der Berathung über das Indigenats -Gesetzes noch in später Stunde die Debatte über die Witt- wen- und Waisenkassen für Elementar. Lehrer begonnen Allem Anscheine nach geht man einer interessanten Debatte entgegen. Der Abgeordnete Gneist, der fast die ganze Session hindurch ge schwiegen, hat schon heute mit einer sachgemäßen und geistvollen Rede den Blick auf 'den Quell der schlimmsten Hindernisse auch auf dem Gebiete der Schnldotation und Schulverwaltung, auf die Elendigkeit
9 io sein Ende
die noch übrig geblie-
h, ti betrachtet
benen Mitglieder d«- Banden nach dem vorangeschickten Manifeste, sich 'nur noch als gemeine Rau- der und ist eiranber bei der gegenseitigen Ausli.ferung gefällig. Der H^tlina Francesco Eedrone, der Jahre lang ein blutiges Ziment führte und sich stets seinen Verfolgern zu entließen wußte, hielt es fürs Beste, sich letzte Woche in Cora freiwillig zu stellen
Frankreich. Paris, 18 . Februar. Der „Con- stitutionnel" weist ^ch, daß das Verfahren der Mg!-
unserer östlichen Dorfgemeinden hingellnkt. In der scheu Regierung ve^tzend sei und mit Recht die.^gtio-
morgigen Sitzung soll eine Reihe von Petitionen erle digt werden.
. — Am Freitag Abend hat dst Budget Kommission auf Antrag des Abg. Virchow einen Gesetz-Entwurf angenommen, welcher die Verordnung von 1855, betr. den Abschluß von Vorträgen mit den Reichs unmittel baren über die Wiederherstellung der ihnen entzo- genen Rechte, beseitigt. Fortan sollen die Verhältnisse der Reichsunmittelbaren nur im Wege des Gesetzes geregelt werden.
— Graf Bismarck hatte, neulich mit einiger Entrüstung den Grasen Rittberg korrigirt, als dieser die Maßregeln gegen das Vermögen der Depossedirten mit der Existenz des Defizits in Verbindung brachte. Graf Rittberg, bemerkt die „Zukunft", vergaß in seiner Entschuldigung, darauf hinzuweisen , daß der Herr Finanzminister selber dem Abgeordneten' hause vorgeschlagen hatte, die betr. Verordnungen der Finanzkommission zu überweisen. — Ein zweites kleines Unglück ist dem Ministerpräsidenten zugestoßen an einer Stelle.seiner Catilinaria, welche den über die Rasirung der Glacis zu Mainz entstandenen Lärm auf die „Versetzung einiger Sträuche" re- duziren wollte. Eine amtliche Berichtigung des Festungs- Gouverneurs Prinzen Holstein an die „Franks. Ztg." bestätigt, daß „vor jedem der beiden Bastions drei Schußlinien in der Breite von 25 bis 30 Schritten durchgehauen" wor, den sind.
Nürnberg, 16. Febr Auf Grund des nachstehenden Programms der deutschen Bolksvartei hat sich für Nürnberg ein Volksverein konstituirt: Die Volkspartei bekennt sich zu dem demokratischen Gleichheils. Prinzip und verlangt daher die gleichartige Mitwirkung aller Staatsbürger bei Verfassung und Verwaltung, die Durchführung der Selbstregierung des Volkes im Staate, der Provinz und Gemeinde. In nationaler wie in internationaler Beziehung anerkennt die Volkspartei den jedem einzelnen Volksstamm wie jedem Volk zustehenden gleichen Anspruch auf Selbstbestimmung. Nur auf diesem Wege erstrebt sie die Einigung. Nur ein auf die Freiheit gegründeter deutscher Bundesstaat, mit Einschluß Deutsch-Oesterreichs, nur ein Friedens- und Freiheits- bund der Völker entspricht ihren Grundsätzen. Die Volkspartei anerkennt, daß die staatlichen und gesellschaftlichen Fragen untrennbar sind und daß sich namentlich die ökonomische Befreiung der arbeitenden Elasten und die
nale Empfindlichkeit der Franzosen wa^ gerufen habe indessen dürfe man dieser Angelegenheit mhckt die. Tragweite einer erlittenen Demüthignng beilecfäL, die zu einem Bruche führen würde; der „EonstitutionnH^alaubt vielmehr zu wissen, das belgische Cabinet werde^Mrie-^ denstellende Erklärungen geben, oder der Senat w das in der Abgeordnetenkammer angenommene Gefe nicht lanktioniren. Das französische Nationalgefühl ist lebhaft und leicht reizbar und die Nation zeigt ihren ganzen Stolz', wenn sie einen übelwollenden Gedanken beargwöhnt oder auch nur eine unberechtigte Einmischung des Auslandes zu erkennen glaubt. Aber der belgische Zwischenfall hat nicht die Macht, den Frieden der Welt zu trüben.
Paris, 17. Febr. Don Carlos von Bourbon fetzt eine schon seit längerer Zeit betriebenen Rüstungen mit großem Eifer fort. Die Waffen, welche er in Belgien bestellte und deren Transport ungefähr 7000 Franken kostet, werden über Frankreich nach Spanien geschafft. Die hiesigen Behörden werden wohl ein Auge zudrücken, wenn keine Reklamationen Seitens Spaniens erfolgen. Eine Fusion der Carlisten und Isabellisten ist bis jetzt noch nicht zu Stande gekommen. Dagegen soll es gelungen sein (?), eine Anzahl fanatischer Leute (man spricht von 80 bis 100) dazu zu bestimmen, die Mitglieder der spanischen Regierung aus dem Wege zu räumen.
