von A Petermann Die Ausstattung der Karte entspricht die Gegensätze berühren! Vor 3 Tagen geschah, daß in eines I
dem Rufe der Derthes'icken Anstalt 9 der Geleise mit Sang und Jubel Truppen einfuhren, um freu,
oem -wuse oer ^rryes Men ANMU. ^ digen Herzens zum Felde der Ehre zu ziehen, während 50 Schritt
Das Mllrtär-Ockoromre'Departement Hat bererts in einer anderenHalle, Verwundete unter den Händen
Anordnungen getroffen, wonach den sämmtllchen Kommando« ttt Aerzte litten. Zwischen beiden Zügen standen 800 gefar.. behörden aufgegeben ist, auch während des gegenwärtrgen ^^e Franzosen und 115 französische Offiziere und viele davon Feldzuges für die Anfertigung besonderer Kriegsstamm- schienen mit den anwesenden Mainzern das Tragische des Augen« listen Sorge zu tragen. Es sollen diese 1866 so bewährten, blicks in vollem Matze zu empfinden.
als authentischen Urkunden bestimmten Ausweise sowohl im.-—-———-
dienstlichen als persönlichen Jntereffe der betheiligt gewesenen \ $}erfrfne&£tte#* *
MilULverlon-n, diese» für fPätere Seiten eine genaue «u«v _ Sene „ etti uni) ai4mati . Au« Sussex kommt ein- kunst über ihre Kompagnieverhältniffe sichern. -Anekdote, die Anspruch darauf hat, trotz der gegenwärtigen ern.
Münchener Feuer-Versicherung-,- ^bn Zeit, mitgetheilt zu werden, denn sie behandelt den berühm. Gesellschaft hgt den für Dte Sut^ßc Der »eraunfceten be-! ten @cl)cimcn Vortrag." Eine Anzahl Herren saßen beim stehenden Vereinen Verträge von 70.141 Thlr. bestimmt. Von, Mittagstisch beisammen, und wie es zu geschehen pflegt, wandte dreser Summe erhielten der Berliner Eentralverem A Unterhaltung sich bald den diplomatischen Unterhandlungen
dre rn Aachen bestehenden Vererne 5500 Thlr., 29.000 Gulden j toDr fccm Äricflc unb pmfll fcem Benedettischen Vertrage entgingen an die Vereine in Süddeutschland , ,, i würfe zu. Die Ansicht der Taselgesellschaft war getheilt. Einige
x.~Tc anwesenden Mitglieder des Berliner nahmen den Grafen Bismarck, andere seinen Gegner in Schutz,
üehulfen.Vereins (Leipzigerstraße 33) haben m der am - d schließlich kam man überein, in parlamentarischer Weise 12- d. M. ftatrgefundenen Sitzung beschlossen, den rm Felde ver> j ^ at ^ er abzustimmen, weicher von beiden in den Augen der wundeten und erkrankten m dem berreffenden Polizei-Revter Mehrheit gerechtfertigt dastehe, und zwar sollte ein jeder sein
untergebrachten Kriegern gern und bereitwilligst unentgeltliche j Votum dahin abgeben ob er lieber Bismarck oder Benedetti
Hülfe zu leisten. ~ M ftin möchte. Alle stimmten, nur Einer wollte sich „neutral"
.... -W,e bereits mitgetheilt, hat die Loge Royal-Aork xEären. Als man dann inständig in ihn drang, doch auch seine
5000 Thlr. für die Verwundeten und Hinterbliebenen ansmar-' - — -— ' - . ^ ~
fchirter Truppen aus ihren eigenen Mitteln bewilligt. Außerdem finden freiwillige Sammlungen statt, deren wahrscheinlich reicher Ertrag für außerordentliche Hülfeleistungen bestimmt ist.
