Das Ausscheiden des Herrn Adolf von Grnnelius, der 22 Jahre der Administration angehörte und sich in verantwortungsvollen Zeiten um die Stiftung in hohem Maße verdient gemacht hat, haben seine Kollegen auf das Lebhafteste bedauert.

An seiner Stelle wurde am 14. Dezember 1910 Herr Max von Grunelius zum Administrator gewählt.

Die Rechnungs-Revision für das Rechnungsjahr 1909/10 wurde am 18. August 1910 durch die Herren Oberbürgermeister Dr. Adickes und Stadtrat Dr. jur. Carl Flesch in Gemeinschaft mit den von der Großherzoglichen Ludwigs-Universität in Gießen abgeordneten Herren Professor E)i\ Biermann, Dekan der juristischen Fakultät und Professor Dr. Garten, Dekan der medizinischen Fakultät, vorgenommen.

Im Bürgerhospital wurden im Berichtsjahre 1283 Patienten mit 32 892 Verpflegungstagen (gegen 984 Patienten mit 29 318 Verpflegungstagen im Jahre 1909/10) sowie ambulatorisch 241 Personen behandelt.

Der Chefarzt der inneren Abteilung, Herr Dr. Bernhard Scholz las im Winter 1910/11 in den, durch den Ortsausschuß des Zentral-Comitss für das ärztliche Fortbildungswesen in Preußen veranstalteten Fortbildungskursen für die Ärzte von Frankfurt a. M. und Umgegend überAusgewählte Kapitel der inneren Medizin im Licht der modernen Literatur."

Der Assistenzarzt der chirurgischen Station, Herr Curt Tschentscher, verließ seine Stelle am

1. April 1910; für ihn trat am gleichen Tage Fräulein Dr. meck. Auguste Hohbaum ein Als Assistenzarzt der medizinischen Station wurde am 1. November 1910 Herr Dr. meck Ludwig Böhm ans Breslau angestellt.

Des Weiteren arbeiteten im Berichtsjahr als Medizinalpraktikanten die Herren Adolf Hinkel, Egmont Hartmann und Heinrich Schad am Bürgerhospital.

Die staatliche Prüfung der in der Krankenpflegeschule des Bürgerhospitals ausgebildeten Schwestern des Evangelischen Diakonievereins Zehlendorf fand vom 25. bis 28. September 1910 und vom 26. bis 29. März 1911 statt. Von den in beiden Kursen geprüften 13 Schülerinnen erhielten sechs die erste und sieben die zweite Zensur.

In dankenswerter Weise veranstaltete Frau Elise Kunz für die Patienten des Bürgerhospitals wieder einen ihrer, bei den Kranken recht beliebt gewordenen Unterhaltungsabende.

Die Weihnachtsbescherung für die Patienten und Pfründner fand am Nachmittage des 23. Dezember 1910, nach vorherigem durch den Stiftsprediger Herrn Professor Dr. Gotthold gehaltenen, feierlichen Gottesdienste, in althergebrachter Weise im Betsaal des Bürgerhospitales statt. Durch Musik- und Gesangsvorträge trugen zur Verschönerung des Festes die Herren Königl. Musikdirektor E. Parlow und R. Knoblauch, sowie die Damen Fräulein Marie Burnitz und Fräulein Leni Reichard in hohem Maße bei. Ihnen, wie auch den Spendern der reichen Gaben, sei an dieser Stelle im Namen der Kranken und Pfründner nochmals herzlichst gedankt.

Im Pathologisch-anatomischen Institut wurden vom Direktor des Instituts, Herrn Professor Dr. Fischer folgende Vorlesungen und Kurse abgehalten:

1. Im Sommer 1910:Ausgewählte Kapitel der Allgemeinen Pathologie",Pathologisch-anatomische Demonstrationen" einmal wöchentlich im Institut.

2. Im Winter 1910/11:Pathologisch-anatomische Demonstrationen" Mittwochs von 78 Uhr im

Institut.

In der Zeit vom 1. April 1910 bis 31. März 1911 sind vom Institut 1184 Sektionen und 675 Untersuchungen ausgeführt worden.

Die ärztlichen Hilfskräfte im vergangenen Jahre waren:

Prosektor: Dr. Meyer.

I. Assistent: Dr. Kolisch, dann Dr. Landau.

II. Assistent: Dr. Bert, dann Oberarzt Dr. Martius.

III. Assistent: Dr. Jonas.

Volontärassistenten: Dr. Landau, Dr. Jonas.

Medizinalpraktikanten: Dr. Arnold.

Ferner arbeiteten im Institut: Geh. Medizinalrat Professor Dr. Quincke, San.-Rat Dr. Auerbach, Professor Dr. Peschel, Dr. Konr. Vömel, Dr. Quickert.

Während der akademischen Ferien arbeiteten eine große Anzahl studierender Herren und Damen im Institut.

Eine wertvolle Erweiterung der Jnstitutstätigkeit ist dadurch erreicht worden, daß Herr Professor Dr. Marx sich bereit fand, die Leitung der bakteriologischen Abteilung zu übernehmen. Es ist infolgedessen jetzt in ausgedehnterem Maße als früher möglich, die Sektionsfälle auch nach der bakteriologischen Seite hin zu bearbeiten.