Anno 1762. Dienstags, den 13. April.

No. 60.

JOURNALS ANHANG.

In Franckfurt am Mayn.

St. Petersburg, vom 8-Merz.

^^eu 20. verwichenenIanuarmonats, haben Se. Kays. Maj. zu besserer Bestreitung ,r ^ des PoliceywesenS,den General Reguel- meister u.Ritter Diwvw, ^umGeneral-Policey- nreister inMoscau zu e»neiincn,u.d.rbey allergnä- digsi zu befehlen geruhet, daß dernive unter dem hiestgen General - Policeymeister sichen, in den übrigen Landstädten alle Policeymeister caßiret, und die B^orgung des Polueywecknö in diesen Städten, denGouverncmen-S P rviu- cial. und Wvjewodskanzleyen aufgcuageu werden, die Ober Policeymeister Canzley aber, eben ff, wie die übrigen Eollegicn und Canz- leycn, un-?r der Eerichtebarkcil des dirigiren- den Senats sehen soll. Den z.Febr. gecuhcten Se. Äar.serl. Majestät, des General Feikmar- schalls, Prinzen von Hollstem Beck Durckl., zum General Gouverneur von Esthland; den in Eastu!, bey den dastgen Kolonien bestellten Brigadier, Waßiley Mclgunow, zum Gene­ral-Major ; denCapitain Raiser,zu Allcrhochst- deroFlügel Adjutanten, mit Oberst Lieutenants Character und doppeltem Gehalte; den io.den Etaatsrath Wolkow, zu Dero geheimen Secre- tair; den IuweliererPoisier, zumHofjuwelie- rer; den Listen aber den Wachtmeister von der Garde zu Pferde, Lodiscdenökoy, zum Cornet bey eben der Garde, zu ernennen. Se. Maje­stät, der Kayser, haben dieser Tage dem Gene­ral Bachinal, welcher von demHcrzoge vonCur- land anhero geschickt worden ist, Sr. Kayscrl. Majestät zu Dero Thronbesteigung die Cvmpli- mente übzustatten , Audienz verliehen. Von c-chto Majestät, der Kayserin, sind die Frau Ge­mahlin des Hrn.Feldmarschalls, Prinzen Georg von Hollstein, die junge Prinzeßm von HollsJein- Beck, und die Frau Eanzlerin, Gräfin von Wo- ronzow, mit dem Catharinen-Orden bekleidet worden. DieserTagen ist auch das Manisest, unter Sr. Kayserl. Majestät eigenhändigen Un­

terschrift, die dem Rußischen Adel allergnädigst- ertheilren Freyheiten betreffend, und die Weife, von Aufhebung der geheimen Canzley, vom vl- ligirenden Senate publicirt worden,

Warschau, vom iv. Merz.

Aus Kaminieck wird unterm ig.Febr. gemel­det, daß die Pest in den Dorfschaften Kuczaund Slobuden, im SokolowifchenAmte, entstanden (et). Als solches der Commandant von Dah­leck in Erfahrung bekommen, habe er sogleich Leute dahin abgeschicket, um solches zu rmtersu- ch n, welche auch die Sache, leider.' wahr be­funden. An dieser Contagion, welch ein Wal- lachcr aus der Turkey dahm mitgebracht hätte, wären, lcwo! dieser Wallacher selbst, als auch mehr denn 8« Personen, seit dem Rußischen Neujahr gestorben. Die Leute bekommen auf dem Leibe röche Flecken. Inzwischen hat gedach­ter Commaudaut durch ausgestellte Posten alle Vorsicht veranstaltet, der Ausbreitung dieses Uebels vorzukommen.

Ein anders, Petersburg, vom iy. Merz.

Am Montage früh ist der Hr. General v. Ro- manzow von hier zur Armee abgegangen, wovon erdasCommando übernommen. Die unglück­lich gcwescneErilirte kommen nun nach und nach hier an. Der Graf Lestoeq ist schon seit 6 Wo» chcn hirr. Der junge Graf von Münch gleich­falls. Dessen a^rn. Vaier aber, erwartet man erst mit Anfang des Aprils, denn er kömmt noch hinter Tobolska am Ende von Siberien her. Dieser-^ jahrigeGreis, wird von seiner Fami- lie mir der größten Sehnsucht erwartet; seine Ankunft wird eine überaus rührendeScenc seyn, da viele derSeinigen ihn niemalsgesehcn, und diesen unglücklichen Helden ungekannt verehrt haben. Der Herzog von Biron wird auch bald hier seyn, dessen Schwiegersohn, derBar. von Czirkassow, der ihn auch niemahls gesehen, ist ihm bereits entgegen gegangen.