Bey Riesa leget der Feind beträchtliche Maga- /ins an, gleich wie ganz kürzlich in dasiger Ge­bend eine Anzahl schwerer Artillerie ausgeschift set werden. Man unhciiet nicht ohne Grund, daß der Prinz Heinrich ebenfalls von seiner Macht etwas nach Schlesien demschiren dürfte. Sonst nehmen die feindlichen Bedrückungen mehr zu als ab. Aus der Nieder-Lausitz laufen diesfalls besonders die kläglichsten Berichte ein, und hat man die dasigen Stande so lange ge, kärckert, biö sie sichzu einer so unglaublichen als zu erschwindenden unmöglichen Summe von 402820 Rrhlr. verstanden.

Merseburg, vom 2. April.

Heute früh mit Anbruch des Tages wurde, wie schon gemeldet, unsere Stadt abermahl in grosses Schrecken gesetzet. Es halten sich etliche 60 Mann Preußische Cavallerie mit Kähnen über die Saale fahren lassen, welche sogleich alle Thsre der Stadt schlossen und besetzten. Den Dompcobst, Hrn.vou Timpling,den Domherrn von Fcldheym,r Conrad Just, Amtmann Cla- " vus und zwey Kaufleute, Heraldt undMani- tius, nahmen sie als Geißeln, nebst 1220 Th!r. aus der Cammer mit fort über die Saale, und , alsdann weiter nach Leipzig. Selbige Nacht wurden auch durch ein Preußis. Commando die Bescheler von der Königlichen Studeroy mitge­nommen. m

: Ein anders, vom Z. April.

Heute kam der Kayserl. Hauptmann Otto ' mit dene.-: reitenden Jägern uns Husaren vor j hiesiger Stadt an, und campirte rn der Allee vor dem Gotthardsrhvre. Es wurde sogleich Vas Zimmer- und Mauerhandwerck gefordert, und gedachter HaupttNann ließ die von den i P- enssen gebaule C 'nffots und Ball s. den ü ep ' ven Thoren abdrechen,das Gotthards und Fir J thor ausheben und nach Freydnrg zurückfüh- '' ren, dann ließ gedachter Hauplmann alle be­findliche Kahne auf der Saale in Stückem , hauen. Nachts 10 Ulm marschirte das Jäger- Corps wieder gegen Lauchsiält.-

Leipzig, vom 5. April.

Der größte Tdeil der saudoiustlen Armee ist ven 26. Men aus den Winte-quartieren aufge- krochen, und'gegen St.'iegau: unv Neumark vorgerucke', >Uld den 27. und 28sten ist dy der sämtliche Armee alles m Bewegung gewesen. Die K n'erl. K'dr-igl. A meen weiden zwar m heMrstch,euderEumpaLneseparalim agiren; doch

wird der G.F.M. Graf Daun vasOber-EoM mando über dieselben behalten. Von derDauni- schen Armee sind 15 Regimenter über Bautzen nach derGrafschaftGlatz detaschiret worden, um die Lucke wieder auszusüllen, welche der Ab­marsch des Rußischen Corps gemacht hat. Die auf Parole entfernte Oesterreichische Officiers sollen sich auf Ordre desKdnigs aus ihren Quar­tier-Posten wieder einfinden.

Naumburg, vom 5. April.

Die letzthin von dem Feinde gemachte Be­wegungen haben die blose Absicht gehabt, einen Versuch nacher Merseburg zu machen, dahero sich 102 Preußis. Dragoner und Husaren mit Kähnen über das Wasser setzen lassen, und 12 Geiseln aus der Stadt mit sich fortgenvmmen haben. Gestern attaquirte der Kaps. Kon. Herr Major von Palatinal und Hr. Major v.Szili ein Preußisches Corps zwischen Grimma und Borna, und es gclunge ihnen; Sie machten 44 Mann zu Kriegsgefangenen, und erbeuteten 120 Pferde. Der Preußische Herr General von Schenckendorff ist mit einem Corps von der Printz- Heinrichis. Armee ab- und nach Schle­sien marschirct. Man hält gewiß dafür, daß noch mehrere dahin abgehen- und nur ein Corps von iz bis 16000Mann in Sachsen verbleiben werde. Der Femd sucht nun alles zu ravagrren,

schon 2 Tage sind die Hussaren von Leipzig her- ausgekommen und haben alle Pferde und Wa­gen sortgenommen und nach L «pzig gebracht.

Aus Francken, vom 6. April.

Die neueste Nachrichten aus Sachsen sind von einiger Wichtigkeit. Eines Theils wird das unter dem General Platen stehende Preußische Corps täglich stärcker, und soll n die bey demsel­ben stehende Regimenter bis Ostern vollzählig auch beritten gemacht und new montirt seyn. Die Reichsarmee stehet auch in marschfertigem Stande, um sich, wo es die Operationen erfor­dern werden, hinzuwenden. Das in dem Alten- vurgischen bishergelegene Corps von rotanscnd Mann Oesterreichischer Vdlcker, ist aus solchen abmarschiret, und es will sich besta >gen, daß ein starckes Corps von der Oesterreichis Armee be­ordert sey, nach Schlesien zu marschircn. Es gehet das Gerücht, daß die Danen die Reichs­stadt Lübeck in Besitz genommen hätten,welches, wann ev gegründet, die Russen in ihren Opera­tionen in dem Hollsteinischen wenigstens von der Seeserte her/ sehr behinderen würde. Der Gr-