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Der Kopf einer Fliege an sich ist auch ohne diese Erscheinung sehr interessant. Man sieht 'das ausfließende Blut gleich einem Bache aus dem verwundeten Theile kom­men, das allmählig körnig wird und gerinnt. Ihre Augen sind 2 braune Halbkugeln mit mehr als 5400 einzelnen Au­gen, jedes in Form eines Sechsecks und bas Relief ; sie scheinen, durchs Mikroskop gesehen, an 35 Fuß im Umfang zu haben.. Ihre Flügel und Schwingkölbchcn sind gleichfalls sehr schön.

Die Laus ist eines derThiere, welches jeder für häßlich und ekelhaft hält; weil unsre Eltern uns einen Widerwillen gegen dies Thier eingeflößt haben. Sie hat einen niedlichen Hals und Kopf, der aber durch die 2 an den Seiten ste­henden Fühlhörner einen abstoßenden Anblick verursacht. Ihre 6 mit Haaren bekleideten Beine, deren Enden mit einer gelben Kralle bewaffnet sind und deren sie sich mit schreckenerregender Gewalt bedienen, machen ebenfalls keinen angenehmen Eindruck auf die Damen. Die Speiseröhre, der Magen und das Herz sind auch sehr interessant; man sieht das Blut darin auf- und niedersteigen und die mechanischen Verrichtungen dieser Theile ganz deutlich. Mein Mikroskop stellt sie von 4 bis 20 Fuß Länge dar; doch sind die mäßig großen von 8 bis 14 Fuß am besten. Daß man von Zeit zu Zeit auch noch Milben auf diesen Läusen bemerkt, die faustdickerscheinen und wohl zu tausenden darauf leben kön­nten , kann Schreiber dieses selbst bezeugen. Am 29. August d. I. sah ich zum ersten mal dieses fast unglaubliche Schauspiel.

Der Floh ist ein artiges Thicrchen, und hat nebst seiner glänzenden Farbe vielleicht die meiste Ncrvenkraft von allen Thieren dieser Größe. Seine Füße sind gespalten und mit Stacheln besetzt, er hat nur 6 Füße, und nicht, wie van Leim enhoeck gejagt hat, zwei am Munde, sondern alle ste­hen am Mittelkörper und vereinigen sich im innren Brust- theile; denn der Kopf ist kleiner, als die Alten gemeint haben'