Paris, 17. Febr. Im heutigen Ministerrathe ist beschlossen worden, das belgische Zerwürfniß auf sich be ruhen zu lassen und nur die ökonomische Seite der Frage im Auge zu behalten. Die belgische Regierung ist in Folge des persönlichen Dazwischeuiretens des Königs diesem Beschlüsse des französischen Cabinets durch die Erklärung zu Hülfe gekommen, daß ihr jede politische Nebenabsicht und vor Allem die Absicht, Frankreich irgendwie zu verlassen (? soll wohl heißen „verletzen-) fern liege.
des Fürsten von Serbien in Anklagestand zu versetzen. Sämmtliche Angeklagte meldeten Berufung an.
** Triest, 18. Februar. Der Lloyddampfer „Ame- rika" ist heute Mittags mit der ostindisch-chinesischen Ueberlandpost eingetrosten.
** Florenz, 18. Februar. Die Deputirtenkammer genehmigte den Postvertrag mit dem Norddeutschen Bunde. Der Finanzminister brachte eine vorläufige Bilanz für 2 Monate ein.
Telegraphische Depeschen.
** Paris, 19. Febr. (Offiziell.) Die Conferenz hat nach Anhörung der griechischen Antwort, welche die Deklarations-Annahme enthält, erklärt, die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland seien ^vto wiederhergestellt. Beauftragt
Locale und vermischte Nachrichten.
** Wiesbaden, 19. Februar. Samstag den 20. Februar hält die Rettungscompagnie in der Muckerhöhle, die ^nnschaft der Spritze No. 10 im „Bayrischen Hof" Ge- sieralversamrpt»^. — Sonntag den 21. d. Versammlung der i srac lit i schew^)emeind e in der Stadt Coblenz.
. Wch»^dade»19. Februar. (Offene Lehrerstelle.) Ho^en, Amts Ruikel, dekr. Einkommen 205 Thlr. 22 Sgr. Besetzungsteimin j^HIpril. Anmeldungen müssen bis 10. März erfolgen.
HeiscnheHt, 1'8. Febr. In No. 14 des in Rüdesheim erscheinen^ „Rheing. Anzeigers" lesen wir folgende Corre- spondcnz al^Entgegizung auf eine solche in vorhergehender Nummer: „zJDeisenIhtini, 15. Febr. Tie Befürwortung an dieser Stelle m^brem vorigen Blatt der Verlegung des po- mologischen Jnfn^ts nach der Winkeler Seite bedient sich so handgreiflich rnHzer und unwahrer Behauptungen, daß nur für Nichteingeweihte eine Widerlegung wünschenswerth sein kann, und diese sich auf die einfache Eiklärung zu beschränken hat: daß die Gemeinde Geisenheim dem Ministerium für die landwirthschastlichen Angelegenheiten nur den Acker- complex zur Verfügung stellen kann und muß, welcher demselben s. Z. mit Beschreibung und Kartcnbeleg ausdrücklich und ohne allen Vorbehalt als der in jeder Beziehung geeignetste augcboteu, und von genanntem Ministenum unterlucht und acceptirt worden ist. Von der Wahl eines anderen^ Territoriums zu gedachtem Zweck kann also verständiger uni ehrenhafter Weise keine Rede sein." — Diese hier ausgesp^ chene Ansicht steht so vereinzelt da, daß eine besondere leuchtung eigentlich überflüssig erscheinen könnte. Muthz lich werden aber auch noch andere Blätter berutzi, umj Ideen auszubreiten, weshalb wir uns dreser Mühe d^ hier unterziehen wollen. Der vorhergehende Artikels die Anlage des pomologischen Instituts nach Wink^ fürwortet, führt pls Gründe au, die geschütztere bessere Bodenbeschaffenheit, die leichtere Zuführung ser, die Nähe des Bahnhofs, der früher oder später^ kommt k., auf Wunsch kann derselbe ebenfalls zum eingesandt werden. Wenn wir für denselben eintretenV bitten wir uns die Ansicht, als seien wir Verfasser desses einzig und allein vertreten wir die Ansicht der Mehrzahl^ Bewohner von Geisenheim auf deren Seite die Majorität! Gemeinderathes und Bürgerausschusses steht, gehören nicht zu den Eingeweihten in dieser AngelegeH heit und möchten die Frage stellen: ,.Wer von Gemeinde? rath und Bürgerausschuß hat denn s. Z. Beschreibung und Kartenbeleg des für das pomologische Institut zu erwerbenden Landes gesehen?" Unseres Wissens Niemand, man stimmte einfach dafür, daß die Anstalt hier in Geisenheim errichtet werden solle und die Gemeinde 20 Morgen Land stellen wolle. Soll diese bei einem solchen Opfer nicht durch den Ausschuß ein Wort mitsprcchen dürfen über die Lage des Instituts zur Stadt; soll überhaupt das Recht des Ausschusses, Ankäufe zu genehmigen, in