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berg ausgegaugen ist. Es wäre eine schöne Aufgabe für die Stiftung, die im Jahre 1913, im Jubeljahre der glücklich be­endeten Befreiungskriege und auch der Entstehung des neuzeit­lichen Frankfurt, die Feier ihres hundertundfüufzigjährigen Be­stehens begehen darf, wenn sie bei diesem Anlaß eine Biographie Senckenbergs und eine Geschichte seiner Stiftung und der mit ihr in Zusammenhang stehenden Vereinigungen veröffentlichen wollte. Mit einem solchen Werk, zu dem ein reicher und interes­santer Stoff vorliegt, würde nicht nur eine Ehrenpflicht gegen das Andenken des Stifters erfüllt; es könnte, wenn die Aufzeich­nungen Senckenbergs selbst und das übrige Material ausgiebig benutzt werden, ein höchst wertvoller Beitrag zur Geschichte unserer Stadt und ihrer geistigen Arbeit werden. *)

In der langen Reihe der Frankfurter Bürger, die ihr Ver­mögen gemeinnützigen Zwecken gewidmet haben, ragt die Per­sönlichkeit Senckenbergs weit hervor, nicht nur weil er der erste Stifter für wissenschaftliche, für ideale Zwecke geworden ist, vor allem, weil er, den Anschauungen seiner Zeit weit vorauseilend, nur in einer großen Stiftung die Möglichkeit er­kannte, die gesamte Naturkunde und damit die Heilkunde, die irdische Wohlfahrt seiner Mitbürger zu fördern. Sein Beispiel hat Schule gemacht: die nächste größere Stiftung zu idealen Zwecken, Städels Institut, ist wieder mit einem ganzen, großen Vermögen errichtet worden; es war zehnmal so groß als die Mittel Senckenbergs, und seine Widmung für die Pflege der Kunst hat auf die Zeitgenossen gewirkt wie etwa heute die gewaltigen Stiftungen amerikanischer Milliardäre. An innerer Bedeutung aber, an gemeinnütziger Wirksamkeit ist die ältere

*) Das fleißige Werk Kriegks (Die Brüder Senckenberg, Frankfurt 1869) bat das vorhandene reiche Material weder für die Lebensbeschreibung des Stifters noch für die Anfänge seiner Stiftung und noch weniger für die poli­tische und geistige Geschichte Frankfurts um die Mitte des 18. Jahrhunderts ausschöpfen können und wollen, so sehr der Verfasser auch bemüht war, Senckenberg aus der Mitte seiner Zeit und seiner Zeitgenossen hervortreten zu lassen. Die vorstehenden Ausführungen haben sich nicht die Aufgabe gestellt, Kriegk zu berichtigen und zu ergänzen, wenn sie sich auch mehr­fach auf ein von Kriegk nicht verwertetes Material und auf eigene Forschung stützen; sie konnten im Rahmen eines einstündigen Vortrages kaum mehr als eine Zusammenfassung in großen und groben Zügen geben. Auf nähere Quellen- und Literaturnachweise darf hier verzichtet werden.