Ferner starb am 10. April 1907 Herr Carl Klotz, der früher jahrelang ein eifriges, sehr verdientes Mitglied der Administration gewesen war.

An Stelle des am 18. Dezember 1906 aus dem Amte geschiedenen Herrn Bürgermeister Dr. Barren - trapp wurde Herr Stadtrat Dr. jur. Flesch von dem Magistrat beauftragt die jährliche Revision der Stiftung/ J vorzunehmen.

Tie Rechnungsrevision für das Geschäftsjahr 1905,06 wurde am 18. August 1906 durch Herrn Ober­bürgermeister Dr. Franz Adickes, Jnstizrat Dr. Fritz Friedleben, Borsitzend^/ der Stadtverordneten- / Versammlung, in Gemeinschaft mit den von der Großherzoglich Hessischen Landes-Universität Gießen hierzu abgeordneten Delegierten Herrn Professor Dr. jur. Mittermaier, Dekan der juristischen Fakultät und des Herrn Professor Di. Sommer, als Vertreter der medizinischen Fakultät vvrgenvnimen.

Zum Waisen- und Armen-Amt wurden pro 1907 die Herren Sanitütsräte Dr. mell. Ernst Roediger und Franz Baerwind abgevrdnet.

Assistenzärzte sind im Geschäftsjahr 1906,07 am Bürgerhospital angestellt gewesen:

1. Dr. Binder bis 18. August 1006.

2. Dr.^ixis bis 31. Januar 1907.

3. Dr. Engel bis 31. Mai 1007.

4. Dr. Schaum seit 5. Februar 1907.

5. Dr. Hommerich seit 1. Juui 1907.

Wahrend des vergangenen Jahres waren auf der inneren Abteilung des Bürgerhospitals zwei junge Ärzte als Medizinalpraktikanten in Ausübung eines Teils des vorgeschriebenen praktischen Jahres tätig; ferner 5 Kandidaten der Medizin während der Universitäts-Ferien. Ein praktischer Arzt aus der Umgebung Frankfurts beteiligte sich Studien halber 2 Monate lang an den laufenden ärztlichen Arbeiten.

Wie auch in den Vorjahren hielt Herr Dr. Streng im Winter 1906,7 wieder einen Fortbildungs- Kursus für Ärzte ab.

Im Bärgerhvspital wurden vom 1. Juli 1906 bis 30. Juni 1907 mit Einschluß von 75, vom Vor­jahre in Pflege verbliebenen, 061 Patienten -mit 29 517 Verpflegungstagen verpflegt, gegen 1022 Patienten mit 30 062 Verpflegungstagen im Vorjahre. Ambulatorisch wurden 583 Personen behandelt.

Von den Insassen der mit dem Bürgerhospital vereinigten Pfründner-Stiftungen sind im verflossenen Jahre die Pfründner Johann Georg Eribe, der Brönner - Stiftung und Daniel Peter Stock, der Kröger- Stiftung verstorben. Ausgetreten ist dkr Pfründner Bo pp der Gräffendeich-Stiftung.

In dem pathologisch-anatomischen Institut arbeiteten außer 8 hiesigen, 4 auswärtige Ärzte, darunter 3 aus Deutschland, 1 aus Indien. Unter den auswärtigen Ärzten befand sich Privat-Dozent Dr. Hecker und Dr. Hnns Al brecht aus München.

Es wurden für hiesige Hospitäler 1111 Sektionen ausgeführt, sowie für Ärzte in Frankfurt und Umgebung 1602 mikroskopische Untersuchungen. Die Zahl der Sektionen hat gegen das Vorjahr um 16 zugenommeu; die Zahl der mikroskopischen Untersuchungen sind 121 mehr geworden.

Dem verdienstvollen Forscher, Herrn Dr. med. Eugen Albrecht, Direktor des pathologisch-ana­tomischen Instituts, wurde der TitelProfessor" verliehen.

Vorlesungen hielt derselbe im Svmmerhalbjahr 1907 an 10 Abenden überAllgemeine Pathologie der Zelle mit angeschlossenen pathologisch-anatomischen Demonstrationen."

Als Assistenten bezw. Volontär-Assistenten fungierten im verflossenen Jahre die Herren Dr. Friederichs aus Breslau, Dr. Wislicenus aus Friedenau b. Berlin, Dr. Brenner aus Frankfurt a. M., der Oberarzt vom Füs.-Regt. 80, Dr. Bvit aus Wiesbaden. Dr. Jacvbsthal aus Straßburg, Dr. Hommerich aus Ober-Ursel, Dr. Goldschmidt aus Frankfurt a. M., Dr. Lange aus Lodz in Rußland und Dr. Hirt aus Mannheim.

Als Medizinalpraktikanten arbeiteten: Herr Ernst Sonneberg aus Frankfurt, E. A. Oppenheim aus Berlin und Wilh. Schmeel aus Darmstadt. Als Studenten waren in den Ferien beschäftigt: Herr Brötz aus Marburg, Herr Meyer, Edinger, Hirschberg, Simmonds aus Frankfurt und Frl. Albrecht aus München. Ferner wurden die Gehalts-Verhältnisse der Assistenten neu geregelt und eine zweite besoldete Assistentenstelle geschaffen.

Durch Erlaß des Kultusministers vom 23. Juni 1906 ist dem pathologisch-anatomischen Institut die Genehmigung zur Annahme eines Medizinal-Praktikanten erteilt.