<29.7.1762>

d<ie> Iovis 29. Jul. 1762.

Proverb.

Fortuna favet fatuis* Fatui orbis filii* his favet

fortuna in orbe,* indignis

tribuens dignorum pabula

et pretia.* die Narren sind

in hoc orbe* zu hauß, vere

sapientes coelum patriam

et ibi sua bona habent,*

dum in terra vivunt,*

intus in spiritu et veritate

jam iis fruuntur,* externè

abjecti, inopes, nec

multa bona terrena o-

ptantes possidere,* quia

oneri essent iis,* quibus

paucis opus est,* non [ad] luxum

sed ad necessitatem

vitae corporis.*

Hi orbis filiis pro stultis

sunt,* ut Dei filiis

in fine accidet contrarium,*

terra n<empe> pereunte,* objecto

suo amato cessabit et

bonum et ei datum studium.*

Die Welt vergeht mit ihrer

lust, wer aber den Herrn fürchtet

bleibt in Ewigkeit.

Deus | : per fortunam : |

tribuit miseris terrenis

terrena,* ist nicht neidisch. Er



[Editorische Anmerkungen]

* Das Schicksal ist den Narren hold

* evtl.: die Söhne des einfältigen Erdkreises/die einfältigen Söhne des Erdkreises

* diesen ist das Glück/Schicksal auf Erden hold

* indem es Unwürdigen "Futter" und Lohn der Würdigen zumisst

* in dieser Welt

* die wahrhaft Weisen besitzen den Himmel als ihre Heimat und dort ihre Güter

* während sie auf der Erde leben

* genießen sie/sie genießen innerlich im Geist und in der Wahrheit nun diese (Güter)

* äußerlich sind sie verachtet, arm, und wünschen nicht, viele irdische Güter zu besitzen

* weil sie denen eine Last sind

* die nur wenig brauchen

* nicht für den Luxus, sondern für die Notwendigkeit des Lebens des Körpers.

* Diese erscheinen den Söhnen der Welt wie Dummköpfe

* wie am Ende den Söhnen Gottes das im Gegenteil widerfahren wird

* während die Erde allerdings untergeht

* und das Gut und der ihm gewidmete Eifer

* Gott hat durch das Schicksal/Glück den elenden Erdbewohnern Irdisches zuerkannt