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IX. Jahrgang.
Das „Bayr. Vaterland* erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und hohen Festtage Preis des Blattes: halbjährig 3 Mark 30 Pf., vierteljährig 1 Mark 65 Pf. Das einzelne Blatt 4 Pf.
Redaktion: Frauenplatz 8.
Das bayerische
Valerland.
1877.
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Postexpeditionen und (oftboten nehmen Bestellungen an. Inserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum zu 12 Pf. berechnet.
Herausgeber: De. jur. I. Sigl.
Expedition: Ruffinibazar 5.
München, 23. September.
M 216.
Sonntag, Thekla.
Abonnements - Einladung.
Mit dem 1. Oktober beginnt das vierte Quartal, zu dem wir zu zahlreichem Abonnement auf das „Bayerische Vaterland" geziemend einladen.
Die Stellung, welche wir in der bayerischen und deutschen Presse einnehmen, ist bekannt; es ist eine schwierige, eine von allen Seiten angegriffene und berannte Stellung, die zu behaupten nicht weniger Geduld und pflichttreue Ausdauer, als Muth und Entsagung und Opfer aller Art erfordert. In den Jahren 1870 und 71 hatten wir diese Stellung zu behaupten gegen den gesammten kriegs- und siegestollen Liberalismns, gegen dieMacht und Gewalt, und wir behaupteten sie mit den schwersten Opfern und mehr als einmal um den Preis der Existenz; heute ist es der katholisirende Halbliberalismus oder liberalistrende Katholizismus, die sogenannte „weise Mäßigung", die sich vom katholischen Borussenthnm in's Schlepptau nehmen ließ und mit gebundener Marschronte Stück für Stück un« sers Rechtes und der Zukunft des Landes und Volkes opfert und aufgibt, — die schwachherzige Heuchelei und lahme Compromißsucht des abgestandenen Patriotenthums, die uns befehden und auf Leben und Tod bekämpfen und denen gegenüber unsere Stellung zu behaupten schwieriger ist, weil Faulheit u. Feigheit, Dummheitund Blindheit ihre allzeit getreuen Verbündeten sind. Trotzdem haben wir auch da wieder muthig den Kampf ausgenommen, gewiß, daß eines Tages, früher oder später, auch aus diesem Kampfe die Sache des Rechtes und der Wahrheit, der Kirche und des bayrischen Volkes und Vaterlandes , für die wir kämpfen, dulden und uns opfern, siegreich hervorgehen werde.
Mit jedem Tage, der mehr Klarheit gibt, wächst die Zahl unserer Freunde, Leser und Mitstreiter sie wird und muß in Zukunft noch viel mehr und rascher wachsen, je mehr die zunehmende Erkenntniß der Dinge, wie sie sind, nicht wie sie von gewisser Seite dargestellt werden, den ehrlichen und offenen Vertretern der Wahr- und des Rechtes die Freunde des Rechtes und der Wahrheit zuführt, je mehr das bayerische Volk aus den bevorstehenden Kammerverhandlungen ersieht, wie gar herrlich weit es die „weise Mäßigung" gebracht hat und wie traurig und trostlos die Folgen dieser jammervollen Jörg'schen Politik sind, die wir immer bekämpft haben und der das bayerische Volk entrissen werden muß, soll es nicht ganz zu Grunde gehen. Zahllos sind unsere Gegner und Feinde, — wohl, aber wir zählen die Feinde nicht, wir bekämpfen sie. Mögen Alle, die noch hoffen, die an einer Zukunft Bayerns noch nicht gänzlich verzweifeln, die noch einen Rest Mannesmuth und Selbstvertrauen sich bewahrt haben, an unsere Seite treten, an unserer Seite kämpfen, mit uns und der katholischen Volks Partei wieder zu gewinnen suchen, was die „weise Mäßigung" geopfert, verrathen und verloren hat! „Noch ist Polen nicht verloren", und Bayern auch nicht, wenn es noch Männer hat, die nicht die Flinte ins Korn werfen, ehe der Feind geschlagen ist.
Der Preis des Blattes ist wie bisher: für das Quartal 1 JL 65 4 —Alle Posten und Postboten nehmen Bestellungen an. — In München abonnirt man in der Expedition (Ruffinibazar 5.) — Bei seiner großen und stets zunehmenden Verbreitung im ganzen Lande empfiehlt sich das „Vaterland" auch zu Inseraten, welche billigst berechnet werden.
Die Redaction de» „Bayrischen Taterland".
Liebesgaben für den hl. Vater,
Uebertrag 55,289 JL 41 4
6266. Der Mohr (Sigl) hat seine Schuldigkeit ge- than und kann jetzt gehen, meint die „Postzeitung"? — Geh du selber, an dir ist nichts verloren! 2 „ — „
^mmma:
55,291 JL 41 4
Für dir
Mit großem Beifalle lohnten am 18. September Herren und Damen Hrn. Pros. Häckel, weil er ihnen die Affentheorie, dl h. die längst als unsinnige und unmögliche Hypothese, daß der Mensch vom Affen, von einem Uraffen, abstamme, so anschaulich gemacht und eine „neue Sitteulehre" in Aussicht gestellt hat. All diese Beklatscher des
Hrn. Häckel haben gewiß aus tiefster Ueberzeugung ihre Hände bearbeitet, alle verehren einen unbekannten Affen als ihren Urahnen. Nun der Geschmack ist eben verschieden.
— Beliebt es einer Anzahl Herren und Damen Münchens einen besonderen Ruhm darein zu setzen, von den Affen abzustammcn, gut, wir lassen ihnen das Vergnügen. Aber ein bischen Consequenz möchten wir denn doch von ihnen fordern.
Wenn, ihr Herren und Damen, ihr wirklich vom Affen abstammen wollt, ja euch dieser Abstammung noch besonders rühmt, könnt ihr da noch etwas dagegen haben, wenn wir euch in Zukunft eueren Familiennamen b-ilegen?
— Wir möchten aber euere Wuthausbrüche hören, wenn wir das Recht ausübten, das ihr uns in die Hand gegeben, und anfangen würden euch als „Afsenmän nchen" und „Affenweibchen" zu bezeichnen. — Welche Arbeit würden