Wie in den Vorjahren hielt Herr Dr. Streng im Winterhalbjahr 1908/09 einen Fortbildungskursus für Ärzte ab.

Im letzten Winterhalbjahr wurden einige, von Frau Else Kunz hier, arrangierte Unterhaltungs- Abende, musikalischen und deklamatorischen Inhalts abgehalten, die sich einer lebhaften Beteiligung seitens der Patienten erfreuten. Allen Mitwirkenden sei hierdurch im Namen der Patienten nochmals herzlichster Dank abgestattet.

Von den Insassen, der mit dem Bürgerhospital vereinigten Pfründner-Stiftungen sind verstorben: Pfründner Julius Staudt der Gräffendeich - Stiftung am 24.9.08, Pfründner Gerhard Kapp der Brönner-Stiftung am 30. 9. 08 und Pfründner Jakob Krauth derselben Stiftung am 11. 10. 08.

Die für die Patienten und Pfründner am 23. Dezember v- I. im Betsale des Bürgerhospitales ab­gehaltene Weihnachtsfeier mit anschließender Bescheerung verlief in althergebrachter erhebender Weise.

Allen Spendern und auch der Konzertsängerin Frau Anna Kämpsert, sowie dem Königlichen Musikdirektor Herrn E. P.artow und Herrn Robert Knoblauch, welche in entgegenkommendster Weise die Feier durch Gesangs- und Musik-Vorträge verschönern halfen, sei an dieser Stelle im Namen der Patienten und Pfründner nochmals innigst gedankt.

Die Übernahme des neuen Anatomie-Gebäudes von der Stadt, welche die Bauausführung übernommen, konnte der Krankheit des verstorbenen Herrn Professors Albrecht wegen, erst am 2. Juli 1908 stattfinden. Zu der Feier waren Vertreter der Königlichen Regierung, der Stadt, des ärztlichen Vereins, der Kranken­anstalten Frankfurts sowie Freunde und Gönner der Stiftung geladen.

Als Direktor des pathologisch-anatomischen Instituts, wurde zum 1. November 1908 der Privatdozent Herr Professor Dr. Bernhard Fischer aus Köln berufen. Bis zu dessen Dienstantritt wurde vom 1. Juli 1908 ab der 1. Assistent des Instituts, Herr Dr. Edgar Goldschmidt mit der Leitung des In­stituts beauftragt. Ihm ist das Institut für die vortreffliche Führung der Direktorialgeschäfte bis zum 1. November 1908 zu besonderem Danke verpflichtet.

Das Hospital zum heiligen Geist erhöhte vom 1. Januar 1909 ab den jährlichen Beitrag zum Ge­halte des Direktors der Anatomie von M. 500. auf M. 900..

In der Zeit vom 1. Juli 1908 bis 31. März 1909 wurden am Institut 935 Sektionen und 825 Unter­suchungen ausgeführt.

Als erster Assistent arbeitete am Institut bis 1. November 1908 Herr Dr. Edg. Goldschmidt; nach seinem Ausscheiden Herr Oberarzt Dr. Betke. Als zweiter Assistent fungierte Herr Dr. K. Lennhosf aus Lüdenscheid vom 1. Juli 1908 bis 31. März 1909. Als dritte und Volontär-Assistenten arbeiteten während desselben Zeitraumes die Herren Dr. E. Conradi, Dr. A. Wälder, Dr. Ge kl er, Dr. Sonnen­berg, Dr. Drap er und Frl. Dr. Bascho; als Medizinal-Praktikanten die Herren Dr. Wälder und Dr. Beer aus Berlin.

Ferner arbeiteten im Institut die Herren: Geh. Rat Prof. Dr. Quincke, San.-Rat Dr. Selig- mann, Dr. Scheffen, San.-Rat Dr. Auerbach, Prof. Dr. Peschel, Dr. Jaeger, Sturm und Wißkirchen.

An Studierenden arbeiteten während der Ferien nachstehende Herren: Flesch, Stahl, Eaton, Laquer, Zeiß, Poensgen, Freund, Frensdorf, Meyer, Binswanger, Neubürger, Brach, Rosenberg, Baunach, Neumann, Zimmern, Thilenius, Nußbaum, Bachrach, Edinger, Plaut, Rotschild, Schultheiß, Federlein.

Neu angestellt wurde Frl. v. Flammerdinghe am 1. Juli 1908 als technische Assistentin. Zur Entlastung des Stenographen wurde eine zweite Stelle für Erledigung der Schreibarbeiten geschaffen.