Ferner ist ein Schwesterverein zusammengetreten, welcher sich mit der Anfertigung von Verbandzeug, Wäsche u. s. w. beschäftigt und die nicht unerheblichen Kosten theils selb«, theils durch Beiträge der Brüder aufbringt. Wir geben diese Data zur Vervollständigung und resp. Berichtigung der bisherigen Angaben. Von der Aufstellung von Betten für Verwundete, die ebenfalls beabsichtigt war, mußte man ans Raum-Rückstchten absehen.
— Der Rentier Sngsried v. Nor mann hat dem Kaiser Franz Garde. Grenadier > Regiment Nr. 2 ein Kapital von 3000 Thalern zur Verfügung gestellt mit der Bestimmung, denjenigen Unteroffizieren und Soldaten des Regiments, die sich in dem gegenwärtigen Kriege gegen Frankreich besonders vor dem Feinde auszeichnen, aus diesem Fonds eine lohnende Anerkennung ihrer Tapferkeit zu Theil werden zu lassen.
— Das Stern-Denkmal bei Nassau an der Lahn ist
soweit vollendet, daß nur noch die Statue, welche Pfuhl in Berlin liefert, in der Halle aufgestellt zu weroen braucht. Das Gerüst ist abgenommeü und frei steht der schöne Aufbau von rothem Sandstein auf dem Fellengrat da. Außer Stern, oberster Kreuzblume und den mittleren Kreuzblumen ist nichts daran vergoldet. Vorn an dem gothi.chen Schirmdach ist das in graugelbem Sandstein ausgefuhrte Stein'sche Wappen (Eselskopf und geflügelter Panzer) angebracht. Baurath Zais und Architekt Goldmann in Nassau, so wie Steinhauermeister Mai in Homburg und seine Steinmetzen haben sich um die Herstellung des Denk nals wohl verdient gemacht. (K. Z.)
— Neben dem Durchgangsporial aus dem Hofe des neuen Rathhauses ist gegenwärtig ein Riesenbarometer — wie verlautet, ein Geschenk des Stadtraths Krug — angebracht worden.
— Wie die „Voss. Ztg." aus sicherer Quelle hört, soll nach den letztwilligen Bestimmungen die v. Gräfe'sche Augenklinik nicht länger fortbestehen. Die Eiben seien mit vervollständigen Auflösung derselben beschäftigt und hätten nur bis zu dem Moment, wo alle Vorbereitungen zu diesem Zwecke ge- troffen sind, Herrn I)r. Ewers eine beschränkte Räumlichkeit des linken vorderen Parterres überlassen, in welcher Herr l)r.
Ewers für noch immer vorhandene ambulatorische Kranke der 5 _ _____
Klinik vorläufig Sprechstunde abhalte. Von einer Uebernahme I Hofen (Thionville) und Metz und für das" stets und Weiterführung der v. Gräse'schen Augenklmik durch Herrn i Belgien alles das , was Frankreich seit Jahrhunderten vr. Ewers könne daher selbstverständlich keine Rede sein. (Vor - von dem deutschen Flandern losgerissen hat. Kein Dorf, worin Kurzem widersprach die „Sperr. Ztg." gleichfalls aus „guter " J - ' " " ' '
dueUc" derselben Nachricht.) >
— Behufs Instandsetzung der Königin brücke wird die Passage für Fuhrwerk und Reiter vom 22. d. M. ab gesperrt.
Ansicht zum Besten zu geben, sagte er gelaffen: „Ich wäre lieber Bismarck in dieser Welt und lieber Benedetti in jener."
Zur Tagesliteratur.
