trägen veranlassen, und wer zu der Zeit, wo es uns das Handwerk gütigst gestattet, zum eigenen Gebrauche zu schlach­ten, von dieser Erlaubniß Gebrauch machen will, aber kei­nen Hof hat, wo ein solches Geschäft geübt werden kann, der mag es im Schlachthaus thun lassen, oder sich einen andern Ort suchen, wo es auf seine Kosten geschehen kann. Tie Straßen der Stadt sind doch ganz gewiß nur zum öffent­lichen Gebrauche da und nicht zu Privatgeschäften. Selbst das Holzmachen gehört streng genommen nicht auf die Straße und kann zu großen Unzuträglichkeiten führen. Jüngst sahen wir in der Fahrgasse z. B., wie an zwei, einander grade gegenüberliegenden Häusern zu gleicher ZütHolz abgeladen war und gemacht wurde, und zwar auf der Fahrstraße selbst, da die Trortoirs freigehaltcn werden müssen. Die Paffage j war dadurch so verengt, daß kaum Ein Wagen durchfahren ! konnte. Und dies in einer unseren frequentesten und für die Frequenz nicht überbreiten Straße! Wer aber das Schweineschlachten auf offener Straße, und zwar in engen Straßen, nur einmal beobachtet hat, der wird Herrn May ' gewiß recht geben. Zur Zeit -er Bürgerschlacht glauben die Herrn Bürgerschlacht-Metzger, die Straßen und insbesondere die Trottoirs seien ganz allein für sie da. Unbegreiflich, wie sich ein solcher widerwärtiger Mißstand in derfreien" Stadt so lange erhalten kann.

Napoleons:Dem Auslände gegenüber habe ich mich be- mühr, zu beweisen, daß Frankreich ernstlich den Frieden will; daß es, ohne auf seinen legitimen Einfluß zu verzichten, sich nirgends einmischen will, wo seine Interessen nicht im Spiele sind."

Ach ja! Napoleon der Erste hat noch viel schönere Reden von dem Frtedcn grhalttn und schönere Briefe darü­ber geschrieben, und das war zeitgemäß, de»>n die atme Welt kannte den Frieden gar nicht wehr. So geht es uns wie dem nächtlichen Reiter, der, um den Sümpfen auszuweichen, dem Jrilichte nachjagt und eben darum hineingeräth. Wahr­haftig, die Menschheit arbeitet sich nur ab um diesen Frie­den, der eben so wenig Gehalt hat, wie das Irrlicht!

Air einen gewissen National-Patrioten.

1.

Süß ist's, für's Vaterland zu schwußen, wenn's keine Ge­fahr hat.

Schmutzend zum Vaterlandsheld hast Du empor Dich

geschmußt.

2.

Ein neues Haus ohne Brandmauer im Bau. In der Schäfergaffe, gegenüber der Peterskirche, .ist ein neues Haus, zwischen zwei älteren Hauser im Bau. Auf der Seite nach der Zeil zu ist dieser Neubau mit einer Brandmauer versehen, auf der andern Seite (nach der Friedberger straße , hin, wo blos Fachwerk und Gebälk zu Tage tritt) aber nicht. Geschieht diese Unterlassung einer höchst nöthigen und zweck­mäßigen Scheidemauer mit Wissen und Willen der bauamt- j lieben Behörde, oder hat der betreffende Maurermeister es i auf eigene Kosten gewagt? Jedenfalls glaubt Einsender auf \ die höchst tadelnewerthe und feuergefährliche Abweichung von der gesetzlichen Vorschrift, aufm.rksam machen zu müssen. -

Ueberall vornrnd'ian, mit dem Namen, mit eitelem Zudrang,

Nimmst Du von vornenheretn jeglicher Sache den Werth.

3 .

Deine Rede, sie tänzelt, pathetisch verzwickt, in das Ohr

zwar,

Aber in's Herz uns nicht dringt die kokette hinein.

4 .

Ohne Charakter, in Seifenblasen vergeudest Du den Vor­rath

Deines Talents; dem Talent gibt nur Charakter dm

Werth.

5.

Widerwillen und Mißtrauen schloß Dir gleich Anfangs den

Körper";

Aber mit Kriechen und Schmutz fandst du den Weg dsch

hinein.

Politisches.

Das ist mir ein schöner Friede! Während die preußi­sche Volksvertretung in Berlin das Bedürfniß einer Ver­größerung des Heeres in Betracht der Lage anerkennt, thut die französische Kammer dasselbe und der effektive Be­stand der Armee wird von 392,400 Mann auf 467,000 Mann gebracht. Das gestand selbst der Regierungskommis- sar General Allare ein.Ach ja! sprach der Deputirte Marquis v. Pierre in der dortigen gesetzgebenden Versamm­lung ihr sprecht uns fortwährend von der großen Be­geisterung unter den Rekruten; ich habe arme Teufet der Art auf meinen Gütern, die gewaltig klagen, und während sie zum Exerzrren gehen, sterben die Eltern zu Hause Hnu- i ger. Man sagt uns: ja, wenn es sich nur um die Auf- . rechterhaltung unserer Grenzen handelte, würden Sie 60,000 ! Mann jährlich wohl genügen; aber Fr.snkre'ch hat die Auf- gäbe, den Fürsten Gerechtigkeit und Forrschrttt, den Völkern Mäßigkeit und Geduld anzuratbeu; Frankreich leiht dazu ! seinen moralischen und nötigenfalls feine» bewaffneten Schutz. Dieses Programm gefällt mir sebr, fuhr der Marquis iro­nisch fort; es ist das Preorarrm der Vorsehung selbst. Und die Vorsehung hat cs noch obendrein für eine bessere Welt Vorbehalten! Aber es gibt auch noch eine andere Po- Utik, nämlich die des gesunden Menschenverstandes; gestat­ten Sie mir, meine Herren, Ihnen auch ki.se vorznführen". ' Und der Marquis wiederholt die Stelle ans der Thronrede

6 .

Schmunzelnd rn buhlet er Jeden und jegliche Sache, wo

immer

Seinen tznelkiki 'sich zeiget ein lockendes Ziel.

Undgutmütlig" auch ist er, wie Jungfer Dortchrn, die

Lacken-

Reißerin; drum auch mit Recht wird er die ... . ge­nannt.

Anzeigen.

Äitzinger Bier

in Flaschen empfiehlt

I. Z. Gerrchard

ZurStadt Kitzingen."

£ I) i o t e r-t* e p e r l o i r e.

Jtt Aussicht genommen für die nächste Woche: Maurer und Schlosser. Norma. Zampa. Der letzte Brief. Der Kaufmann.Minister und Sei­denhändler. Des Maler's Meisterstück; des König Be­fehl. (Gast: Herr M a rr).

BsNM'sdMÄcr 'scekMtin? . H f -w'r»h> n.- '£rucf*'tföh ^'YVSnrin Ün FtrkttkfMl 'am Main.