Lünfundsiebenzigste Nachricht

von dem

Fortgang und'Anwachs

der

vr. Senckenbergischen Stiftung

zum Besten der

Arzneikunde und Arunkenpflege

vom 1. Juli 1908 bis 31. Mär; 1909.

^ie Rechnungs - Revision für das Rechnungsjahr 1907/08 wurde am 18. August 1908 durch die Herren Oberbürgermeister Dr. Adickes und Stadtrat Dr. jur. Carl Flesch in Gemeinschaft mit den von der Großherzoglichen Ludwigs-Universität in Gießen abgeordneten Herren Geheimer Justizrat Professor Dr. Schmidt, Dekan der juristischen Fakultät und Professor Dr. Leukert, Dekan der medizinischen Fakultät, vorgenommen.

Um die Abrechnung mit den Krankenkassen und Kommunalverbänden sowie die Errichtung der Bilanz zu erleichtern, hat die Administration beschlossen, das Rechnungsjahr der Stiftung vom 1. April 1909 ab auf die Zeit vom 1. April bis 31. März zu verlegen und in entsprechenden Zeitabschnitten über den Fortgang und Anwachs der Stiftung öffentlich zu berichten.

Als Delegierte zum Armenamt wurden für 1909 Herr Dr. meä. Heinrich von Mettenheimer und als Stellvertreter Herr Sanitätsrat Dr. mecl. Franz Baerwind gewählt.

Im verflossenen Berichtsjahre wurde dem Bürgerhospital die Ehre zuteil von Ihren Königlichen Hoheiten der Prinzessin Friedri ch-Carl und der Kronprinzessin von Griechenland besichtigt zu werden.

Eine weitere Besichtigung durch den Herrn Oberpräsidenten Hengsberg aus Cassel und dem Herrn Polizei-Präsidenten von hier, fand am 13. November 1908 statt.

Der Assistenzarzt der chirurgischen Station, Herr Dr. Paul Wagner, verließ seine Stelle am 1. Februar 1909; für ihn trat am gleichen Tage, der bereits seit 1. Oktober 1908 am Bürgerhospital arbei­tende Medizinal-Praktikant Herr Ernst Bamberger ein.

Im Bürgerhospital wurden im diesjährigen 3 /4 Berichtsjahre (1. Juli 1908 bis 31. März 1909) 775 Patienten, einschließlich 79 vom Vorjahre im Bestände verbliebenen, mit 22,505 Verpflegungstagen behandelt. Im Jahre 1907/08 wurden 793 Patienten mit 23,659 Verpflegungstagen behandelt.

Ambulatorisch wurden 152 Personen behandelt.