Die fliegenden Blätter, die durch den deutsch - französischen Krieg hmvorgerusen werden, häufen sich mehr und mehr, sie alle zu erwähnen, wird von Tag zu Tag unmöglicher, nur hier und da das eine oder das andere Flugblatt herauszuheben, sei uns gestaltet. Der Bußtag, der aus den 27. Juli angesetzt war, hat natürlich Gelegenheit zu mancherlei Predigten gegeben, einige von diesen sind aus Verlangen der Zuhörer auch im Druck erschienen und mögen solchergestalt auch als Brochüren da- ihrige thun, den Geist des Volkes für den heiligen und gerechten Kampf zu stählen. Das Muster einer volksthümlichen. den Gegenstand mit sittlicher Begeisterung und schlichter, prunkloser Frömmigkeit behandelnden Predigt ist die von B. Hesse. Pastor zu Sanct Bernhardin und Probst zum heiligen Geist in Breslau gehaltene (Breslau, Ferdinand Hirt's k. Universttäts - Verlagsbuchhandlung). I. M üllensieffen, Prediger an St. Marien predigte „Gottes Friedensgedankcn in der Kriegszeit" über Jer. 29, 11 -14 (Berlin, Carl Habels Verlagshandlung), Diakonus Steinbach in der Kirche zu Neustadt-Dresden über den 85. Psalm „der Ruf zum Herrn um feine Hülfe in schwerer Kriegsnoth" (Dresden Schulbuchhandlung).
Diesen Predigten schließt sich an eine Rede „Von der Liebe zum Vaterlande", die Herr Professor Paulus Cassel am 28. Juli im Konzertsaal des Berliner Schauspielhauses gehalten hatunddiezum Besten der Zwecke des Köniq Wilhelm Vereinsinder Hosbuchhandlung von P. G. Heinersdorff im Druckerschienenist. Die Citate aus dem klassischen Alterthum sind geschmackvoll an- gebracht und das Ganze von warmer Begeisterung durchdrungen.
„Das schwarze Buch von Frankreich" betitelt sich eine geschichtliche Darstellung von H. F. Marcard (Berlin bei P. G. Heinersdorff), die^ uns vollkommen objektiv und doch mit ein- schneidender Schärfe die Beraubungen Deutschlands durch Frankreich seit Heinrich II. vorsührt. „Fällt uns jetzt, so schließt der Verfasser seine bündige und lebhaft geschriebene Brochüre, der Sieg zu. ein Sieg, bei dem kein Fremder etwas geholfen, und über deffen Preis deshalb kein Fremder mitzusprcchen hat, so müssen wir auch von Frankreich seinen Einsatz fordern und dieser Einsatz heiße: Elsaß^und Deutschlothringen mit Dieden-
. ‘ ..... bedrohte
b.
deutsch geredet wird, darf französisch bleiben."
Im Verlage von A. Donner (Gebrüder Paetel) in Vcr- lin ist die erste Lieferung cinck Werkes erschienen, das Dr.
Friedrich Dörr unter dem Titel: „Der deutsche Krieg gegen Frankreich im Jahre 1870" herauszugeben Ibeabstchtigt. Eine vollständige Geschichte des gegenwärtigen Krieges und seiner Ursachen liefern zu wollen, hat dem Verfasser natürlich nicht in den Sinn kommen können, andererseits will er mehr als ein nacktes und unvermitteltes Aneinavderreihen von Thatsachen, vielmehr ein kritisch gesichtetes und dabei möglichst vollstäidig gesammeltes Material geben, das einer späteren wissenschaftlich historischen Arbeit als zuverlässige Quelle 'dienen kann. Die erste Lieferung enthält die Vorgeschichte des Krieges mit den wichtigsten diplomatischen Aktenstücken und die Portraits des Erbprinzen von Hshenzollern und des Herzogs von Gramont.
Ein kleines Bändchen trefflicher englischer Gedfichte ist in London (1870, William u. Norgate) erschienen unter dem Titel: „The spirit of Lord Chatham or England and Prussia in 1759 and in 1870 by a stepson of England. Der Verfasser kämpft mit begeisterten Worten für die Zusammengehörigkeit der germanischen Völker gegenüber dem Panlatinismus.
K.
