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tragen sollen, dem sie gebührte, nämlich auf die gesummte Staatsbürgerschaft. Daß das Königthum dies nicht that, hat ihm schwere Kämpfe veranlaßt und bittere, nicht ungegründete Vorwürfe zugezogen, welche man nun zu dem Beweis benutzen will, daß das Königthum überhaupt nichts tauge. Ich aber meine, wenn man sieht, daß eine an sich heilsame und durch die Geschichte als für uns passend erprobte Einrichtung auf einen falschen Weg gerathen ist, dann soll man sie nicht verdammen und abschaffen, sondern auf den rechten Weg zurückführen und bessern. Ich brauche Euch, meine Mitbürger, die Handwerke betreiben, nur daran zu erinnern, daß Ihr unter der dermaligen Gewerbefreiheit offenbar leidet. Man hat sie eingeführt und die Zünfte abgeschafft, weil man cinsah, daß die Zuuftverfassung in Mißbräuche und Betterfchafteu ausgeartet war. Hätte man sie aber, statt sie gleich mit Stmnpf und Stiel auszurotten, gesäubert und verbessert, dann ständen die Sachen besser. So ist es gerade mit dem Köuigthum. Die Könige hatten ihre Aufgabe verkannt, daß sie, nachdem sic aufgehört hatten, Könige für die bevorrechteten Klaffen zu sein, nun Könige für das ganze Volk werden mußten. Dahin treibt die Entwickelung der Geschichte, dahin fließt der Strom der