Mon Frere!
Das geehrte vom 28 ten Junii habe gestern empfangen, und mein letztes war vom 2 ten hujus.
Daß Mon Frere in dem blessirten Arm große Veränderungen des Wetters spürt, ist nicht Wunder; bey dem allem aber wird es doch immer besser gehen.
Unserem Herrn Renato gratulise zu seiner Confirmation in den Lutheranismo, und wünsche anbey, daß ihn Gott in der einigen allei: selig machenden Religion confirmiren und erhalten möge bis ans Ende,
Herrn Legat.Secretario von LerHner habe das mir comittirte wissen lassen.
Herr von Moser ist noch nicht wieder hier, Mich wundert gar nicht, daß man hin und wieder mit ihm nicht zuf^%eden ist, denn seine Satyre geht zuweilen etwas zu weit, und ich weis nicht ob er nicht auch bey seiner vorgebenden Frömmigkeit gegen die er
zu menagiren sich vorgenommen, aus zeitlichen Absichten den Fuchs- schwantz brauche; wie Baron von Pöllnitz in seinen Memoirs diejenige gelobt hat, die ihm etwas geschenkt haben.
Was Mon Frere jetzt von dem Sohn des Scharfrichters schreibt, wird, wie nöthwendig ist, von mir aufs Beste geheim gehalten; ehe man aber an eine Appellation gedachte, sagte ich wohl ein und anderem, daß man ad no m e nam^ Leg&m Imperii et Statuii in Wien eben die Gedanken hege, wie ghysici allhier. Fiat justitia auf allen Seiten ich verlange nichts anderes.
Will man uns von Seiten Magistratus den Bauqueroutier Dr. Glad bach aufbinden, wird es wohl eben den Weg, wie mit des Scharfrichters Sohn, nehmen müssen, und alle unsere Gravamina medica von der Commissions-Zeit her, welche gegen Kayserlichen Befehl ohnausge- macht geblieben sind, mit dorthin gehen, um einmal des tummen und boshaften Volkes tolle Decreta loszu werden. Senatus kann Banque- routier Söhne im Rath leiden, dergl. v.Schweitzer und Moors sind, und ersteren Vatter ist gar in Frankreich in effigie an -den Galgen gehenkt worden. Das ist meines Erachtens nicht schön, und ob man wohl den Sohn, wenn der Vatterden Galgen verdient hat, nicht henken soll, so soll man ihn doch nicht zu Obrigkeitlichen Ehrenstellen befördern, da sq%&he Leute Banqueroutiers gewiß nicht strafen noch gerecht handeln können. Syndicus Grimmeisen ist auch ein solcher Kerl, und sein so sg^r bisher secretirtes Gesuch wird wohl noch also offenabr werden, daß es seiner würdig ist.
Des Grafens von Wartensleben'Prozess mit Cassel ist nun auch, wie ich aus dem rotulo sehe, in der Relation, und bin begierig ein Decisum zu sehen.
Wenn, nachdm^^nun mein Stifftungshaus eine Inscription hat, das Hospital nun bald einen kleinen Anfang bekommt, vor welchen sobald sorgen werde, als mit dem Bibliotheque-Saal, dem Laborato- rio, dem Theatro anatomico und Gewächshaus G.G. in künftigen zweyen