tet, unstreitig das Metall selbst, seine feste Oberfläche. An eine elektrochemische Zersetzung des Wassergases in der Luft, oder gar der Luft selbst, ist beim ganzen Lichtphänomen gar nicht zu denken. Beide leiten viel zu schlecht, als dass ei^e so sclnvache Elektricität wie die, welche hier Licht bewirkt, sie durch Induc- tion zum Selbstleuchten bringen konnte. Das primäre Lichtphä­nomen am negativen Pol ist ein so selbständiges, ursprüngli­ches, wie es bei der Wasserzersetzung das Auftreten der beiden Gase an den Polen ist.

38. Ganz anders verhält es sich mit dem Licht, welches die Fr ictions elektricität zeigt. Diese hat eine so hohe Spannung, dass sie die schlechtesten Leiter durch Induction elektrisirt.

Wenn also beim elektrischen Strahlenbüschel das Licht an der positiven Elektrode vorherrscht, so ist es die negativ elektrische Luft, welche leuchtet. Wenn man den Versuch in verdünnter Luft anstellt, so expandirt sich desswegen das Licht mit der Luft. Auch bringen desswegen verschiedene Gasarten ein ver­schiedenfarbiges Licht hervor.

39. Ich habe den Lichtversuch am Magnetelektromotor gleich­falls in verdünnter Luft experimentirt. Hier vergrössert sich die violette Flamme auf das Sechs- bis Achtfache, und vermindern sich die weissen Spitzenlichter. Der Leitungswiderstand der metallischen Oberfläche wird also durch Verdünnung der isoli- renden Luft, vermindert, und eben so der der Metallatmosphäre.

40. Auch in trockenem kohlensauren Gas habe ich diesen Versuch angeslellt Hier ist die Erscheinung eine milchweisse Flamme. Man könnte sie für dichtgedrängte Spitzenlichter hal­ten, aber sie überragt die Elektrode, sowohl die flache als die konische. Ihre Grösse ist beträchtlich geringer als in atmosphä­rischer Luft, der Leitungswiderständ also vermehrt. Bei die­sem und dem vorigen Versuch lässt sich nur die Loupe anwen- gen, wegen der Glasglocke.

41. Wenn nun also die negative Elektricität das Licht, die positive die Wärme hervorruft, so kann die Frage entstehen: sind Licht und Wärme überall elektrischen Ursprungs? Dies zu bejahen, wäre derselbe Irrthum, wie der, welcher die chemi­schen , die magnetischen Erscheinungen überall für ein blosses ^ Ergebniss elektrischer St^ung ansieht. Die grossen kosmischen j ram. Kräfte stehen in inniger Verwandtschaft und Wechselwirkung;