In der Zeit vom 1. April 1909 bis 31. März 1910 sind vom Institut 1086 Sektionen und 882 Untersuchungen ausgeführt worden.
Die Untersuchungen von Auswurf auf Tuberkelbazillen wurde im Wege der Vereinbarung dem Städtischen Hygienischen Institut überlassen. Hieraus erklärt sich der anscheinende Rückgang der Zahl der Untersuchungen. Diese Änderung erfolgte im Interesse der Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten des Instituts.
Die ärztlichen Hilfskräfte im vergangenen Jahre waren:
Prosektor: Dr. Meier.
I. Assistent: Stabsarzt Dr. Betke.
II. Assistent: Dr. Conradi, dann Dr. Blüthe, dann Dr. Kolisch.
III. Assistent: Dr. Wälder, dann Dr. Bert.
Volontärassistenten: Fräulein Dr. Bascho, Stabsarzt Dr. Kudicke, Dr. Geckler, Dr. Landau.
Medizinalpraktikanten: Dr. Beer, Dr. Herxheimer, Dr. Bert, Dr. Sippel.
Ferner arbeiteten im Institut: Geh. Medizinalrat Professor Dr. Quincke, San.-Rat Dr. Selig mann, San.-Rat Dr. Auerbach, Professor Dr. Peschel, Dr. Steffen, Oberstabsarzt Dr. Pust und die Tierärzte: Dr. Jäger, Dr. Sturm, Dr. Wißkirchen, Dr. Strauß.
Während der akademischen Ferien arbeiteten ferner eine große Anzahl studierender Herren und Damen und eine Künstlerin im Institut.
Am 1. Oktober 1909 verstarb nach langem schweren Leiden der langjährige Präparator des Instituts, Herr Franz Ivos im 40. Lebensjahre. In ihm hat das Institut einen ganz besonders treuen und tüchtigen Mitarbeiter verloren.
Die Senckenbergische Bibliothek erfuhr abermals eine Steigerung ihrer Benutzung. Die näheren Angaben über Benutzung und Vermehrung ihrer Bücherbestände befinden sich in dem demnächst zu veröffentlichenden dritten Bericht der Senckenbergischen Bibliothek.
Von erheblicher Bedeutung für die Bibliothek ist die von den städtischen Behörden für das nächste Rechnungsjahr bewilligte Beihilfe von M. 10,000.—, welche dazu geführt hat, das bei Gründung der Bibliothek mit der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, dem Physikalischen Verein, dem Verein für Geographie und Statistik und dem Ärztlichen Verein getroffene Abkommen über die Vereinigung der Bücherbestände zu , erneuern und dadurch den Fortbestand der Bibliothek dauernd zu sichern.
• An der ersten Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung im Jahre 1909 beteiligte sich die Sencken-
Ebergische Bibliothek durch die Organisation der Historischen Abteilung; im Verein mit Herrn Dr. Liebmann gab der Bibliothekar Herr Dr. Wahl einen gedruckten Führer durch diese Abteilung heraus.
Für die am 1. Februar 1910 ausgeschiedene bibliothekarische Hilfsarbeiterin Fräulein Michaelis trat Fräulein Oppenheimer aus Frankfurt a. M. in den Dienst der Bibliothek. Fräulein Hanna Wohlfahrt stand vom 1. Januar 1910 ab als freiwillige Hilfsarbeiterin im Dienst der Bibliothek. Daneben waren drei Damen zu ihrer Ausbildung als Volontärinnen für den mittleren Bibliothekdienst tätig.
Die Vorlesungen des botanischen Instituts wurden von Herrn Professor Möbius abgehalten und zwar im Sommer 1909 (7. 5. — 2. 7. und 3. 8. — 17. 9) 30 Vorlesungen über „Ernährungsphysiologie der Pflanzen" (mit Experimenten und Demonstrationen) Dienstag und Freitag von 6—7 Uhr, im Winter 1909/10 (26. 10. — 18. 3.) 39 Vorlesungen über „Pflanzengeographie oder Beschreibung der Pflanzenwelt in den verschiedenen Ländern" (mit Lichtbildern und Demonstrationen) ebenfalls Dienstag und Freitag von 6—7 Uhr. Im Sommer 1909 (6. 5. — 1. 7. und 3. 8. — 23. 9. 1909) wurde auch ein botanisch-mikroskopisches Praktikum für Geübtere Donnerstags von 3—6 Uhr abgehalten, und außerdem fanden 8 botanische Exkursionen Samstag nachmittags statt.
Der neue botanische Garten hat sich günstig entwickelt, doch war es wegen der früher erwähnten Schwierigkeiten leider immer noch nicht möglich, den dringend notwendigen Bau eines neuen Gewächshauses und einer Gärtnerwohnung auszusühren, sodaß die alten Gewächshäuser auf dem Grundstück an der Stiftstraße weiter benutzt werden mußten.
Im Neurologischen Institut des Herrn Professor Edinger haben einige Änderungen des Personalbestandes stattgefunden. Der Abteilungsvorsteher für Änatomie, Herr Dr. Röthig, ist ausgeschieden, die Stelle ist erst Anfang 1910 durch Herrn Dr. Franz neu besetzt worden. Dem Abteilungsvorsteher für Pathologie, Herrn Dr. Vogt, wurde der Professortitel verliehen. Die beiden Fräulein Meyer fungierten wie bisher weiter. Am 17. Mai 1909 überwies die Königl. Preußische Akademie der Wissenschaften M. 3,000.— zur Lösung einer bestimmten Aufgabe, und für diese Arbeit wurde Herr Dr. Jsenschmid aus Bern als Assistent angestellt.
Gearbeitet haben 26 Herren. Aus Deutschland 16, Österreich 2, Italien 3, Dänemark l, Amerika 2, England 1, Rußland 1. Davon waren Psychiatiker 5, Änatomen und Zoologen 6, Ärzte 4, Physiologen, , Chirurgen, Chemiker je 1 und Studierende 8.