<16.3.1763>

d<ie> Mercurii16. April Mart<ii> 1763

Da gestern die Wahl eines

Stadtschreibers auf den jungen

Hofmann filium ante-

cessoris* fiel

dachte der an asthmate

krancke Dr Selig,*

den Moguntini* den

unseligen Selig

genannt,*

war ein Soffer

Hurer

Spieler

faul v. ein bettler

so er etwas that

hielt er gleich

die Hand offen

um was zu haben

v. Dr Selig darum ohne

Kugelung supplicirt

v. Moors consul senior*

die Schöffen 8 tage in Saal

behalten v. nicht verlassen lassen

den neveu Hoffmann

zu velificiren*

it<em>* sagte vor 30 jahren wäre

er Stadtschreiber worden,* er sey

aber mit einer Deputation

damahl zu Wertheim ge-

wesen, v. inzwischen habe

Hoffmann diese Stelle



[Editorische Anmerkungen]

* den Sohn des Vorgängers ( Friedrich Reinhard Hofmann (1721-1780), Sohn von Christian Sigismund H.; 1763 Stadtschreiber in Frankfurt/Main; 1766 Syndicus (Quelle: Frankfurter Juristen, S. 83))

* Evtl. Johann Adolf Seelig (1696-1763), 1726 Ratsschreiber in Frankfurt (Quelle: Frankfurter Juristen, S. 184 f.)

* die Mainzer

* (am linken Rand:)

hat nicht selig gelebt, so stirbt

er auch nicht selig. nomine selig non re (dem Namen nach selig, nicht der Realität nach)

* der Ältere Bürgermeister

* Von Lateinisch "velificare": die Segel spannen, durchsegeln

* ebenso

* (am linken Rand:) man habe es ihm versprochen