Die Ordnung und völlige Neuaufstellung der makroskopischen Sammlnngspräparate des Instituts wurde weiter gefördert und dürfte im nächsten Jahre vollendet sein.

Die wissenschaftlichen Arbeiten des Instituts wurden zum größten Teil in der vom Institut heraus­gegebenen Frankfurter Zeitschrift für Pathologie veröffentlicht.

Die Senckenbergische Bibliothek erfuhr abermals eine Steigerung ihrer Benutzung. Die näheren Angaben über Benutzung und Vermehrung der Bücherbestände, sowie die allgemeine Verwaltung befinden sich in dem 3. und 4. Bericht der Senckenbergischen Bibliothek.

Die im vorjährigen Bericht erwähnte städtische Beihülfe führte zum Abschluß eines Vertrages zwischen den an der Bibliothek beteiligten Vereinen, der Stiftung und der Stadt, durch welchen der Stiftung die vom 1. April 1911 ab auf M. 15 000. erhöhte jährliche Beihülfe von M. 10 000. für die Dauer von zehn Jahren vom 1. April 1910 an zugesagt und der Stadt eine Vertretung in der Bibliothekskommission eingeräumt wurde.

Als städtische Vertreter wurden seitens des Magistrats die Herren Professor Dr. Neisser, Direktor des Städtischen Hygienischen Instituts und Geheimer Konsistorialrat Professor Dr. Ebrard, Direktor der Stadtbibliothek ernannt. _

Die botanischen Vorlesungen wurden von Herrn Professor Dr. Möbius im Museum der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft abgehalten und zwar im Sommer 1910 (26. 4. 1. 7. und 5. 8.-23. 9., Dienstags und Donnerstags von 67 Uhr) 34 Vorlesungen über ausgewählte Familien und Systematik der Blütenpflanzen (mit Demonstrationen) und im Winter 1910/11 (1. 11.-17.3. zur gleichen Zeit) 33 Vorlesungen über Kryptogamen (1. Teil, Algen und Pilze mit Demonstrationen). Im Sommer wurde auch ein mikroskopisch-botanisches Praktikum für Anfänger gehalten, Donnerstags von 36 im Laboratorium des Museums (25. 4. 30. 6. und 4. 8. 22. 9. mit 19 Teilnehmern) außerdem fanden acht Exkursionen in die Umgegend statt.

Seit 1. Oktober 1910 ist im botanischen Museum ein Hilfsarbeiter zur Unterstützung für die Arbeiten im Präparieren und Aufstellen der verschiedenen Sammlungen angestellt.

Der neue botanische Garten hat sich günstig entwickelt, doch war es wegen der früher erwähnten Schwierigkeiten leider immer noch nicht möglich, den dringend notwendigen Bau eines neuen Gewächshauses und einer Gärtnerwohnung ausznführen, sodaß die alten Gewächshäuser auf dem Grundstück an der Stiftstraße weiter benutzt werden mußten. _

Im Neurologischen Institut des Herrn Professor Dr. Edinger blieb der Personalbestand der gleiche. Nur hat Herr Dr. Jsenschmied nach Lösung der ihm gestellten Aufgabe der Königlichen Akademie der Wissenschaften das Institut verlassen.

Die Akademie hat den nicht verbrauchten Rest ihrer vorjährigen großen Gabe Herrn Liesegang zur Fortführung seiner Arbeiten über die Silbertechnik bewilligt. Herr Liesegang hat sich seit zirka einem Jahr hiermit im Institute beschäftigt.

Gearbeitet haben 12 Herren, 9 derselben waren aus Deutschland, je einer aus Japan, Rußland, Schottland.

Die Sammlungen bekamen einen beträchtlichen Zuwachs.

Der vergleichenden Sammlung (Dr. Franz) konnten 242 Gehirne verschiedener Vertebraten und 173 Schnittserien von Gehirnen einverleibt werden.

Der pathologischen Abteilung (Professor H. Vogt) gingen 117 Präparate aus dem hiesigen Krankenhaus und verschiedenen auswärtigen Anstalten zu. Auch sie hat ihre Schnittseriensammlung sehr wesentlich vergrößert, namentlich durch komplette Serien von Apraxien und von Kleinhirnatrophien.

Aus beiden Abteilungen sind zahlreiche Arbeiten hervorgegangen.

Frankfurt a. M., den 18. August 1911.

Die Administration der Dr. senckenbergischen Stiftung:

Sanitätsrat Dr. med. Ernst Noediger, Vorsitzender,

Stadtrat Albert von Metzler,

Sanitätsrat Dr. med. Iran; Paerniind,

Professor Dr. med. August Knoblauch,

Dr. med. Heinrich von Mettenheimer,

Alexander Maser,

Wilhelm Kohmer,

Mar von Grunelius.