Angeregt durch ein Geschenk, welches dem Bürgerhospitale „zu einem besonderen der Administration am wünschenswerthesten erscheinenden Zwecke" gegeben wurde, beschlossen wir im Jahre 1857 die Gründung eines abgesonderten Hospitalbauvermögens, welchem jährlich - die Halste der Erübrigungen aus der Gesammteinnahme des Bürgerspitales und die ihm eigens bestimmten Geschenke, sowie die Zinsen seines Bestandes mit 4 o/o zugeschrieben werde. Diese neue Einrichtung, in der 39. Nachricht über die Stiftung veröffentlicht, sand erfreulichen Anklang, das Bauvermögen erhielt Gaben, die jährlichen Einnahmsüberschüsse fehlten niemals, und so bestand es dann am 30. Juni 186 l aus ft. 6653. 51 kr.
Wenn daher erst für eine fernere Zukunft zu sorgen wäre, so dürften wir nicht verzweifeln, daß die der Anstalt und ihren Zwecken günstige öffentliche Meinung ihr fort und fort Wohlthäter erwecken werde und daß sich auf diese Weise nach und nach das erforderliche Baukapital ansammeln würde; allein es wäre dies doch ein unberechenbar langer Weg zum Ziele. Auch auf die hochherzige Unterstützung eines Einzelnen ist nicht zu rechnen: denn zeigt auch die Geschichte unserer Vaterstadt bis in die neueste Zeit, daß öfter einzelne Bürger hervortraten, welche das Wohl des Gemeinwesens mit wärmster Liebe und großartigem Sinne auffassend, reiche Mittel zu Einem Zwecke Hingaben, so ist doch das nahe oder ferne Erscheinen eines Solchen nicht voraus zu ahnen.
Soll das gegenwärtige Bedürsniß befriedigt, sollen die vorhandenen Uebelstände beseitigt, sollen die kranken Bürger in dem Hospital nicht ungleich schlechter untergebracht sein, als in einer der übrigen Anstalten, so muß das Baucapital baldigst beschafft werden.
In dieser Noth sieht die Administration keinen anderen Ausweg, als sich an Hohen Senat zu wenden mit der Bitte, um unverzinsliche Ueberlassung des erforderlichen Baukapitals bis auf ft. 280,000 ex aerario unter der Modalität, daß alljährlich bis zur Tilgung dieses Darlehens die Hälfte der nach dem oben Vorgetragenen jährlichen Ersparungen an den regelmäßigen Einnahmen abgeliesert werden sollen.
So überraschend Hohem Senate dieses Gesuch erscheinen mag, so wird Er es doch bei gerechter Erwägung aller Verhältnisse nicht ein unbescheidenes nennen können. Bei dem großen Segen, welchen die wissenschaftliche Abtheilung der Stiftung weit hinaus nach allen Richtungen, die wohlthätige Section aber aus einen so zahlreichen Theil unserer Mitbürger schon verbreitet hat und fortwährend noch verbreitet, dürste kaum eine zweite Stiftung der Hülse des Gemeinwesens dringender empfohlen sein.
Möge daher unsere Bitte von willigen Herzen ausgenommen, durch großmüthige Entschlüsse verwirklicht werden! Dann kann der Bau, aus welchen die armen kranken Bürger hoffen, beginnen, und dann wird am 18. August 1863 die Sämlarfeier der Stiftung des Hl'. Senckenberg in dem erhebenden Bewußtsein begangen werden, daß das schöne Werk des edlen Stifters diejenige Förderung,