnen Wirtschaftszweigen aufschlußreich. Bringt man die Reichsbevölkerung der einzelnen Berufsgruppen zu ihrer Hörerzahl in ein bezügliches Verhältnis, so ergeben sich folgende Rundfunksättigungsgrade:
Wirtschaftszweige:
Von 100 Personen hören Rundfunk:
Land- und Forstwirtschaft ....
3.3
Industrie u. Handwerk.
9.4
Handel und Verkehr.
13.5
Oeffentliche Dienste und private Dienstleistungen .
16.3
Häusliche Dienste.
1.5
Berufslose Selbständige.
5.7
Insgesamt.
8.5 (Reichsmitte))
Die Beteiligung am Rundfunk kann nur für die Berufsgruppen „Oeffentliche Dienste und Private Dienstleistungen“ sowie für „Handel und Verkehr“ als gut bezeichnet werden. In allen anderen Berufsschichten ist sie geringer als im Reichsmittel. In genauerer Weise wird hier noch einmal die geringe Durchsetzung mit Rundfunkteilnehmern in der „Land- und Forstwirtschaft“ bestätigt. Es handelt sich hier, wie bereits gezeigt, um die zweitgrößte Berufsgruppe des deutschen Volkes, deshalb sind hier für den Rundfunk nach wie vor noch große Ausbreitungsmöglichkeiten gegeben.
Das Gegengewicht muß geerdet werden!
Von Hans W. KLOP, Dortmund.
In manchen Gegenden ist die Erde derart durch elektrische Störungen verseucht, daß es fast unmöglich ist, das Radiogerät an die Erdleitung anzuschließen, ohne die Güte des Empfangs wesentlich herabzusetzen. In derartigen Fällen hilft man sich erfahrungsgemäß durch die Benutzung eines Gegengewichtes an Stelle der Erdleitung. Unter einem Gegengewicht versteht man gewissermaßen eine zweite Antenne, die natürlich vollkommen getrennt und isoliert von der eigentlichen Hochantenne (Empfangsantenne) angebracht und verlegt worden ist. Die Länge des Gegengewichtes soll etwa der Größe der Empfangsantenne entsprechen und am besten auch unterhalb der Empfangsantenne angebracht werden.
Jedem Rundfunkhörer ist es natürlich bekannt, daß eine Außenantenne bei Nichtgebrauch und Gewittergefahr geerdet werden muß, sofern sie nicht ohnehin mit einem automatischen Ueber- spannungsschutz (einem sogenannten Blitzschutz) versehen ist. Wenn man nun zur Benutzung eines Gegengewichtes gezwungen ist, so muß dieses natürlich auch genau wie die eigentliche Empfangs*
Soziale Gliederung.
Neben der Auszählung aller Hörer nach Wirt- schaftszweigen wurde noch eine Auszählung nach der sozialen Schichtung vorgenommen. Als Merk- mal für die soziale Zugehörigkeit wurde die Stellung im Beruf als maßgebend angenommen. Hierbei wurden vollkommen eindeutige Gruppen gewonnen, wie z. B. die der Arbeiter, der Beamten und der Angestellten. Nach dem Hauptergebnis verteilen sich die deutschen Hörer auf die sozialen Gruppen wie folgt:
Stellung im Beruf
Zahl der RF-Tell-
vH der Gesamtzahl
nehmer
1934
1934
1930*
1927*
Betriebe.
Selbständige Erwerbstätige . Beamte, Militärpersonen,
185172
l 501 886
3.32
26.94
} 30.0
} 28.2
Lehrer.
779 658
13.99
13.5
18.1
Angestellte.
1 008 865
18.10
22.0
22.2
Arbeiter .
1 592 224
28.57
25.6
22.5
Ohne Beruf.
506 196
9.08
8.9
9.0
Insgesamt.
5 574 001
100.0
100.0
100.0
*) ohne Bayern.
Heber 30 Prozent aller Hörer sind selbständige Erwerbstätige oder Betriebe. Erst die zweitgrößte Hörer-Gruppe bilden die Arbeiter mit rund 29 v. H. Angestellte sind 18 und Beamte 14 unter 100 Hörern. Die kleinste Schicht ist die der berufslosen Hörer mit 9 v. H. In abhängiger Stellung befinden sich, wenn man die Anteile der Arbeiter, Angestellten und Beamten zusammenfaßt, rund 61 v. H. aller Hörer.
Seit 1927 sind bemerkenswerte Veränderungen in der soziologischen Zusammensetzung der deutschen Hörer vor sich gegangen. Die Arbeiter nehmen immer größeren Anteil an den Sendungen des Rundfunks. Während 1927 noch auf 100 Hörer nur 22,5 Arbeiterhörer kamen, treffen heute auf 100 bereits 28,6 Hörer aus dem Arbeiterstande. Auch der Höreranteil der Betriebe und der selbständigen Erwerbstätigen hat sich erhöht. Der Anteil der Beamten und Angestellten ist jedoch zu gleichen Teilen zurückgegangen.
antenne behandelt werden. Das Gegengewicht muß also ebenfalls mit einem Erdungsschalter oder einem sonstigen Blitzschutz versehen werden, da es sich ja praktisch um eine zweite Antenne handelt. Leider muß man oft feststellen, daß die Hörer diesem wichtigen Punkt gar keine Beachtung geschenkt haben. Während die Empfangsantenne ordnungsgemäß bei Gewittergefahr geerdet wird, bleibt das Gegengewicht ruhig am Empfänger angeschlossen. Damit ist natürlich die ganze Blitzschutzeinrichtung illusorisch geworden, denn die atmosphärischen Entladungen können ihren Weg genau so gut über die Gegengewichtsantenne wie über die eigentliche Empfangsantenne nehmen.
Wenn man nicht an beiden Stellen einen Ueber- spannungsschutz verwenden will, bringt man eben zwei Erdungsschalter an. Es empfiehlt sich dann, die beiden Erdungsschalter dicht nebeneinander anzubringen, damit man mit einem Blick die Stellung der beiden Schalter kontrollieren kann. Noch besser ist es, wenn man zwei gleiche Schalter verwendet und dieselben direkt nebeneinander befestigt. Dann versieht man die beiden Schalthebel mit einer Querleiste aus Isoliermaterial, so daß auf diese Weise ein einfacher Doppelschalter entsteht. Mit einer einzigen Handbewegung können dann beide Luftleiter im Bedarfsfälle geerdet werden.
Samstag, 16.November 1955 — Uebriges
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