ihn^da wir übrige Physici noch kein Decret erhalten hatten und weg geblieben, gestellten Bericht nicht unterschreiben wollte als chi- rurgus juratus, vor das officium Examinatorium, als einen Malific^n ten, gefordert und ihn bey lO.Thaler Strafe zur Unterschrift gezwungen. So despotisch handeln die junge Buben im Rath, und dieses auf D. Siegner, des Bier+Tyrannen, Anstifften.
Uns Physicis sollen sie wohl sanft begegnen, und wenn ich zur Sprache komme, werde sie den wahren Unterschied zwischen einem Schelmen und einem ehrlichen Mann, der im Rath gar nicht observirt wird, lehren. Ich wwrde sie fragen, warum sie meinen Bruder nur eines falso willen excludiren, aber den Textor, v.Fichard, den Hup- ka, den v. Schweitzer, den Moors etc behalten? ob sie schon unter %sich so verfahren, sollte unser Collegium doch besser auf Ehre sehen, und von banqueroutieren, Schindern, Hurenschelmen, Juden und dergleichen Geg^indl^R rein bleiben. Man geht offenbar damit um Medicos zu prostituiren, nimmt die allerschlechteste Leute, die sic sich nur praesentiren, zu Medici ex despoti^smo an, ohne sie von
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Physicis tentiren zu lassen und deren Vorschläge anzuhören, eben wie man es mit den Syndicis auch macht, denn legales e&mstimmiges Bedenken gegen die Annehmung des Schinders Sohnes, die despoten, die Kayser und Reich und deren Gesetze meistern wollen, sie votirt oder facutirt haben; denn gelehrte und erfahrene Leute will Mr. Textor und Soea nicht haben, sie mögten sonst übersehen, und die Schelmenstücke und Schmieralien gehemmt werden. Mein Institu- tum Medicum ist diesen Leuten ein Dorn in den Augen und sie wollen , ihm gerne Schaden thun wo sie können, ob es schon vor die gantze ' Posterität und ihre eigene Kinder gut ist, so weit geht die Tumm- heit und Bosheit. j
Da diese Messieurs den Schinders Sohn letzthin vor so ehrlich ] ausgaben, sagte ichA Weil er so ehrlich, weil er Geld habe, nach dem^ sie alle schnappen, weil er vierschrötig, latera firma und i gesegnete Lenden habe, solle man ihm des Stadtschultheißen Textors, oder Schöffen Schlossers, Schöffen Moors, oder Rathsherrn Siegners Tochter geben;damit ein Schinder zutp anderen komme.
Als der Stadtschultheis von Ochsenstein starb, wollte man seinen Sohn, den GehR. Sebastian v$ Ochsenstein in den Rath nehmen; dieser aber bedankte sich schriftlich und setzte hinzu, er wolle nicht in einem Collegio sitzen, in welchem man mit dem Eid- schwRren spiele, wie die Buben mit Klickern. Der Mann hatte recht, und ich 4 te es auch so, als mich 1762 im November eben
falls davon separat hielte bey diesem Antrag.
Handel und Wandel liegt still und ist wenig Nahrung hier.
Ei n arbeitsamer ehrlicher Handwerksmann, ein Seiler, klagete mir gestern mit Thränen, daß er sich mit all seiner Arbeit kaum zu ernähren wüßte. Ein anderer reicher Handelsmann sagte mir heute, daß aller Handel darnieder liege und niemand zahle, hätte er in voriger Zeit nichts a^quirirt, müßte er jetzt gewiß verderben; und so gehts überall in allen Ständen. Dieses haben wir dem Grimmeisen