<7.7.1762>

d<ie> Mercurii 7. Jul. 1762.

Galli sagen, v. haben recht:

Ihre frantzösische weiber

solle man nach Teutsch-

land schicken daß sie

Arbeitsamkeit lernten,

und die Männer

nach Frankreich,

daß sie poli würden

v klug.

da hier ein Regiment

so viele Esel, die

gar nicht zu brauchen

sind.

Aber F.M. v Lersner war

in Dänemarck v. Franck-

reich gewesen, v. gab

da er cholerico melan-

cholico-sanguineus gewesen

einen vollkommenen Spitz-

buben ab.

Jn summa sine Deo

nihil boni, nec in

Dania, nec German-

nia, nec Gallia.*

Asini sane hic inter otiosos

salva venia nobiles

dantur multi, et reliquos

pecuniae soli intentos

non sapientiae non virtuti,

dantur multi guberna-

culum tenentes:* Euricius

Cordus

saepe rudes asini rerum

fastigia scandunt. *



[Editorische Anmerkungen]

* Kurz und gut, ohne Gott (gibt es) nichts Gutes, weder in Dänemark, noch in Deutschland, noch in Frankreich.

* Als Esel allerdings hier an diesem Ort unter den Müßiggängern - mit Verlaub - Adeligen werden viele an die Spitze gestellt, und viele (unter?) den übrigen, die nur auf Geld bedacht sind, nicht auf Weisheit nicht auf Tugend, werden (an die Spitze gestellt), das Steuerruder haltend

* Euricius Cordus: oft erklimmen ungeschickte Esel die Spitze der Dinge. Wahrscheinlich gemeint: (Euricius Cordus:) EURICII CORDI EPIGRAMMATUM Liber Primus, In Lucium Apuleium, V. 7: "Summa rudes asini rerum fastigia scandunt"