sind, aus deren Werken und Herausgaben er uns belehrende Mittheilungen machte. Indessen auf solche Weise aus dem Schooße des Vereins sich manchfache Belehrung und Anregung unter uns verbreitete, fehlte es auch an Aufmunterung von Außen nicht. In jeder Versammlung erschienen die eben in Berlin anwesenden Fremden, welche sich für unsre Studien interessiren, zu heiterer Theilnahine. Es geziemt indessen, nur die unter ihnen zu nennen, die selbst mittheilend unter uns auftraten. Es waren dies außer dem schon genannten Herrn Robinson noch die Herren von Boguslawsky aus Breslau und Schubert von Königsberg. Der Erstere legte uns die Resultate des neuerlich auf höhere Veranlassung vorgenommenen Nivellements des Oder-Bettes vor, und theilte mit, was sich bei einer, von dem Herrn Grafen von Schwehnitz veranstalteten Untersuchung der sogenannten Koppen-Seen, (Seen an der Schneekoppe) über deren nach dem Volksglauben unergründliche Tiefe und unbestimmbare 1 Wärme Ln reiner Wahrheit ergeben hat. Herr Schubert erstattete Bericht von einem neuen, in der That ungewöhnlich belangreichen Funde römischer Münzen in Preußen. Nicht nur die Zahl derselben, sondern das zwischen sehr bestimmten Grenzen eingeschlossene Zeitalter, aus welchem sie sämtlich stammen, ver- stattet nunmehr sichere Schlüsse aus die Dauer, in welcher ein Land-Verkehr zwischen den Küsten des Baltischen- und Mittelmeeres Statt gefunden hat. Dieser Vortrag erinnerte uns nicht ohne Befriedigung an das reiche Material, das sich in dem, eben im Laufe dieses Jahres geöffneten hiesigen Museum der Vaterländischen Alterthümer, den Forschungen darbietet, die die Aufhellung der dunklen Räume der vaterländischen Geschichte zum Zweck haben. Herr von Ledebur, der Direktor des Museums hatte schon in unsrer August-Versammlung seine Schrift über dasselbe überreicht und seine freundlichen Dienste bei Benutzung dieser Königlichen Sammlung dargeboten.
Ein Fremden-Besuch ungewöhnlicher Art war der von einer Lappländer-Familie, die sich im vorigen Herbst hier dem Publicum zeigte und die es nach einstimmigen Urtheil wohl verdient hatte, nach beendigter Sitzung in. unsre Versammlung geführt und sogar zur Tafel gezogen zu werden.
f Dies sind die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres, wie sie sich aus den Protokollen unsers Herrn Secretars mit nothdürf- tiger Gedächtnißhülfe haben zusammenstellen lassen. Ob dieses Register zu unsern Jahrgängen gewährt, was sein üblich geword-. ner Titel verspricht, eine Uebersicht über die Thätigkeit der Gesellschaft, darüber läßt sich mindestens streiten und bescheidne Zweifel werden erlaubt sein. Man wird daraus sehen, daß etwas geschehen ist, woraus wir, unmittelbare Theilnehmer, Freude und Nutzen gezogen haben und das ist allerdings auch eine Thätigkeit,
nemlich die, wodurch jeder organische Körper in sich selbst besteht und am Leben bleibt. Soll aber die Thätigkeit ein Wirken nach Außen, einen Nutzen für Welt und Staat bedeuten, so haben wir bis jetzt darauf keinen Anspruch gehabt, noch machen wollen. Indessen treibt uns, da wir in längerem Bestehn heranreifen, Vieles dazu, daß wir es auch äußerlich zu erkennen geben „in dem leichtmöglichen Uebergang von der schnell verhallenden Rede zu der allgegenwärtig dauernden Schrift.
Man tadelt mit Recht die Einsilbigkeit unsrer Zeitungsberichte, die nur die Neugierde erregen, nie befriedigen, und aus denen selbst unsre eigenen Genossen, wenn sie nicht gegenwärtig gewesen, im Wesentlichen nichts von dem erfahren, was vorgegangen. Größere Ausführlichkeit ist indessen an solchem Ort weder jetzt, noch ferner, zu gewähren. Und doch wird Vieles in unserm Kreise vorgetragen, was wohl werth wäre, über ihm hinaus gekannt zu sein, Manches wird uns vielleicht vorenthalten, weil wir es nicht zur Oeffentlichkeit bringen können, Andres, minder werthvoll, in vertraulicher Nachlässigkeit dargeboten, was sich schon eine festere Begründung und glattere Abrundung verschaffen würde, wenn es in die Oeffentlichkeit hinaustreten müßte. Alle diese Betrachtungen nun haben den Vorstand zu dem in der letzten Versammlung genehmigten Antrag veranlaßt, daß der Verein fortan von seder seiner Versammlungen einen kurzen Bericht auf eigenem Blatt dem Druck und dem Buchhandel übergebe, und so zwar, daß jeder der etwas vorgetragen, den Haupt-Inhalt und Sinn desselben mit wenigen Worten aufsetze oder sich gefallen lasse, daß dies von den Redactoren des Blattes, wie sie es eben gefaßt und verstanden, geschehe. So hat denn auch der Vorstand, von der letzten Versammlung dazu ermächtigt, unter sich wegen der Form und Art der Bekanntmachung beschlossen, daß es ein Monatsbericht heißen, in Octav mit lateinischen Typen gedruckt und den Mitgliedern die das Bringegeld von einem Groschen nicht scheuen, 14 Tage nach jeder Sitzung in das Haus gebracht, unentgeldlich aber an Niemand ausgegeben werden soll, da der deutliche Sinn der Statuten die Verwendung des ökonomischen Beitrages zu andern als ökonomischen Zwecken nun einmal nicht gestattet, und da eine gewiß nicht zu ängstliche Vorsorge solche Bedürfnisse voraussieht,, zu deren Befriedigung der gesammelte Bestand beisammen gehalten werden muß, wenn sie nicht von freien Contributionen abhängig werden soll.
Ein Hauptmotiv, was zur Ausführung dieses Entwurfs drängte, habe ich am Schluß noch zu nennen. Es ist die, fast ohne unser Zuthun sich mehrende Zahl auswärtiger Genossen. Nur gar zu häufig geschieht es, daß fähige und thätige Mitglieder in Folge ihrer Dienstverhältnisse aus unsrer Nähe weithin versetzt werden und unser Statut nennt sie dann auswärtige