Die Indicationen für den Gebrauch der Karlsbader Thermen.
1. Krankheiten des Magens. Chronischer Magencatarrh, Cardialgie (Magenschmerz), Magengeschwür.
2. Krankheiten des Darmes. Chronische Stuhlverstopfung, chronische Diarrhöe.
3. Krankheiten der Milz. Chronische Hyperämie der Milz, Milztumoren, wie sie nach Wechselfiebein, Typhus u. s. w., wie sie bei den Bewohnern von Sumpfgegenden und denen der heissen Zone auftreten.
4. Krankheiten der Leber. Hyperämie der Leber durch Blutstauung in der Pfortader, wenn diese nicht in organischen Fehlern begründet ist} Fettleber*, Icterus (Gelbsucht) in Folge von Catarrh der Gallengänge, von Leberkrankheiten in Folge heftiger Ge- müthserregungen; Gallensteine.
5. Krankheiten der Nieren und Harnorgane.
Nierensand, Nierensteine, Harnsand, Blasensteine, chronischer Catarrh der Nieren und der Harnblase., Albuminurie (wenn sie nicht in Folge von Krankheiten ist, welche den Gebrauch von Karlsbad contra-indiciren),
bei Brightischer Nierenkrankheit ist Karlsbad contra- indicirt.
6. Krankheiten der Prostata. Chronische Hyperämie der Prostata, wie sie durch Circulationsstörun- gen im Unterleibe, durch chronische Stuhlverstopfung, Hämorrhoiden u. s. w. unterhalten wird.
7. Chronischer Catarrh der Gebärmutter, wie
er durch menstruale Störungen, Hämorrhoiden und die verschiedenen Folgen der Circulationsstörungen im Unterleibe zu Stande kömmt.
8. Gicht. Besonders in ihrer Anlage.
9. Diabetes mellitus. Es schwinden während des Gebrauches der Karlsbader Thermen nicht nur oft in kürzester Zeit die klinischen Erscheinungen des Diabetes (der quälende Durst, der gewaltige Hunger, die Stuhlverstopfung, die Trockenheit der Haut), sondern auch die Zuckerausscheidung durch den Harn wird bedeutend verringert, verschwindet meist auch gänzlich auf kürzere oder längere Zeit. f
Trinken
Man trinkt des Morgens bei nüchternem Magen (während der Trinkcur soll das- Souper sehr frugal sein und nicht in später Abendstunde eingenommen werden) langsam schluckweise und lässt 'zwischen je zwei Becher eine Pause von 15—30 Minuten, je nachdem man das Wasser verdaut. Man kann während des Trinkens langsmne Bewegung mac hen im Freien oder im Zimm er— J^^HftsrtSEreszeit; oder' auch ruhend trinken. Die Anzahl der Becher, die man trinken soll, kann nur der Arzt nach genauer Kenntniss der Krankheit bestimmen; bei Magenkrankheiten ist im Allgemeinen eine kleinere Quantität angezeigt; während bei Diabetes, Gicht grössere Quantitäten vertragen werden und indicirt sind. Man glaube nur nicht, dass die Quantität des Wassers dessen Heilkraft bedinge, es gibt Patienten, bei denen mit einem oder zwei oder einem halben Becher glänzende Heilerfolge erzielt werden, während ihnen grössere Quantitäten absolut schädlich sind. S. Flecklcs jun.: Karlsbad und seine Heilquellen mit einer vollständigen Diätetik.
Erst längere Zeit nach dem letzten Becher soll das Frühstück folgen. Starker Kaffee, Thee, sind zu meiden, dazu nur leichtes-und wenig Gebäck, keine fette Milch.
Die Regeln der Diät, wie wir sie für eine Karlsbader Cur aufstellen, resultiren aus den allgemeinen diätetischen Grundsätzen, mit Berücksichtigung des Krankheitsobjectes und der chemischen Constitution und therapeutischen Tendenz der Karlsbader Thermen. Es ist klar, dass sich die Kranken sowohl jener Nahrungsmittel enthalten müssen, deren häufiger Genuss als Entstehungsursache oder als Bausteine ihrer Krankheit betrachtet werden, als auch solcher, welche die chemische Einwirkung der Quellen neutralisiren, und dass sie sich überhaupt in der Quantität der erlaubten Nahrungsmittel beschränken. Da die Karlsbader Quellen verflüssigend, lösend und verdünnend wirken, die Säure der ersten Wege binden, die Fette im Organismus zur Verseifung und Verbrennung bringen u. s. w., so muss daher Alles bei der Diät vermieden werden, was diese Aufgabe der Quellen erschweren oder hindern würde.
- Diät.
| Es sind daher absolut ausgeschlossen: j Fette, saure oder Säure bildende Nahrung; mit Aus-
I nähme von Schinken: geräucherte, gepöekelte Fleisch- waaren, Würste, schwere Fische, scharf gewürzte Speisen, rohes Obst u. s. w. u. s. w.
Ein gut a usgegohrenes B ien—nickt- zu schwerer "Wein,^shncTTn geringer Quantität gestattet. Spirituosen mögen strenge gemieden werden.
Im Allgemeinen gilt mit Ausnahme z. B. des Diabetes, bei dem eine sehr kräftige nährende animalische Kost mit möglichstem Ausschluss von zuckerbildenden Stoffen notliwendig ist; leicht verdauliche Nahrung, frugaler Tisch bei dem Gebrauch der Karlsbader Quellen.
Der Abendtisch sei stets frugal und werde nicht zu spät gedeckt.
Man rauche nur mässig und leichte Tabake; vor, während und gleich nach dem Trinken rauche man nicht.
Aufenthalt im Freien, mässige Bewegung, wenn sie sonst nicht durch die Krankheit contra-indicirt sind, gehören nebst .der geregelten Diät zur wesentlichen Unterstützung der Cur.
Es ist selbstverständlich, dass man auch beim Gebrauch der Karlsbader Quellen anstrengende aufregende Arbeiten oder Vergnügungen, Nachtwachen u. s. w. meiden muss. (S. Fleckles junior „Allgemeine Diätetik.“ Verl. Ferd. Enke.)
Weder die Dauer der Cur noch die Anzahl der Flaschen, die zu trinken sind u. s. w. lassen sich im Vorhinein bestimmen; die Krankheit, die Constitution der Patienten, die Erscheinungen und Veränderungen, welche während der Cur auftreten u. s, w. sind hier massgebend. Uebrigens bin ich zu jeder gewünschten näheren ausführlichen Mittheilung den Herren Collegen -wie dem Publikum g e g e n ü b e r g e r n b e r e i t; Bestellungen der Karlsbader Thermen und ihrer Producte in Karlsbad sind aber nur an die Karlsbader Mineralwasser- Versendung „Löbel Schottländer“ zu richten.