der einzelnen Mitglieder nach und nach in einer Zeitschrift unter dem Titel: Jahrbücher des Vereines für Kunde der Hauptsprachen Europas, und unter Redaction des Stifters, unterstützt von einem jährlich neu zu wählenden Ausschüsse von drei Mitgliedern, herauszugeben.

Zur Erhaltung dieser Zeitschrift verpflichtet sich jedes Mitglied, ein Eremplar derselben für seine Rech­nung fortwährend zu halten.

Diese Jahrbücher sollen allen Ansichten und allen lebenden europäischen Sprachen nach Maaßgabe ihrer Wichtigkeit offen stehen und ungeachtet die Zwecke des Vereines mehr praktisch, als speculativ sind, auch, jedoch nur gediegene, Aufsätze in der höhern Sprachforschung aufnehmen. Wie weit das Feld ihrer Thätigkeit ausgedehnt werden wird, hängt lediglich von der Aufnahme ab, welche eine, oder die andre Richtung bei dem Publikum findet.

Ganz besondere Sorgfalt soll gewidmet werden der Erklärung schwieriger Wörter und Redensarten, unverstandner Stellen in Schriften, besserer Darstellung grammatischer Regeln, Definitionen von Wörtern, Synonymen, Methoden des höhern Unterrichtes, in so fern er durch Sprache bedingt ist, Beiträgen zur Lexicographie u. f. w. Deshalb sollen auch, auf diese verschiedenen Gegenstände bezügliche, Anfragen in die Zeitschrift ausgenommen und, wenn es die Umstände erfordern, Mitgliedern in Deutschland, oder im Aus­lande zur Beantwortung vorgelegt und das Ergebniß in der Zeitschrift zur öffentlichen Kunde gebracht, so wie die Aufsätze von Ausländern in den Originalsprachen können abgedruckt werden.

Außerdem werden die Jahrbücher nicht bloß Recensionen, sondern auch Antikritiken aufnehmen, so fern diese wirklich von kritischem Geiste getrieben sind. Beiderlei Arbeiten müssen aber mit dem vollstän­digen Namen der Verfasser versehen sein. Gegenstände der Recensionen sind vorzüglich literarische Erschei­nungen im Gebiete der Linguistik, die in den Jahrbüchern selbst enthaltenen Aufsätze u. d. g. Ausge­zeichnete Werke können auch wohl von der Redaction durch vorläufige Ankündigungen für eine Concurrenz der Recensenten ausgestellt werden.

Längere, oder kürzere Proben von zum Druck bestimmten Werken, kurze Anzeigen der neuesten Erzeug­nisse im ganzen Gebiete der Linguistik, am liebsten von kritischen Andeutungen begleitet, werden ebenfalls willkommen sein.

Auf portofreie Briefe ertheilt mit Vergnügen weitere Auskunft

Frankfurt am Main 1838.

I. M. Minner,

Lehrer am Gymnasium, öffentlicher geschworner Uebersetzer der abendlän­dischen Sprachen, Mitglied des Frankfurtischen Gelehrten-Vereines sür deutsche Sprache, der isländischen Literaturgesellschast, der Sooiete grammaticale in Paris.