In Erinnerung derer
Indem glücklich zurück gelegten 1726 ^» Jahr
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Solte / bey auch glücklichem Antritt des neuen 1727^» Jahres,
gebührend überreichen
'As alte Jahr ist diese Nacht vergangen.
> Das neue hat dagegen angefangen.
Verhoffen es , durch GOttes Gnaden - Seegen
zurück zu legen. Drum Franckfurth! auf/ erneure deine Pflichten,
Die Danckbarkeit muß diese nun verrichten/
Erkenne heut, aus freudigem Gemüthe/
des Schvpffcrs Guthe. Dann werffe nur die Andachts-volle r licke Auf jeden Tag des alten Jahrs zurücke;
So wirst du schon vor die cmpfang'ne Gaben
_ zudanckenhaben.
Die Kalte fteng im Jenner anzufteiqen,
llnd drohete den Reben, allen Zweigen /
Der zarten Saat, das Leben zu versehren,
„ . „ „ _ und abzuzehren.
Allein es ließ GOTT unser Feld beschneyen,
Den Schnee so dicht sich aneinander reihen /
Daß diesrr-SeMttlrMMr^voch mcht drückte/
, derSchnee erquickte.
Der Winter schien uns gar zu lang zu werden ,
Sein strenger Grimm versteinerte die Erden,
Das thate GOTT, sie zu dem reichen Stegen /
recht auszufegen.
Weil Schnee und Ciß dem Ungezieffer wehren /
So wolte GOTT hiedurch/s auch verftöhren;
Drum blieb das Feld im Frühling weiß gezieret,
und wie candieret.
Da nun hierauf der Man kaum angefangen;
So ist mit ihm auch alles aufgegangen.
Ein warmes Raß beschwangerte die Felder,
Berg / Thal und Wälder. Man wird nicht leicht in den Geschichten lesen,
Daß hier bey uns der May so warm gewesen,
Der Stock darinn, da ihn der Frost gebrühet,
geblüht, verblühet.
Ach! lerne doch , aus diesen Allmachts - Wercken,
Heut GOttes Huld und Gnaden-Spuhren mercken.
Dann die Natur schien biß dahin erstorben,
das Feld verdorben.
Hier brachte sie des HERREN Hand zum Leben,
Der hat uns auch den Vorraths Seegen geben,
Der die Vernunfft, die ihn verlohren schätzte,
hierauf ergötzte.
Der Sommer hat die Ancker fast gebraten,
Und dennoch sind die Früchte wohl Machen,
Mau freute sich dem Stock die suffe Trauben,
so früh zu rauben.
Und kunte man sie gleich nicht häuffig lesen,
Ist doch der Herbst fürtrefliä) gut gewesen,_
" ~ Lrarrckfurktz 4 bj Mayn / gedruckt
- Die Güte hat, was nicht die volle Reben, n&e _ „ dem Faß gegeben.
«A Der grosse GOTT hat uns durch Feuer-Schaden. lÄf Dies Jahr zur Buß auch wieder eingeladen, f II Er lieft Gnad bey dieser Straffe spüyren,
^ umb uns zu rühren.
Wx Drum hat der Brand ft vielmal uns erschrecket, pfj Indem die Hand des Höchsten ausgestrecket. ill Auf , Franckfurth! auf, ergreif sie, thue Buße,
1 ^ r . r fall GOTT zu Fuße,
fff; Er locket dich durch die empfangene Gaben, kW So dich dies Jahr biß heut erhalten haben, ffz Und lasset dir drumb auch von Jahr zu Jahren, m Guts wiederfchren.
»lg Auf grosse Schaar, der Waysen und der Armen!
S'P Du kanst auch heut von GOttes Schutz, Erbarmen,
[ff Huld, Lieb und Sorg, die Er vor dich getragen,
mit Freuden sagen.
wird noch immer bey dir neue,
GOTT rüstet auch mir wahrettBäner-Treue fff Und Wachsamkeit, der Pstegev edle Seele, fgl daß dir nichts fehle,
ill Sv preiße denn des Schcpffers grosse Güte, kW Und opffre GOTT ein danckendes Gemuthe. fff Laß dein Gebet!), aus Andacht ihn zu ehren, f§® entstammter Horen.
ill Nun bitte GOTT, daß Er die Stadt beschütze,
Und jedermann vergnügt im Schatten sitze 1« Ihr Wayßen ! kommt mit Loben, Singen, Beten f|§ vor GOTT getretten. e
*|I Wünscht: grosser GQtt! laß Fmnckfutths-Vatter blühen, !§§ Die sonderlich , so uns wohl zu erziehen,
1$ Bemühet sind; laß Seegen, laß Gedeyen,
,«f stets auf Sie schneyen.
W Erhalt uns auch die Hirten deiner Heerden,
Und laß dein Wort durch Sie so fruchtbar werden,
' Daß es in uus des Geistes Früchte bringe,
und ihm gelinge.
m Die Burgerschasst laß nun die Nahrungs-Sonne,
!§ Mit frischem Wohl, und neuer Seegens-Wonne, f l Der Eintracht-Strahl auch dieses Jahr erquicken, f® und recht beglücken.
3 Insonderheit erhalte Die im Seegen,
N Die unser Hauß aus Ihnen jetzt verpstegen,
Auf alle die, so an uns stündlich bauen,
laß Wohlfatth thauen.
j Nun grosser GOTT! erhöre unser Bitten. .
Weil du im Krieg vor Franckfurths -Wvhl gestritten,
« So laß uns jetzt des Friedens güldne Jahren ^ dieß Jahr erfahren.
bey Johann Köllners feel. nachgelassenen Wütik.