— Außer der von der Redaktion des „Milit. Wochenblattes" herausgegebenen Kriegszeitung erscheint nun auch eine „Jllustrirte Kriegszeitung für Volk und Heer" bei Eduard Hallberger in Stuttgart, welche stch die Ausgabe gestellt hat, vom Kriegsschauplatz Alles, was dort vorgeht, so rasch und so ausführlich als möglich, sei es als Drahtbericht oder als Erzählung oder als Bild zu bringen. Die uns vorliegende erste Nummer (jede Woche erscheinen 2—3 Nummern von 8 Seiten Groß Folio ä 2k Sgr.) enthält ein reichhaltiges Material: „Geschichte des Krieges von 1870" von Wilhelm Müller,
„die Heerführer Deutschlands und Frankreichs" mit den Portraits von Mac Mahon. Felix Douay, sowie des Krön- Prinzen und des Prinzen Friedrich Karl, ein „Kriegstagebuch",
„Heiteres aus ernster Zeit" u. A, so daß nur glauben, dem Unternehmen ein günstiges Prognostikon stellen zu können. Von einem, dem obigen ähnlichen Unternehmen liegen uns gleichzeitig die zwei ersten Nummern vor. Dasselbe führt ebenfalls
„^»Tlufittrte Kriegszeitung". mit dem Zusätze: vcii «uivumuuueu uei rccrzrc ju u. jjm
„Origmal - Berichte vom Kriegsschauplatzes und wird vis zur! auch für die Beschaffung der Arzneien und chirurgischen Be Beendigung des Krieges wöchentlich in der Regel einmal er- dmsnisse. Für das Bedursniß an Bädern ist gleichfalls Sorge scheinen rm Verlage von Karl Mrnde rn Leipzig zu dem Preise, zu tragen.
von. I^Sgr. pro Nummer. Das Blatt bringt orientirende Ar- 12 ) Die Gründer der Lazarethe haben stch der Kontrole der
ä.
e.
'Provmziül-Zeitrttrg.
Kassel, 15. August. Auch hier ist ein Ausruf an alle Sänger Deutschlands, dem Komponisten der „Wacht am Rhein" einen „Sänger-Ehrensold" zu spenden, erschienen.
(Hess. Morg.-Ztg.)
Köln, 15. August. Auch hier wiederholen stch ungeachtet der nicht blos in der „Kölnifchen^Zcitung", sondern auch in anderen, hiesigen wie auswärtigen Blättern ausgesprochenen Rügen die den gefangenen Franzosen erwiesenen, über das rechte Matz hinaus gehenden Zuthulichkeiten noch immer. Es scheint einzelnen Damen sehr schwer zu werden, aus ihrem kosmopolitischen Eentimentalitäls-Dusel heraus zu klarem Urtheil zu kommen. (K. Z.)
I Mainz, 12. August. Gestern hat der von den hiesigen Vereinen zur Verpflegung und Erfrischung der hier durchpasst- renden Truppen niedergcsetzte Ausschuß seine Thätigkeit einge- stellt, und wird nunmehr die Aufmerksamkeit Aller aus die Erquickung der durchpasstrenden Verwundeten und die Verpflegung der im Felde stehenden Krieger gerichtet sein. — Mainz, an der Grenze der weiland Mainlmie gelegen, hat seinen Berus, das bindende Glied zu sein zwischen Nord und Süd, richtig erkannt und in dieser Zeit der Prüfung gezeigt, daß es seine Pflichten würdig erfüllen will. Wohl 200,000 Soldaten zogen hier durch, und wie herzlich war der Empfang, wie wetteiferten Alle in den Werken der Liebe. Der Vor, t ehmste stand neben dem Geringen. um Speise und Trank zu reichen. — An die durchziehenden Truppen wurden nahe an
*00,000 Schoppen Wein, ganze Fässer voll Kaffee und unzählige Quantitäten Wurst, Brod und Cigarren vertheilt. Es hatte sich ein vollkommen militärischer Dienst ausgebildet. Alle 0 Stunden bezog eine Sektion des Hülfvereines (50 Mann) die Bahnhosswache. So wurde es einer verhältnißmäßig kleinen Stadt möglich, großen Anforderungen zu genügen. Mit einem Hnrrah a^-f Mainz verließen die Truppen unsere Stadt.
