Mon Frere!

Das geehrte vom 15 ten &abe gestern erhalten, und mein letztes war vom 18 ten hujus.

Die Briefe an Herrn Schöffen von Ohlenschlager und Frau Wein­reichin sind besorgt, und dem Bruder habe das seine zu wissen gethan.

Wenn Darmstadt die 11000 fl ablegen will, soll es mir sehr lieb seyn. Die Darmstädter können es, wenn sie wollen, denn die Haushal­tung ist sehr irregulaire. Es scheint die von Wiesenhüttenischen Erben werden untereinander Händel bhkmmmen, wie ich letzthin ver- muthet hatte, daß die Harmonie nicht lange währen dürfte. Frau v- Ohlenschlager hat den hitzigen Dr. Kost zu ihrem Beystand, der eine Schaden-Klage anstellen will. Mich haben sie honnetement bezahlt und 12 Ducaten präsent dazu gemacht.

Hierbey zum Lachen ein Jüdisches Carmen auf s&ulteti Textoris Sohnes, Adväcati Heyrath mit Jungfer Möllerin, des gewesenen Buchhändlers einzigen Tochter und Kind, so ihm 60 bis 70 ooo fl zubringt, welches Schöffen Schlossers Söhne, J.U. Dres und Advoc. ordinarii, durch Herrn Conrectorum Purmann al hier, ihren Vettern, Aachen lassen. Es ist rar worden, und man giebt es nicht mehr aus. Das Textor- und Schlosserische Haus haben an den Juden airtas großen Gefallen, und wie die Juden ehemals vom dem von Ochsensteinischen Haus sagten:

Meynt ihr! es fliegt doch kein Vögelgen über dieses Haus, es läßt ein Federgen fallen, ist solches vor diese beyden noch mehr wahr.

Ich bitte Mon Frere mir die gedruckte Nachricht von der Ein­richtung des Nosocomi Civici zu Wien zu überschicken, um mich in hiesiger Einrichtung, soviel sich hierher schicket, danach richten zu können.

Die Gemählde unserer Eltern bitte mir mit künftiger Messe G.G. zuzuschicken, um sie hier copiren zu lassen. Ich schicke sie dann mit Dank zurück.

Unter allerseit. ..

Ff den 22 ten Febr

1766