nate, jene Vorstellung angehend, erhalten haben» Göttin­gen, 5. Dez. 1837. H. Dahlmann. Albrecht."

Hannover, 6. Dez. (Hannov. Ztg.) Wir sind nun­mehr in den Btand gesetzt, die von den Deputationen der Universität Göttingen, so wie des Magistrats ur.d der Bürgerschaft dortiger Stadt, an Se. Majestät unfern aller- gnädigsten König am 30. v. M. zu Rotenkirchen gehaltenen Reden und die darauf erfolgten Allerhöchsten Erwiederungen mitzutheile:?. !

Anrede des Magistratsdirectors Ebell in Göt­tinnen als Mitglieds der Deputation des Ma­gistrats und der Stadt Göttingen anSe. könig­liche Majestät.

Ewr. königlichen Majestät nahen sich die Deputirten des Magistrats und der Stadt Göttingen, um AllerdöLßdenen- selben, Namens der ganzen Bürgerschaft, die Gefühle der innigsten Anhänglichkeit und unwandelbarsten Treue welche keine Zeitereignisse wankend zu machen vermögen werden für Ewr. königlichen Majestät erhabene Person auszuspre­chen, zugleich aber auch ihr aufrichtiges Bedauern darüber an den Tag zu legen, daß einige an der Georg-AuguftuS- Umversikät angestellte öffentliche Lehrer, ihre Stellung völ­lig mißkennend, Schritte gethan haben, welche von der Bür­gerschaft allgemein gemißbilligt werden. Geruhen Ew. königliche Majestät die Versicherung gnädig aufzunehmen, daß'die Bürger der Stadt Göttinnen welche sich glück­lich schätzen, dem Scepter eines so gnädigen und gerechten Monarchen unterworfen zu sepn stets das Zrel idrer eifrigsten Bestrebungen es werden seyn lassen, sich Ewr. königlichen Majestät huldreichen- Absichten würdig zu dc- zeigcn.

Se. königliche Majestät geruheten darauf zu erwiedern:

Meine Herren! Niemals habe ich gezweifelt an den treuen mir ergebenen Gesinnungen meiner geliebten Unterthancn, und namentlich der Bewohner Göttiugens. Wenn einige Lehrer an der dortigen Universität, ihre Stellung und Pflich­ten gänzlich verkennend, sich mißbilligend über mein Patent vom 1. d. M. ausgesprochen haben, und es sogar hat ge­schehen können, daß eine nur für mein Universitätscurato- rium bestimmte Eingabe jener Lehrer zur Veröffentlichung gelangt ist, so hat 'mein lar.drsvaterlichcs Herz, besonders im Interesse der Universität, nur unangenehm dadurch be­rührt werden können; inzwischen vertraue ich fest zu dem

guten Geiste der Göttinger Bürger.welcher im Jahre 1831

nur durch fremde Einwirkung hat leiden und wankend ge­macht werden können und ist es mir daher besonders angenehm gewesen, von Ihnen, meine Herren, die Bezeu­gung zu empfangen, daß die Bürger einer Stadt in welcher ich so frohe Jahre der Jugend verlebte für mich beseelt sind von denjenigen Gesinnungen, welche stets die schönste Zierde einer Krone des Monarchen ausmachen. Ich ersuch- Sie, von Demjenigen, waS hier vorgefallen ist, ihren Mitbürgern Kenr.tniß zu geben.

Anrede des Prorectors der Georg- Augusts- Universität, als Deputirten der letztern, anSe. königliche Majestät in Gegenwart der Decane der vier Facultäten.

Die Universität Göttingen, erst vor Kurzem bei der Feier des Jubilar hoch beglückt durch die Huld Ewr. königlichen Majestät, hat durch die unüberlegten, weder dem zeitigen Prorector, noch den anwesenden Decanen, auf irgend eine Weise vorher bekannt gewordenen Schritte einiger bei der­selben angestcllten Lehrer sich für verpflichtet gehalten, von den hier anwesenden Deputirten Ewr. königlichen Majestät

