Stallmeister und Hof. Jägermeister aber, an der Innern Seiten, der Königliche Mailtet ward von dem OberCammer-Herrn und2 Kammer-Herrn anfgehalten, und vier Präsidenten trugen den Baldachin, unter welchen Se. Maiestal vom Königlichen Schlosse nach der nahedabey liegenden Kirche sich zu Fuffe begaben. Auf dem Burg-Hofe wurden Se- Majestät von der Königlichen Wache salutirt. 7) Nachdem Höchst- Dicsetben nebst Dero hohen und ansehnlichen Gefolge Platz genommen hatten, so ward der Gottesdienst gehalten, wobey der Bischof des Skaraischen Stifts, Herr Dort- Hallenius die Reichs- Tags-Predigt, über Rom. 14. v. 19., hielte. 8)Nach gehaltenem Gottesdienst erhiiben sich Se. Majestät und die hochlöblichen Reichs- Stände, nach dein Reichs-Saal, iss welchem sich auch die ausländischen respective Herrn Gesandten eingefunden hatten. 9) Se. Majestät satzten sich auf den Königlichen Thron, und die Herrn Reichs - Rache traten nach den Seiten desselben, 10) Darauf hielte im Namen Sr. Königlichen Majestät, Se. Gxccllenz der Reichs- Rath und Reichs-Canzkey-Präsident,^ HerrBa- ron von Höpken, eine Rede an die sämmtiichen Reichs-Stände, der Staats- Secretair, Herr Baron von Ruvenschöld aber, verlas vie allgemeine Proposition. n) Nachdem dieselbe geschloffen war, so starten zuerst der Herr Land- March all , und sodann dieWorthalter derübri- gen Reichs-Stande einen unterthänigen Dank für gnädige Anheroberusung ab, und nach gehaltenen R^dcn, küffeten sammtliche Reden des Königs Hand. 12) Da ferner Se. Excellenz, der Reichs-Rath, Herr Baron von Scheffer, den Reichs-Raths-Eyd nun abzulegen hatte, so ward zuletzt demselben der Eyd von vbgedach- ter Sr. Ercellenz dem Reichs-Rath undReichs- Canzley-Präsidenten, vorgelesen, worauf ersi- gedachte Se. Ercellenz gleichfalls zum Hand-Kuß admittiret wurden. Zu Mittage ward sowol dem Herrn Land - Marschall und Den Worthaltern der respect. Reichs-Stande, als auch verschiedenen andern Mitgliedern in dieser Stunde am Königlichen Hofe ein stattliches Tractalnent gegeben. In der Königlichen Buchdruckercy ist mar, mit dem Abdruck sowol der im Namen Sr. Majestät an die Reichs-Stände gehaltene Rede,
wie auch mehrernSchriftenundReden beschäftiget.
London, den 24. Ott.
Obgleich der Anschein zu einem gütlichen Vergleich fortdauert, so bleibet es doch noch^urZeir
ein blosser Anschein. Man muß nun erst erwarten, ob die Bemühungen der Höfe von Madiit und Lissabon von einer guteil Wirkung seyn werden. Viele wollen darauf einen baldigen Vergleich bauen. Indessen gehen doch die Zurüstun- gen und Anstalten zum Krieg auf eine so nachdrückliche Art fort, als wenn derselbe unvermeidlich wäre. Man hat die Trouppen überhaupt mit 6. tausend Mann vermehret; und am vorigen Dienstag ernannten Se. Majestät die Offi- ciers zu denen dreyzehen neu-errichteten Compagnien, eine jede von hundert Mann, womit dreyzehen Regimenter nach Proportion verstärket werden sollen. Man redet vieles von einer vorhabenden Landung der Franzosen in Jrrland; allein sie findet wenig Glauben bey Leuten, denen die Schwierigkeiten einer solchen Unternehmung bekannt find. Damit man unserer Wach« samkeit auf alle Vorfälle nichts vorzuwerfcn habe, so kreutzen acht Kriegs-Schiffe an verschiedenen Orten im Canal, um unsere Cüsten zu bedecken, und man hat aufs sorgfältigste die Maß- Regeln genommen, die übrigen Cüsten des Königreichs gleichfalls in Sicherheit zu setzen. An allen Orten, wo wahrscheinlicher Weise eine Landung kan versucht werden, hat man Anstalten gemacht, selbige ZU vereiteln, und absonderlich in Irrland.
Marseilles, den 24. Ott.
Dieser Tagen ist dasjenige Fahrzeug, welches die Engländer losgekaufet, allhier angelanget, und hat berichtet, daß einige Fregatten von dieser Nation bisscits der Meer-Enge, zwölfFahr- zenge, weiche von Terra - Nova und der grossen Bank gekommen, und vor hiesige Stadt bestimmet waren, weggenommen, und noch ein anderes, so von hier nach denen Amcricanischen Jnsuln adgegangen, verfolget haben, welches letztere aber noch das Glück gehabt sich nach America, in dem Königreich Granada , zu retten. Hierdurch werden unsere Handels Leute in grosse Bestürzung gesetzet-
Niever-Rhein-Strom, den 25. Ott.
Der Admiral Byng lst allbereits unter Segel gegangen, und wird mit zwölf unterhabenden Kriegs-Schiffen so lang auf denen Französischen Cüiien kreutzen, als es die Witterung zulässet. Vielleicht durste auch dessen Verrichtung nicht ohne Erfolg seyn, indeme man aus Frankreich vernimmt, daß mit .ehestem eine gar beträchtliche Flotte aus dem See-Haven von Brest auslanfen solle. Ob man abei' gleich von aQen Di'ten her verv sichert, daß denen Französischen Frevbeutern die