Denn Dein Wiegenfest erscheint abermal zum Trost, zur Wonne,
Und verbreitet seinen Glanz auf Dick), Deines Hauses Sonne;
Durch des Höchsten Wunder-Güte hast Du NtUN UNd Siebzig Jahr Nunmehr glücklich überstiegen, wo des Lebens Anfang war;
Hierdurch nun bewcißt der HErr, wie er Dir und uns geneiget.
Weil Er solche Gütigkeit sonst gar wenigen erzeiget;
Denn Kraft seines wahren Wortes, ist der bey ihm werth geschätzt.
Welchem Er in Ruh und Friede sein Ziel spat hinaus gefetzt;
Solche Gnade, solches Glück ist Dir, TheUl'tftel'! verliehen;
Man steht Deinen Geist noch stets in viel edlen Früchten blühen.
Wo sich sonst die Jahre mehren, mehrt sich Unruh und Verdruß,
So, daß mancher Grciß im Alter ängstlich stch beklagen muß.
Nur als eine Seltenheit zeigest Du in den Geschäften,
Witz und Feuer, Munterkeit, bey erwünschten Seelenkräften,
So, daß man kann künftig hoffen, wie noch der gelehrten Welt,
Manches Werk zu ihrem Nutzen durch Dich wird ans Licht gestellt.
Doch nicht blo§ Gelehrsamkeit, und der Fleiß in Deinen Schriften Werden Dir einst nach Verdienst ein beständig Dcnkmahl stiften.
Redlichkeit in dem Gcmüthe, Gottesfurcht ohn eitlem Ruhm,
Ein Herz sonder List und Tücke, ist vielmehr Dein Eigcnthum.
Durch dieß alles wirst Du Dir nun ein ewig Lob erwerben.
Und dcreinstcn in dem Tod (Gott verleih ihn spat!) nicht sterben.
Das Ccdachtniß Deiner Tugend wird in stetem Scegen stehn.
Und durch keinen dunkeln Scharren der Vergessenheit vergehn.
Nun, Verehruugswürdigster! und cm Vater mehr an Güte, Als nur blos, wie oft geschieht, nach dem Namen und Geblüte,
Alles, was ich hier geschrieben, zeigt von Unvollkommenheit,
Und kann Dir unmöglich schildern meine treuste Zärtlichkeit,
Diese nimmt den größten Theil stets an Deinem Wohlergehen;
Drum will ich um so viel mehr heut zur weisen Vorsicht stehen.
Daß das Ziel von Deinen Jahren jenes weit noch übersteigt.
Welches Moses als das höchste den Gerechten angezeigt.
Auch mein allerbester Freund! dem ich ewig treu ergeben.
Wünscht nebst mir nichts eifriger als Dein uns unschätzbar Leben?
In dern Winter Deiner Tage sey dem holden Frühling gleich.
Wo srch die Natur verncucrt, und von Lust und Anmuth reich.
Bin ich auch gleich weit entfernt, weiß ich doch kein grössere Glücke,
Als wenn ich Dick) in dem Geist in Zufriedenheit erblicke.
Stets gefeegnet sey Dein Alter, cs cnrfiiehc Gram und Schmerz;
Dein Beschützer'und Erhalter schenk Dir ein vergnügtes Herz.
Endlich wünsch ich zum Beschluß, daß die angenehmsten Zeilen,
Deiner Hände mir noch oft, nichts als Wohlergchn crtheilen, llnd dann hoff ich, daß der Himmel uns dieß holde Freudenfest,
So, wie heut, in Lust und. Wonne, öfters noch begehen läßt.