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Die Gartenwelt.
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Stadt vor sich gehen soll, ruhte noch auf mächtigen Balken, die untergeschoben wurden, um das Straßenniveau mit dem des Gartens auszugleichen. Der Transport des Baumes auf die Straße wurde durch Winden bewirkt, die den Koloß langsam vorwärts schoben. Für den weiteren Transport steht seit heute Vormittag eine Dampfwalze unter Feuer (Abb. Seite 441). Eine große Zuschauermenge verfolgte während des ganzen Vormittags die schwere Arbeit. Die Zahl der Neugierigen wird sich noch steigern, wenn erst der Kasten auf seinen Bollen steht und die Eibe ihre ersten „Gehversuche“ macht.“
Mit den ersten Gehversuchen haperte es aber. Als die Eibe beim Eschenheimer Turme, dem nächsten Nachbar des alten botanischenGar- tens angelangt war, wollte sie trotz der Dampfwalze nicht mehr von der Stelle und die Frankfurter Zeitungen begannen die Sache mit dem Publikum von der heiteren Seite zu nehmen, man ulkte.
Am 26. Mai befand sich die Riesenkiste noch am Turme, ihrem alten Nachbar, von dem sie sich nicht trennen wollte.
Sie wird ihre Gangart beschleunigen, meinte man, wenn sie erst einmal den Turm hinter sich hat und nicht mehr nach der Stätte ihrer Kindheit zurückschauen kann.
Unser Mitarbeiter, Herr Prof. Dr. M.
Möbius, der Direktor des botanischen Gartens in Frankfurt am Main, schrieb mir am 29. Mai: „der Transport des Baumes geht viel langsamer als berechnet ist, demgemäß wachsen die Kosten in unheimlicher Weise und der Betrag ist noch nicht vorauszusehen, ich fürchte, er wird das Vierfache der in Berlin für das Verpflanzen der Linden aufgewendeten Summe ausmachen. Der Weg ist etwa 3y 2 Kilometer lang“. In einer weiteren Zuschrift vom 5. d. M. teilte mir Herr Prof. Möbius mit, daß der Baum zwei Drittel des Weges zuzückgelegt habe, scheinbar ohne Schaden zu nehmen, und daß weitere Schwierigkeiten nicht mehr zu befürchten seien, er wird, wenn diese
Zeilen in die Hände der Leser kommen, an seinem Bestimmungsorte angelangt sein.
Unsere Abbildungen veranschaulichen die einzelnen Stadien der Verpflanzungsarbeit. Zurzeit des Beginnes des Transports schrieb die „Kleine Presse“: „Breitgeästet überschattet die Eibe fast die ganze Straße, hoch gewachsen schaut sie in die obersten Stockwerke, wenn auch entwurzelt, scheint sie mit klammernden Organen am Boden zu haften“. — Am Tage des Beginnes des Transports hatte der Baum in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags von den km der Gesamtstrecke etwa 60 Meter zurückgelegt. Solange noch die Trambahn
geleise zu überschreiten waren, gestaltete sich der Transport viel schwieriger als auf ebener Straße, denn es mußten hier neben den dicken Rollen noch Bohlenlager verwandt werden. Am 30. Mai war die schwierigste Strecke, die Höhe der Hochstraße, überwunden, von wo der „Abstieg“ des von den Bewohnern der oberen Stockwerke der durchfahrenen Straßen festlich mit bunten Bändern geschmückten Baumes begann. Bei jedem Zuge pustet und keucht die vorgespannte Dampfwalze. Eine gewaltige Zahl von Zuschauern begleitet die interessante Arbeit. M. H.
Fortbringen der Eibe von der Grube mit Rollen und Flaschenzügen.
Nach einer Aufnahme der Lichtdruckanstalt C. F. Fay, Frankfurt a. M., für die „Gartenwelt 11 gefertigt.
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