fanden sie, daß nach jedem Versuche man den Boden einige Zeit ruhen lassen müsse, bis sich die brennbare Sumpfluft in hinreichender Menge wieder erzeugt habe, um den Versuch zu wieverholen.
Vor einigen Jahren ward in öffentlichen Blättern berichtet, daß in dem Salzburgischen, auf gleiche Weise, sich eine Quelle entzündet habe. Mehrere entzündliche Quel- len befinden sich irpder Nahe der bekannten Steinkohlenlager. Die bösen Wetter, feurige Schwaden, besonders in den Steinkohlenbergwerken, haben durch Explosionen schon oft Bergleute getödtet; ergiebige Gewerke mußten deß- halb verlassen werden, und eben dieses gekohlte Wasserstoffgas hat, um ferneres Unglück in den Kohlenbergwerken in England zu verhüten, die Erfindung der Davy'schen Sicherheitölampe veranlaßt. Jeder, der Gelegenheit hatte, Bergwerke zu besuchen, wird die Luftlöcher bemerkt haben, die mit großen Kosten gleich Wasserbrunnen bis in die Stollen hinabgetrieben sind, um die bösen Wetter, die vermöge ihrer Leichtigkeit nach oben steigen, abzuleiten und frische atmosphärische Luft einzulassen. Diese Luftlöcher machen in der Nähe der Bergwerke daö Gehen bei Nacht ohne Führer gefährlich. Die Steinkohlenlager in der Nahe von Briencon in Frankreich wurden ohne Unfall bis zum Jahre 1765 bearbeitet, als in diesem Jahre die Arbeiter durch ein Phänomen beunruhigt wurden, was ihnen ganz unbekannt war, und mehrere beschädigte. Ein brennbarer Dunst erzeugte sich in der Tiefe der Gruben, wenn dieselbe« nur einen Tag nicht befahren wurden, der sich durch die Grubenlichter anzündete, und mit einer unglaublichen Gewalt detonirte. Die Gefahr, der die Arbeiter ausgesetzt waren, und die sich bei einigen Ungläubigen, die sich selbst davon überzeugen wollten, nür zu sehr bestätigte, veranlaßte die Eigenthümer der Grube, sie zu verlassen und einen neuen Stollen zu treiben, um diesem brennbaren Wesen auszuweichen. Allein ihre Vorsicht war fruchtlos; sie trafen in ihrer neuen Arbeit denselben Feind. Hr. Pajot de Marcheval, Intendant der Provinz, von diesem Unglück unterrichtet, befragte diejenigen, die der Explosion dieses entzündlichen Schwaden ausgefttzt gewesen waren, und erfuhr, daß, als sie in. die Tiefe der Grube gekommen waren, sahen die Arbeiter, daß sich die Flamme ihrer Grubenlichter langsam verlängerte, und gleich darauf die Detonation erfolgte. Herr Pajot berichtete diesen Zufall dem Ministerium, welches die Academie in Paris beauftragte, ein Mittel gegen dieses Unglück ausfindig zu machen. Der berühmte Physiker Duhamel und M. de Montigny wurden beauftragt, die Sache zu untersuchen; und diese berichteten des 'Akademie folgendes:-
Dasselbe Phänomen ist in den Steinkohlenbergwerken vom Hennegau unter dem Namen feuriger Schwaden (len brison) bekannt. Ein weißer, dem Spinuen- gewebe sehr ähnlicher Dunst dringt aus den Spalten und Rissen der Wände hervor, der sehr entzündlich ist, und mit der größten Gewalt verpufft. Die Detonation wirft fast alle Arbeiter nieder, und tobtet sie, wenn sie sichte die Vorsicht gebrauchen, sich sogleich plart auf tu*
Erde niederzulegen; denn es ist auffallend, daß diese Detonation nur in die Höhe, und fast gar nicht auf den Boden der Grube wirkt.
Von den mächtigen Steinkohlengruben von Newcastle, der Vorrarhskammer des Brennmaterials in England, berichten die Plniosojjhieal Transactions mehrere solcher Explosionen. 1750 wurden 5 Arbeiter daselbst von einer Explosion so gewaltig getroffen, daß man ihre Leichen in Stücken wiederfand-
In den Kloaken, wo vegetabilische und thierische Körper faulen, haben selbst in unserer Stadt schon mehrere Detonationen durch Entzündung des gekohlten Was- serstoffgaseö statt gefunden.
Literarische Meinungen Napoleons.
Napoleon wendete zuweilen auf die Literatur die Ueberlegenheit des Geistes, die Richtigkeit des Urtheils an, die ihm so große Erfolge in der Strategie und in seiner politischen Laufbahn'erwarben. Seine .Ideen sind zuweilen sonderbar, aber meistens treffend. Der Wunsch, Frankreich wieder auf den monarchischen Fuß zu-rückzu- bringen und die Gedanken wieder an die alte Regierungsform zu gewöhnen, verleitete sehn Genie, den Geist seines Jahrhunderts zu verkrüppeln und zu verderben; inzwischen hatte er sich die Befugniß Vorbehalten , selbst frei zu denken und nachstehende flüchtige Uebersicht einiger seiner Meinungen wird daher nicht ohne Interesse scheinen.
Napoleon liebte Voltaire nicht; Mahomed vor Allem war der Gegenstand seines Tadels. Voltaire, sagte er, habe darin, in dem Character. und in den Mitteln, gegen die Geschichte und das menschliche Herz gefehlt; der Dichter entwürdige, den großen Character Mahomeds durch die niedrigsten Jntriguen; er lasse einen großen Mann, der die Oberfläche der Erde verändert habe, wie einen Ruchlosen handeln. Er entstellte nicht, minder unschicklich den Character Omars, den er zu einer Art von Banditen und Wegelagerer mache. Napoleon stützte dies harte Unheil auf folgendes Raisonnement: Die Menschen, die die Welt umgeschaffen, haben dies nie dadurch bewerkstelligt, daß sie dfe Häuptlurge und Fürsten gewannen, sondern daß sie die Massen in Bewegung zu bringen wußten. Daö erste ist die Wirkung der Jntrigue und führt nur zu fecundairen Resultaten; das letztere ist der Gang des Genies und verändert die Oberfläche der Erde.
Buonaparte hatte im Orient ganz eigene Ideen aufgefaßt;, er hegte ganz' eigene Zweifel über die Wahrhaftigkeit der Geschichtschreiber Mahomeds. Es w'rd damit gewesen, sein, wie mit allen Sectenhauptern, sagte er;, der Koran, der dreißig Jahre nach seinem Tode gesammelt worden, wird manche Lüge geheiligt Habens da damals das Reich des Propheten, seine Lehre, seine Sendung schon gegründet, vollendet war,, so har man die Resultate davon durch das Prisma des Enthusias-. mus sehen und dem gemäß reden können und müssen. Nichts cesio weuiger bleibt noch übrig,, zu erklären^ wie.