Seit wenigen Tagen hat stch das Bild verändet. Zuerst kamen Hunderte von Gefangenen durch unsere Stadt. Auch diesen wurde, so weit es anging, Erfrischungen gereicht, dann fuhren lange Wagenzüge herein, auf die Viele, ernst und traurig, in der für die Aufnahme der Verwundeten bestimmten Halle warteten. — Wieder war ein Werk
der Nächstenliebe zu thun. ein größeres, schwereres. Bekanntmachung.
Zuerst galt es dre Leichtverwundeten sorgfältig aus den Wagen! Diejenigen, welche am Stralauer Fischzugstage von! _ . . „ . . „ . . .
uud auf berettlcegende Matratzen zu heben; dann wurden die i Berlin nach Stralau oder Treptow, oder rwisck-n den beiden * den vorstehenden Bestimmungen davon absehen, förmliche La
Bekanntm chung.
Der Herr Ober-Prästdent der Provinz Brandenburg hat mittelst Erlasses vom 1. Juli d. I. die unter dem 10. October 1867, ertheilte Bestätigung dsr Statuten des Vereins zur Versicherung von Kranken- und Begräbnißgeld „Selbsthilfe" in Berlin widerrufen, da nach Verlauf von beinahe drei Jahren die für die Eröffnung der Vereinsgeschäfte vorgeschriebenen Bedingungen unerfüllt geblieben sind.
Dies wird, nachdem der Unternehmer des Vereins, Kaufmann Julius Mayer, Schiffbauerdamm Nr. 1 hierfelvst, die Herausgabe der, mit dem Bestätigungs Vermerk versehenen Statuten- Ausfertigung verweigert resp. mnerbalb der ihm hierzu gestellten Frist unterlassen hat, hierdurch zur öffentlichen Kcnntnitz gebracht.
Berlin, den 13. August 1870.
Königliches Polizei-Präsidium. _ v. Wurmb. _
: Bekan n t m a ch u n g.
Obschon alle ersorderlia en Reserve-Lazarethe als Staats- anstalten von der Militär-Verwaltung vollständig jeingerichtet und unterhalten werden müssen, und die freiwillige Krankenpflege hierbei ihre Unterstützung durch Uebernahme einzelner Zweige der Lazareth.Verwaltung bethätigcn kann, so ist für dre« selbe die Herstellung von Vereins- und Privatlazarethen lo wie von Pflegestätten für Rekonvaleszenten nrcht äusgeschloffen. Es ist jedoch nöthig. bei Errichtung solcher La- zarethe nach bestimmten Grundsätzen zu verfahren, die nach Maßgabe der Bekanntmachungen des königlichen Kriegsmmiste- rinmS vom 25. Juli und 12. August c. in Nachstehendem hrer« durch zur öffentlichen Kenntnitz gebracht werden.
1) Vereins- oder Privat-Lazarethe müssen mindestens sur
20 Kranke oder Verwundete eingerichtet werden, doch ist den Unternehmern zu empfehlen, derartige Lazarethe zur Aufnahme einer größeren Zahl von Kranken einzurichten, weil hleGurch die Generalkosten für die Untcrhaltung derselben stch verhalt- nißmäßig wesentlich vermindern. Noch vortheilhaster erschernt die Herstellung von Vereins- und Privat Lazarethen rm unmittelbaren Anschluß an bereit« bestehende Referve-Lazareihe, und es kann bestimmt darauf gerechnet werden, daß dre Militär.Verwaltung derartige Unternehmungen nach Kräften unterstützen wird. . ^ ,
2) Vereins- und Privat - Lazarethe. in welche verwundete
Soldaten ausgenommen werden sollen, müffen an einer Ersenbahn-Station liegen, da der Transport solcher Patienten auf anderen Wegen für dieselben von großem Nachtherle werden kann. v
3) Bei der Auswahl des Bauplatzes für derartige
Lazarethe ist darauf zu sehen, daß dieser möglichst außerhalb des Dunstkreises einer Stadt liegt und sich nicht rn der Nahe von Fabrikanlagen, von Gräben mit stehendem Wasser oder Abzugskanülen befindet^ Sern Untergrund muß trocken und durchlässig se n und der Platz selbst, dem es unter allen Umständen nicht an gutem Wasser fehlen darf, leicht entwässert werden können. ^ m
