unzähliger blitze ist, so erkennt man leicht, dass diese Bewegung eine optische Täuschung ist, herrührend von der Vielheit der Puncte, von denen bald dieser bald jener aufleuchtet. Es ist daher nöthig, dass man auch einzelne Blitze beobachte; welches leicht zu bewerkstelligen ist, wenn man den Hammer nicht dem Spiel der Maschine überlässt, sondern mit der Hand lenkt. Wem der erwähnte Apparat nicht zu Gebot steht, bedarf nur einer einfachen Voltakette, einer Spirale und einer etwa 12fach vergreis- sernden Loupe, um sowohl das Polarphänomen, als das beschriebene Detail in einzelnen Blitzen deutlich zu sehen. Man sieht nämlich die Flamme und die weissen Pünctchen zugleich aufblitzen; aber diese sind fix, sie bewegen sich nach keiner Richtung, es sind keine „Funken."
13. Wir lernen die Erscheinung noch besser kennen, wenn wir die bisher angenommene magnetelektrische Intensität allmählig schwächen . Man kann dies am besten durch den Moderator (Pog- gend. Ann. 236.) bewirken. Man bringt nämlich einen mit Wasser gefüllten Glascylinder zwischen die magnetelektrischen Pole, und senkt den einen derselben immer tiefer in das Wasser. Das Licht wird dadurch immer schwächer, bis es ganz verschwindet. Hierbei verkleinert sich die violette Flamme und wird zugleich dünner und daher matter leuchtend. Die Spitzenlichter aber (die weissglänzenden Pünctchen) vermindern sich in der Zahl, und kommen zuletzt nur an dem Contactpuncte vor, bis sie auch hier verschwinden. Hebt man die eine Elektrode am Moderator allmählig wieder herauf, so sieht man beide Lichter wieder anwachsen. Wenn man die Lichtquellen so verringert hat, dass nur noch einige Spitzenlichter erscheinen, so kann man von der violetten Flamme nichts mehr wahrnehmen. Je kleiner daher das Lichtphänomen, desto weisser, je grösser, desto violetter erscheint es. Es fragt sich nun, ob die Flamme wirklich ganz verschwinde, während die weissen Puncte noch leuchten, so dass jene nur bei einer höheren Stärke der Magnet^rieität stattfindet; oder ob sie dann nur dem Auge nicht erkennbar ist. Für letzteres spricht, dass ihr Licht an sich schon weit weniger intensiv ist, als das concentrirte der weissen Puncte, und dass es durch die Dünne der leuchtenden Schicht, die nur den zehnten Theil des Durchmessers derselben beträgt, wenn diese Grössen auf ein Minimum reducirt werden, wohl unsichtbar werden kann, ohne wirklich verschwunden zu sein. Ob die Flamme