<21.3.1763>
d<ie>
lunae21. Martii 1763.
Elapsa nocte* da meine Mägde
waren
aufgeblieben, alß
die eine so sich überessen nicht
wohl war von
Vomitu,*
sine dubio* von frischen brot
so sie
zuviel geessen
hörte sie daß vicinus
meus* in v Reineck. hauß
Dr. et Advoc. Seyfried*
cum uxore* von 2
uhr
da sie gewohnt tief in
die Nacht zu sitzen
biß nach 3 Uhr
greulich
gezanckt; Sie weinte
sehr, sagte er habe ihr das
ihre
verthan. Er
nannte sie Madame, sagte
da sie nun 9 Jahr in der Ehe,
v. er 2000 fl haben sollen,
v. von ihrem Vatter nur
500 bekommen, wolle er
sich
scheiden lassen, Madame
könne gehen wann sie
wolle.*
| :
das war den Hausfrieden
gebrochen auf das
gestern begangene
Friedensfest : |
die Finantzen stehen schlecht
v. wie ich höre treibt
Dr.
[Editorische Anmerkungen]
* Vergangene Nacht
* Erbrechen
* ohne Zweifel
* mein Nachbar
* Wilhelm Philipp Seyfried (1728-1781), Dr. jur., seit 1749 als Advocat in Frankfurt/Main (Quelle: Frankfurter Juristen, S. 191)
* mit seiner Frau
* (am linken Rand:) uxoris fratres (die Brüder der Frau) haben vieles [voraus] bekommen. Er v. Sie nichts.