4) Die für die Aufnahme von Kranken und Verwun« 1 deten bestimmten Räume muffen eine Höte von mindestens 12 II haben und für jeden Kranken einen Luftraum von mindesten- 1 1 1200 Kubikfutz enthalten. Bei Berechnung des Kübik-Jnhalts U muß die Raumhöhe über 15 Fuß außer Berechnung bleiben, if
5) Die Krankenzimmer müssen leicht und nachhaltig ven« tilirt werden können und hierfür empfiehlt stch die Anwendung von Glasjaiousten, die irr einer der oberen Scheiben der Fenster anzubringen find, sowie die Anwendung von Holz- jalousten in den unteren Füllungen der Emgangsthürcn, um hierdurch eine dauernde diagonale Lrrftbewegnng zu erzrelcn. Zur Aussaugung der verbrauchten Luft empfiehlt stch die An- bringung von Oeffnungen in den Schornsteinen rn unmrttel- barer Nähe der Zimmerdecke, deren Wirrsamkeit durch die Unterhaltung einer Flamme stch noch wesentlich verstärken läßt.
6) Für die Herstellung von Lazarethen in bereits bestehenden Gebäuden find die vorstehenden Grundsätze gleichfalls zu beachten. In stark bewohnt gewesenen Räumen müssen indetz; vor Aufnahme von Kranken oder Verwundeten der Wandputz \ ausgerieven, Decke und Wände frisch geweißt und die Fußbodens gründlich gescheuert und dcsinfizirt werden.
7) Wo es an Wasserleitungen fehlt, und Waterclosets deshalb nicht aufgestellt werden können, müssen die Gruben für die Aborte möglichst entfernt vom Brunnenkessel angelegt, die Ab-! orte selbst aber so hergestellt werden, daßf'fie den Kranken lercht l zugänglich find.
8) Auf die Desinfektion ist besondere Sorgfalt zu verwenden. Sie ist durch folgende Mtttel auszuführen:
a. Uebermattgansaures Kali oder Natron.
In Lösung: zur Desirsektion von Wunden.
Karbolsäure.
In Lösung: zur Desinfektion von Wunden.
In Pulverform: zur Desinfektion von Exkrementen.
In schwacher Lösung: zur Desinfektion der Bettstellen, Leib- und Bettwäjche, des Fußbodens und der Wände.
In Pulverform durch Erhitzen auf heißen Schau« seln zur Desinseklion der Luft.
Chlorkalk zur Desinfektion der Luft nicht bewohnter Räume (1 Theil Chlorkalk mit 1^ Theilen roher Salzsaure zu übergießen).
Eisenvitriol zur Desinfektion der Exkremente.
Chlorzink. In Lösung zur Desinfektion der Wäsche.
9) Die Bettstellen müffen wenigstens 6 Fuß lang sein,
.erne find als die zweckmäßigsten zu empfehlen, hölzerne
müffen vor dem Gebrauche und auch später öfters oesinficirt und gereinigt werden. Zur Unterlage genügen Strohsäcke, derrn Füllung stets rein uno trocken zu erhalten ist; für schwere Kranke ist jedoch auch aus die Beschaffung geeigneter Matratzen Bedacht zu nehmen.
10) Das erforderliche Personal an Aerzten, Krankenwärtern und Wärterinnen ist nach dem Grundsätze zu bemeffen, daß für je 100 Kranke oder Verwundete 1 ordinircnder Arzt,^
2 Asststenz-Aerzte und 10 Krankenwärter resp. Krankenwärter rinnen vorhanden ftnd. Auch bei der geringsten zulässtgen Zahl von 20 Betten muß 1 ordinirender Arzt fungiren. l
11) Für die Beschaffung von Lebensmitteln ist Vorsorg? zu treffen und stnd die Portionssätze und die Extradiät nach' den Anordnungen der Aerzte zu verabreichen. Daffelbe gilt
I
tikel, Briese vom Kriegsschauplätze, Beschreibungen u. Ä-, mtt gefälligen Illustrationen durchwkbt.
vom Staat hierzu eingesetzten Behörden resp. ihrer Kommiffa« rien zu unterwerfen.
