Pole, namentlich in Bezug auf Wärmeentwicklung, nicht unterscheiden, weil sie sich im Leiter vollständig neutralisiren. Es giebt für die Darstellung der Polareffecte nur drei Wege: erstens die Magnetelektricität; zweitens den Feuerstrom, der zwischen den Elektroden mächtiger Batterien in Distanz überschlägt; und drittens die Wasserzersetzung durch sehr kräftige Säulen. Diese alle gestatten eine starke T W faln H ^ rregung, während sie dennoch einj Ueberschuss freier Polarkräfte in ihrem Gegensätze scharf auseinander halten.
19. (Erster Weg.) Aufmerksam auf die Erscheinungen am positiven Pol des Magnetelektromotors, nahm ich bei einem schon oben (14.) erwähnten Versuch ein Phänomen wahr, welches meine Ansicht, dass die Anode der Wärmequell sei, wie die Kathode der Lichtquell, bestätigte. Wie die feine Stahlnadel unter dem Einflüsse schwacher Elektricität sich als leuchtende Kathode verhielt, habe ich dort erzählt. Aber beim Wiederholen dieses Versuchs sah ich zuweilen, bei etwas stärkerer Elektricität, vor dem Mikroskop die Nadelspitze, als sie Anode, folglich lichtlos war, und ihr gegenüber der negative Ambos leuchtete, plötzlich roth- glühend werden. War sie negativ, s > geschah dies niemals. Dieser Versuch kann nur mit einer so äusserst feinen Spitze gelingen, die selbst bei schwacher Elektricität leicht in’s Glühen ge- räth, und der gegenüber stehenden Metallfläche die Glut nicht verwirrend mit.theilen kann. Denn wenn die Elektroden gleiche Masse haben, so wird vermöge der Wärmeleitung die Glühhitze der positiven auf die leuchtende negative fortgepflanzt. Auch misslingt der Versuch, wenn der rechte Grad elektrischer Intensität nicht getroffen wird.
20. (Zweiter Weg.) Walker hat mit seiner mächtigen Batterie von 160 Daniellischen Zellen folgenden Versuch angestellt. (Transact. of the Lond. ^lecfr. soc. p. 65.71. = Poggend. Ann.'€fcÜ. 62.) Er legle die Polardrähte kreuzweise, doch so, dass sie sich nicht berührten, sondern noch einen kleinen Zwischenraum zwischen sich Hessen. Sogleich ging ein glänzender Lichtstrom con- tinuirlich durch die dünne Luftschicht; und dabei zeigte sich die auffallende Erscheinung, dass der positive Draht von dem Kreuz- punct ab bis zu seinem freien Ende (also selbst ausserhalb der Stromleitung) rofhgliihend wurde, erweichte, und sich umbog; während der negative Draht verhältnissmässig kalt blieb.