Wellen in Wormbs, und derselben Gegend, eben dergleichen Kranckbeiten ge» fpühret worden , so ist im Anfang dieses r 7; 2. Jahrs folgendes Hilffs« Mit» tel bekannt gemacht worden,welches mit den obigen, Ln gewissen Stücken , überein kommet, und also um so viel glaubhaffter macht.
Die Vieh-krcrnckheit- als nemlich der Pferd, Ochsen, Küh und Schaafen-fangt gewöhnlich an durch eine Blas/welche ihnen kommraufdie Zunge- nahe dey deren Wurtzel. Die Blas ist von einer so scharffen Materievoll/ daß sie in erlichen Stunden dieZun- ge zerschneidet/ und macht, daß stein 24. Stunden völlig abfallet. Man kan dleseKranckheit an dem Viehe nicht mercken- als durch viele Mühe und Nachsuchen- dann das Vieh frisst - trmcket und arbeitet gewöhnlich; derowegen man dem Vieh wenigstens z.mahl des Tages die Jung durchsuchen muß. Das Mttel ist leicht.
Sobald man die Blas auf- unter - oder von Seiten der Jungen bemercket/ muß man dieselbe mit Silbern- Löffel oder stück «Dilber- Geld- sauber abreiben, so lang - bis man dieselbe durchbricht , nach dem thut man das verletzte Ort der Zungen - sauber abwaschen- nemlich mit Eßig- Saltz- Pfeffer und Knoblauch, welches alles wohl zerstoßen- und mit starcken Krautern kan vermischt werden. Wann dieWunde sauber abgewaschen- kan man dieselbe rnit Vitriol-Stein berühren Man rnuß auch wohl be- mercken- daß-indeme man die Blas von der Zungen abreibet- und fle durchbricht- nichts von der Materie in den Kals falle - dann wann dieses unglücklicher Weise geschehen rhäte-ware das Vieh unfehlbahr verlohrm, und nicht mehr zu helffen.
Wie Obiges zu gebrauchen-
Wann man an den Zungen des Viehes Blattern findet/ so nimmt man eine Silber- müntz/oder El/und kratzet die Blattern damit auf/ hernach nimmt mau blauen Galitzen oder Dim'ol/reibet die Wunde damit bis es blutet/ und lässet das Viehe». Stunde stehen Unruhen /hernach nicht man Würtz uud Knoblauch/Ruß/ Saltz/ Alaun/Osterlucey u nd scharf- fen Eßig/ wascht dieWund alle ?ag r.mahl damit aus/ hernach aber nimmt man^u einem Tranckio einem guten Schoppen Weiy/ Theriac/Entzian / Lorbeern und Osterlucey. Endlich und jum letzten / muß der Schaden oder die Wund wieder mit Honig ausgewaschen / ugd seheilet werden.
Franckfurt am WiccfnT ~
Gedruckt und zufindcn, bey Christian Gonir. Mchcrs stl.WrM, auf v«r Wien Galgen« Gaß. ‘m-