<1.2.1763>
d<ie>
Martis 1 febr<uarii>
1763
Philipp Carl Bauer v Eiseneck
scabini
frater* im
[?digen]
hauß, hat 2 Söhne so
Unterofficiers unter der
Garnison, kleine Krüppel
zum
[Lehen]
die muß weil sie land-
bürger sind, die stadt
ernähren ob sie schon untaug-
lich zu dienst.
at mos est apud
nos
nutriendi asinos
[bourgium]
saepe in senatu
stipendiis,* quos mino-
ris habere possemus
multo.*
Vor solche s. v. adeliche
bleiben nichts alß hof- v.
Kriegs-
dienste übrig.
Hätten sie studia,
so wäre das all nicht
nöthig.
Aber solche Esel meynen,
studiren v. arbeiten sey
eine
schande; dedecus
ipsis honoris loco est,*
ignominia nominis.*
sic ubi vitium
virtutis
rumperit locum cessant
vera rerum pretia et
ideae,* error
veritatem
excludit.* Rectore hoc
spiritu maligno à majo-
[Editorische Anmerkungen]
* der Bruder des Schöffen (evtl. Philipp Carl Baur v. Eysseneck, * Frankfurt, Main 18.2.1708, ~ 19.2.1708, ▭ Frankfurt, Main 26.3.1783. stud. Straßburg, *19.2.? (Quelle: Frankfurter Patrizier))
* aber es besteht der Brauch bei uns, die Esel (der Bürger) oft im Rat durch Unterstützungen zu erhalten
* welche wir um vieles wohlfeiler haben könnten.
* es ist für sie eine Schande anstatt einer Ehre
* ein Schimpf für ihren Namen
* so, sobald das Laster den Ort der Tugend zerbrochen hat, liegen die wahren Werte und Ideen/Urbilder der Dinge brach
* der Irrtum macht die Wahrheit zunichte