rine begründeten Resolution zu, die den im Versailler Frie- [densvertrag errichteten Völkerbund vorläufig als Tatsache unnimmt, es aber als Pflicht der Sozialdemokratie in den ünzelnen Ländern erklärt, ihren Einfluß auf die Negierungen [in der Richtung zu betätigen, daß ihre Vertreter im Völkerbund immer mehr die sozialistischen Ziele geltend machen, um zur [Begründung eines dauernden Friedens und zu einer sicheren Abrüstung zu gelangen. Auch dieser Vorschlag wurde angenommen.
(Privattelegramm der „Frankfurter Zeitung".)
y Genf, 2 Aug. Während der Sitzung der Sozialisten setzte ruch der Internationale Bergarbeiterkongreß seine Beratungen fort. In der Vormittagssitzung wurden noch der Direktor des znternationalen Arbeitsbüros des Völkervereins, Albert T h o - In a s, von dem Vorsitzenden des Kongresses eingeführt und lebhaft begrüßt. Er antwortete mit der Versicherung, daß das ihm envertraute Amt des Völkervereins in stetigem Zusammenhang ^bleiben solle mit allen Arbeiterorganisationen der Welt.
In der Nachmittagssttzung erhielt zuerst der belgische Versands sekretär Dujardin das Wort zur Begründung des von seinem Verbände aus gearbeiteten Programms über die
Sozialisierung der Bergwerke und die Herabsetzung der Arbeitszeit.
)ujardin ging von seinen beruflichen Erläuterungen zu der Frage |ü6er, was die Organisation der Bergarbeiter zur Vermeidung Einstiger Kriege tun könne. Die Arbeiter, so erklärte er, erwarten 'on dem gegenwärtigen internationalen Kongreß, daß er dem uriege den Krieg erflärt. Die belgischen Bergarbeiter würden Igern auf den Streit über die Vergangenheit verzichten, wenn die Deutsche Sozialdemokratie ein für allemal mit der Bourgeoisie vreche. Die Belgier» könnten nur eines nicht vergessen, nämlich [die Mißhandlung der Zivilbevölkerung während der deutschen Beisetzung, ohne daß aus dem deutschen Volke irgend ein Wider- Spruch erhoben worden sei. Im Namen der Deutschen antwortete ßmann. Er sei mit dem Vorsitzenden Smillie der Meinung, [daß es besser wäre, die Zukunft ins Auge zu fassen, anstatt die »Fehler der Vergangenheit wieder oufleben zu lassen. Die deutlichen Gewerkschaften hätten seinerzeit alles versucht, was in ihren [Kräften stand, um die fortgeschleppte belgische Zivilbevökerung [zurückzubefördern, aber alle Versuche seien an dem Widerstande Ider deutschen Militärbehörden gescheitert, die lästige Arbeiterver- Itreter einfach an die Front geschickt hätten. Wißmann bittet, [nicht immer wieder den Deutschen chr Unrecht vorzuwerfen, sondern auch an die Leiden zu denken, die die deusche Arberterbe- völkerung selbst nach dem Friedensschluß immer noch zu tragen habe. Die deutsche Abordnung stimmte im übrigen der vorge- Ifchlagenen Statutenänderung über die Herabsetzung der Arbeitszeit zu. Sie machte nur darauf aufmerksam, daß man in Deutschland die Herabsetzung der Arbeitszeit auf sieben Stunden nicht für genügend halte, sondern die Herabsetzung auf sechs Stunden befürworte.
. Der Vorsitzende, der Engländer Smillie, greift hier in die Debatte ein Er erinnert daran, daß die deutschen Bergarbeiter bereits im Jahre 1914 für den Brüsseler Kongreß einen Statutenentwurf vorbereitet hatten, der fedoch infolge des Kriegsausbruchs 'vertagt werden mußte. Die Fxage der Herabsetzung der Arbeitszeit bedürfe eines eingehenden Studiums durch die verschiedenen Landessektionen. Es sei deshalb wohl das richtigste, diese Frage ßum Studium an den internationalen Ausschuß zurückzuverweisen, damit er dem nächsten Kongreß endgültige Vorschläge machen rönne. Der Verbandssekretär der französischen Bergarbeitergewerk- fchaft, Barthruel, erklärte sich damit einverstanden, daß man I die Vergangenheit endlich vergesse. Für die Arbeiter handele _ es sich vor allem um die Sicherung des Friedens der