13) Die Belegu» g der Vereins- und Privat-Lazarethe mit Kranken resp. Verwundeten erfolgt durch Vermittelung derj staatlichen Reserve-Lazarethe.
14) Diejenigen Vereine und Privatpersonen, welche nach
erneuern und viele Frerwlllrge aus allen Schrchten der Burger-j Schiffsgefaße dazu verwendet werden dürfen, deren qesahrkose i Vorstandes eines vom Staate anerkannten Pflegeverems schüft find bemüht zu helfen. Daß dre Ausgabe keme lerchte ist,: Beschaffenheit und Tragfähigkeit vorher geprüft und festaestellt (Central»Verein in Berlin, Provinzral-Vercin, deren Delegirtc) mag rer eme Umstand erklären, daß vorgestern an ernem Tage i worden ist. * » r 1 H 1 ; oder der Ortsbehörde, daß die betreffende Persönlichkeit vcll-
über 700 Verwundete hrer durchkamen, welche alle gespeist und j Um diese polizeiliche Prüfung vorzunehmen, werden am 23.* bändige Garantie für die ordnungsmäßige Pflege des oder der verbunden wurden. Wo erforderlich, wurden sie unrKletdungs« j August, Nachmittags 5 Uhr, vor dem Stralauer Kirchhofe die Aufzunehmenden bietet, durch Vermittelung der stellvertre« ftucken und Wafche versehen, von welchen Gegenständen allen ? erforderlichen Vorkehrungen getroffen werden. ; tcuDen Bezirks - Kommando«, in deren Bezirk feie offc-
nnser Damencomlte eme kolossale Masse gesammelt hat. Dort hat stch jeoer bisher noch nicht geprüfte Kahnführer ~~ “ ' ‘ ..
persönlich mit seinem Schiffsgcfäße bei dem dort anwesenden um de:: Rhem hinunter ln ihre betreffenden Lazarethe befördert Polizei-Lieutenant zu melden.
zu werden. Alle strengen ihre Kräfte aufs Acußerste an. der, Kahnführer, welche ohne vorschr ftsmäßigc Legitimation oder an sie heran; etretenen Aufgabe gerecht zu weroen Wre zu auf nicht vermessenen Kähnen am Fischzugstage Personen be« erwarten, ist unser Gouverneur Pnnz Hoisten, dessen Men« fördern, verfallen nicht nur der im Reglement vom 31. Mai 1834 fchensreundtichkeu und Energie dre Bürgerschaft soviel verdankt festgesetzten Geldstrase von 2 Thlr. oder einer verhältnißmäßigen stets bei der Hand um mit Rath und That Allen an die Hand Gcfängnißstrafe, sondern werden, sofort von der Fortsetzung des zu gehen, viele Last znno vieler Scharen wurde der Stadt Fährbetriebes auSgeschloss.n werden. * 8
erspart, durch das freundlichste Zusammenwirken von Militär« Berlin, den 13. August 1870.'
W.e sich in so außergewöhnlicher Zeit in tragischer Wcise
rirte Pflegestätie liegt, an das stellvertretende General-Kommando zu richten. Von derselben Behörde erfolgt die Zuweisung der Rekonvaleszenten.
Berlin, den 16. August 1870.
Der Königliche Kommstsar ?und Militär-Inspekteur der freiwilligen Krankenpflege.
Im Aufträge
Gras von Maltzan. __
Verantwortlicher Revakteur F.Hdel in Berlm.
Verlag der Expedition der -Rational-Zeitung (SB. Molff), Berlin Druck Araurösischrürqße 51 ,