sie bedingen sieh gegenseitig, aber sie individualisiren sich zu­gleich zu unabhängigem Dasein. Sie sind nicht nach einem starrren Gesetze verkettet, so dass ein Glied immer nur von ei­nem höheren getragen wäre; in lebendigem Wechsel ist hier die eine der anderen, dort diese jener untergeordnet. Die Pole der zersetzenden Kette rufen Acidität und Basicität hervor, aber auch unabhängig davon sind diese Charrctere in den materiellen Sub­stanzen isolirt und verkörpert. Eben so ist die magnetische Er­regung, welche jeden elektrischen Blitz und Strom transversal begleitet beim permanenten Magneten der Materie durch Coer- citivkraft einverleibt. Selbst wenn der Magnet elektrischen Ur­sprungs war, verliert er in seiner neuen Daseinsform den Cha­rakter seiner Abkunft, und erst bei seinem Anwachsen und Ver­gehen gewinnt er ihn wieder. So sind auch Licht und Wärme bald abhängig von elektrischen Vorgängen, bald unabhängig von ihnen, frei und selbständig, ja zurückwirkend auf sie. Und wie die elektrischen Pole sich gegenseitig bedingen, so rufen auch Licht und Wärme sich gegenseitig hervor; obgleich sie auch wieder selbständig sind und unabhängig von einander Vorkommen. In der Reihe fundamentaler Thatsachen, in welche diese Wechselverhältnisse^gestalten, fehlt jetzt der Wissenschaft nur noch Eine: die, welche das Umkehrungsphänomen, nämlich die Erregung elektrischer Polarität durch das Licht, nachweist. Hier ist die Gränze, wo eine noch unbekannte Region beginnt; allein nichts deutet an, dass hier ein Widerspruch gegen das Gesetz, welches in der bekannten herrscht, sich erheben könne. Obgleich in das bisher Erörterte nicht wesentlich eingreifend, schien diese Lücke mir dennoch hier einer Erwähnung zu bedürfen, um zu experimentaler Untersuchung in dieser Richtung anzuregen.

42. Ich hoh e nachgewiese«( dass die gewöhnliche Vorstel­lung, die elektrische Lichterscheinung entstehe durch einen vom positiven zum negativen Pol üherschlagenden Funken, irrig ist; dass sie vielmehr immer am negativen Pol entsteht und dessen ursprüngliche Function ist; dass dieses Licht das primäre, von der Wärme unabhängige, ist; dass der Ursprung der Wärme und die Aufhebung der Cohäsion dem positiven Pol angehört; dass diese Function, wenn sie sich höher steigert, ins Glühen über­geht, als solche secundäres Licht entwickelt, Theilchen der Anode zum negativen Pol überführt, und diesen durch die Wärmeleitung