die Gesinnungen des unbegrenzten Vertrauens zu Ewr. Majestät landesväterlichen Absichten und der unwandelbaren Treue gegen ihren Landesherrn aussprechen zu lassen. Wenn­gleich mit Sicherheit anzunehmen ftyn dürfte, daß jene Schritte der erwähnten Lehrer nicht eigentlich in bösem Willen, sondern vielmehr in Unbesonnenheit und augenblick­licher Aufregung, ihren Grund gehabt haben, und wenn auch ferner die Ueberzeugung der Deputirten, welche das Glück haben, jetzt vor Ewr. königlichen Majestät zu erscheinen, da­hin geht, daß die Veröffentlichung der kürzlich an Ewr. königlichen Majestät U.iiversitäts - Curatorium gerichteten Eingabe der sieben Professoren der Georgia Augusta nicht geflissentlich von diesen Professoren ausgegangen, sondern einer unüberlegten Mittheilung an dritte Personen zuzu- schrciben ist, so hat die Georgia Augusta in den Gesinnun­gen der treuesten Anhänglichkeit an Ewr. königlichen Maje­stät Allerhöchste erhabene Person das Vorgcfallene dock in- nigst zu beklagen, zugleich aber auch der beglückenden Hoff­nung sich hingebcn zu dürfen geglaubt, daß Ew. königliche Majestät Ällerhöchstdero Huld und Gnade der Universität darum in ungeschmälerter Maße auch künftighin zuwcnden werden.

Erwiederung Seiner königlichem Majestät.

Meine Herren! Ihr Erscheinen allhier in dem jetzigen Augenblicke verbürgt mir schon Ihre Gesinnungen: ich habe an deren Aufrichtigkeit so wenig gezweifelt, als an der treuen Ergebenheit der Universität Göttingen. Um so un­angenehmer hat es mich jedoch überraschen müssen, Grund­sätze von sieben Professoren dieser Universität in einer an das Universitätscuratorium kürzlich gelangten Eingabe aus­gesprochen zu finden, wodurch sich nicht allein ganz urchalt- dare, irrige Ansichten (denen zufolge sich jene Professoren gewissermaßen als eine dritte unabhängige Macht im Staate, berufen die Handlungcn des Regenten zu crrtlsiren und ihnen nach Umständen die Anerkennung zu versagen, betrachten wollen), sondern auch leider die unerlaubte Tendenz, sta, selbst der böse Wille klar zu Tage legen würden, dafern angenommen werden könnte, daß die von gedachten sieben Pro- f.fforen beim Universitätscuratorio eingereichte Eingabe, welche in öffentlichen, namentlich französischen, Blättern schon früher zu lesen wach als sie an das Curatorium gelangte, von jenen selbst veröffentlicht wordcn ftp. ES wird deßhalb gegen die ge­dachten Professoren die erforderliche Untersuchung unverzüglich eingeleitet werden. Ich muß es innig bedauern, daß jene Schritte der gedachten sieben Professoren leicht ein nachteiliges Licht auf die Universität Göttingen werfen oder unerwünschte Felgen für dieselbe herbeiziehen können. Ich muß dieß um so mehr bedauern, da ich den alten bewährten Ruf und den Glanz der Universität - auf welcher ich so frohe Jahre der Ju­gend verlebte nur aufrecht zu erhalten gesonnen bin; allein Sie selbst, Meine Herren, werden ermessen, daß ich Männern, welche, wie die gedachten Professoren, sich aus­gesprochen, es nicht überlassen kann, die von ihnen ausge­stellten Grundsätze der studr'renden Jugend cinzuprägen: ich wenigstens würde als Familienvater meinen L-obn nie­mals auf eine Universität senden, auf der sich solche Lehrer befinden. Inzwischen gereicht mir dabei zur Freude, daß so viel ich weiß nur Ein gedorncr Hannoveraner unter den sieben Professoren sich befindet, welchen als Auslän­dern weder dieselbe Kenntniß von demjenigen, was die Landeswohlfahrt erheischt, noch auch dieselbe Liebe für un­ser Vaterland büwohnen kann, als den gedornen Hanno­veranern. Auch habe ich gern in den mir von Ihnen, meine Herren, gewidmeten Gesinnungen eine schöne Bürg­schaft dafür gefunden, daß die Verblendung Einzelner auf den guten Geist der ehrwürdigen Georg-Augusts-Universitat nicht nachtheilig einzuwirken vermöge.